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01.01.2012

10:19 Uhr

Neujahrstag

Schweres Erdbeben erschüttert Japan

Am Nachmittag des Neujahrstags wankten plötzlich die Gebäude in Tokio. Ein Erdbeben der Stärke 7,0 erschüttert Japans Hauptstadt und den Osten des Landes. Kaum zu glauben, dass das öffentliche Leben normal weiterläuft.

Berichte über Verletzte oder Schäden in Tokio lagen zunächst nicht vor. ap

Berichte über Verletzte oder Schäden in Tokio lagen zunächst nicht vor.

TokioDas neue Jahr hat in Japan mit einem schweren Erdbeben begonnen. Das Beben der Stärke 7,0 brachte am Sonntag Gebäude in der Hauptstadt Tokio ins Wanken, jedoch hatten die Erdstöße ersten Angaben zufolge keine schwere Folgen. Das öffentliche Leben ging weitgehend uneingeschränkt weiter, und Berichte über Verletzte oder Schäden lagen zunächst nicht vor.

Das Beben ereignete sich um 14.28 Uhr (Ortszeit, 06.28 Uhr MEZ), wie die japanische Erdbebenwarte mitteilte. Eine Tsunami-Warnung wurde demnach nicht ausgegeben. Das Epizentrum lag den Angaben zufolge nahe der Insel Torishima, etwa 560 Kilometer südlich von Tokio. Das Zentrum des Bebens lag in einer Tiefe von 370 Kilometern. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Tiefe mit 348 Kilometern an.

In Tokio, wo zum Erdbebenschutz strenge Bauvorschriften gelten, schwankten zahlreiche Gebäude. Der Bahn- und Flugverkehr lief aber uneingeschränkt weiter. Auch das Finale des Kaiserpokals, eines wichtigen Fußballturniers in Japan, im Nationalstadion der Hauptstadt wurde nicht unterbrochen. In Disneyland Tokio stoppten einige Fahrgeschäfte automatisch, wurden aber kurz darauf wieder eingeschaltet, wie ein
Sprecher mitteilte. „Einige Leute, die spazierengingen, schienen das Erdbeben gar nicht bemerkt zu haben“, fügte er hinzu.

Viele Japaner hatten zuvor das neue Jahr mit Besuchen von Shinto-Schreinen und buddhistischen Tempeln eingeläutet. Kaiser Akihito schwor seine Landsleute in seiner Neujahrsansprache auf harte Zeiten ein. „Unser Land geht durch schwere Zeiten wegen des Erdbebens und anderer Faktoren“, sagte er mit Blick auf das verheerende Erdbeben vom März vergangenen Jahres. „Aber ich hoffe, dass die Herzen der Menschen
stets mit denen sind, die gelitten haben und dass sich alle gemeinsam für eine bessere Zukunft einsetzen.“

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Japan wird regelmäßig von schweren Erdbeben heimgesucht. Am 11. März 2011 hatte ein Erdbeben der Stärke 9,0 einen riesigen Tsunami ausgelöst, der weite Teile des Nordostens des Landes verwüstete. Fast 20.000 Menschen starben oder gelten als vermisst.

Durch die Naturkatastrophe wurde zudem mit der Beschädigung des Atomkraftwerks Fukushima eines der schwersten Atomunglücke der Geschichte ausgelöst.

Von

afp

Kommentare (3)

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Beobachter

01.01.2012, 12:05 Uhr

Handelsblatt: "Kaum zu glauben, dass das öffentliche Leben normal weiterläuft."
Sie kennen eben Japan nicht.
Besser kann eine Redaktion ihre Unkenntnis nicht zum Ausdruck bringen.

Toranaga

01.01.2012, 13:21 Uhr

Katastrophen-Journalismus im wahrsten Sinne des Wortes... Torishima gehoert zwar verwaltungstechnisch zu Tokio, liegt aber ewig weit draussen auf dem Meer - und ist ausserdem unbewohnt. Ein Beben der Staerke M7 dort der Stadt Tokyo zuzurechnen ist schon aus diesem Grund absurd. Auf der japanischen Skala wurde das Beben maximal mit Shindo 4 bewertet - das bedeutet, dass die Lampen hin- und herpendeln und vielleicht mal Deko im Schaufenster umkippt. Selbst die aeltesten und wackeligsten japanischen Haueser duerften von so einem Beben keinen Schaden davon tragen. Daher gibt es keinen Grund, warum das oeffentliche Leben nicht "normal" weitergehen sollte.

Bitte an die Redaktion: vielleicht vorher einmal nachdenken, bevor man solche Ueberschriften raushaut. Es gibt Menschen, die haben in Japan Freunde und Verwandte - bei einer solchen Ueberschrift, die evtl. sogar Shindo 7 auf der jap. Skala (totale Zerstoerung) in der Metropolregion Tokyo suggeriert, bleibt einem erstmal das Herz stehen. Das ist nicht das, was man einem Neujahrsmorgen braucht. Sie haben Verantwortung. Werden Sie dieser gerecht. Bild-Zeitung hat sowas vielleicht noetig, vom Handelsblatt erwarte ich eine andere Qualitaet.

Zorn

01.01.2012, 23:53 Uhr

Ich kann beiden Zuschriften nur zustimmen. Das Handelsblatt entwickelt sicher immer mehr zum Katastrophenblatt und nicht nur zum Thema Japan.
Gruss aus Tokyo

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