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07.08.2012

14:25 Uhr

Neuseeland

„Herr der Ringe“-Berg spuckt Lava und Asche

Erstmals seit dem Jahr 1897 ist auf Neuseelands Nordinsel der Vulkan Mount Tongariro ausgebrochen. Begleitet wurde die Eruption von einem Erdbeben und einer 6.000 Meter hohen Aschewolke. Der Luftverkehr ist betroffen.

Der neuseeländische Vulkan hat die Umgebung mit einer dicken Ascheschicht bedeckt. dpa

Der neuseeländische Vulkan hat die Umgebung mit einer dicken Ascheschicht bedeckt.

WellingtonDer plötzliche Ausbruch des seit mehr als 100 Jahren schlummernden Vulkans Tongariro hat die Einwohner Neuseelands aufgeschreckt. Die Eruption kam ohne Vorwarnung, wie Vulkanologen am Institut für Geo- und Nuklearwissenschaften bestätigten. Bei dem Ausbruch auf der Nordinsel wurden in der Nacht zu Dienstag schwere Gesteinsbrocken in die Luft geschleudert. Eine riesige Aschewolke stieg auf und überzog Straßen, Felder und Häuser mit einer dicken Ascheschicht. Entwarnung gaben die Vulkanologen nach einem Überflug des Kraters nicht: „Das Niveau der Aktivität ist jetzt niedrig, es könnte aber jederzeit wieder losgehen.“

Einer der aus dem Krater geschleuderten Gesteinsbrocken krachte rund eineinhalb Kilometer weiter in eine Hütte für Wanderer. Er durchschlug das Dach und zerschmetterte Etagenbetten. Das hätte dort Schlafende getötet, meinte der Manager des Umweltamtes, Nic Peet. Es hielt sich aber niemand in der Hütte auf. Andere Schäden wurden nicht gemeldet.

„Es war ein Riesenknall um kurz vor Mitternacht“, berichtete Michael Pine, der in der Nähe am Rotoaira-See wohnt, im Fernsehen. „Als wir heute morgen aufwachten, lag überall eine dicke Schicht von Asche und Matsch“, sagte er. „Das wird eine riesige Aufräumaktion. Ich weiß nicht, ob ich ängstlich oder aufgeregt sein soll.“ Die Behörden hatten die Anwohner zunächst aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben, hoben die Empfehlung aber später auf.

Eine riesige Aschewolke driftete mehr als 200 Kilometer nach Osten bis zur Küstenstadt Napier. Wegen schlechter Sicht schlossen die Behörden vorübergehend die Hauptverbindungsstraße zwischen der Hauptstadt Wellington und Auckland. Hunderte Reisende strandeten. Flüge wurden ebenfalls gestrichen.

Vulkanologen nahmen den Krater des Tongariro, der kleinste von drei Vulkanen im Nationalpark, vom Hubschrauber aus in Augenschein. Er war nach Angaben des Instituts für Geo- und Nuklearwissenschaften zuletzt 1897 aktiv gewesen. „Nach unserer Analyse der seismischen Daten gab es einen explosiven Ausbruch, der nur eine oder zwei Minuten gedauert hat, gefolgt von einer Serie diskreter kleinerer Beben in den folgenden zehn Minuten“, teilte Vulkanologe Michael Rosenberg mit. „Weder vorher noch nachher hat es eine vulkanische Erschütterung gegeben.“

Neuseeland gehört zu den geologisch instabilsten Regionen der Welt. Die größte Stadt Auckland mit 1,5 Millionen Einwohnern ist auf 49 erloschenen Vulkanen erbaut. Das Institut für Geowissenschaften beobachtet zwölf aktive Vulkanregionen und registriert im Jahr mehr als 15 000 überwiegend kleinere Erdbeben.

Über 100 Jahre schlief der „weiße Riese“. dpa

Über 100 Jahre schlief der „weiße Riese“.

Ein Größeres der Stärke 6,3 hat im vergangenen Jahr die Innenstadt von Christchurch auf der Südinsel schwer beschädigt und 185 Menschen das Leben gekostet. Der folgenschwerste Vulkanausbruch passierte 1886. Der Lavastrom zerstörte drei Dörfer, 108 Menschen kamen ums Leben und eines der Naturwunder der Welt, die rosa und weißen Thermalwasserterrassen, wurden zerstört. Der größte See des Landes, der Taupo-See, entstand durch eine große Vulkaneruption vor 1800 Jahren.

Von

dpa

Kommentare (2)

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gimli

07.08.2012, 17:40 Uhr

und wo ist da der Bezug zur Überschrift?!? Diese Art der Schlagzeilenfindung wird mir perönlich langsam lästig! Bei Industriellen Produkten nennt man sowas Etikettenschwindel! Ist ein Zeitungsartikel nicht auch ein Konsumprodukt.....

Frodo

08.08.2012, 09:36 Uhr

Der Vulkan in den Herr der Ringe Filmen ist Mt Ruapehu, nicht Mt Tongariro.

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