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10.02.2017

08:32 Uhr

Neuseeland

Mehr als 300 Grindwale verendet

Rätselhaftes Walsterben in Neuseeland: In Farewell Spit auf der Südinsel stranden mehr als 400 Grindwale. Etwa 300 sind schon tot. Trotz aller Anstrengungen schwimmen nur wenige Tiere zurück ins offene Meer.

Über 400 Grindwale sind Medienberichten zufolge in Neuseeland gestrandet. Mindestens drei Viertel sollen am Morgen des 10. Februar bereits tot gewesen sein. dpa

Wale in Neuseeland gestrandet

Über 400 Grindwale sind Medienberichten zufolge in Neuseeland gestrandet. Mindestens drei Viertel sollen am Morgen des 10. Februar bereits tot gewesen sein.

WellingtonBei einem der schlimmsten Walsterben in der Geschichte Neuseelands sind am Freitag mehr als 400 Grindwale gestrandet. Trotz aller Rettungsversuche verendeten am Strand von Farewell Spit in den ersten Stunden bereits etwa 300 Tiere. Mehrere hundert freiwillige Helfer versuchten, die Wale zurück ins tiefere Wasser zu schieben - meist jedoch ohne Erfolg. Der abgelegene Strand auf der Südinsel des Pazifikstaates war früher schon für Wale zur tödlichen Falle geworden.

Insgesamt zählte die neuseeländische Naturschutzbehörde DOC (Department of Conservation) an der Landzunge, dem nördlichsten Zipfel der Südinsel, 416 gestrandete Grindwale. Nur etwa 50 davon konnten zurück ins Meer bugsiert werden und schwammen dann davon. Mehrere Dutzend andere Tiere kehrten jedoch gleich wieder an den Strand zurück. Überall lagen Kadaver herum.

Der genaue Grund für das Massensterben ist unklar. Die Walschutzorganisation Project Jonah äußerte die Vermutung, dass es eine Kombination aus ungewöhnlich hohen Temperaturen und Erkrankungen sein könnte. Bekannt sind Fälle, in denen viele Wale einem kranken Leittier ans Ufer folgten. Möglicherweise war auch das Echolot-System der Tiere gestört, durch Unterwasserlärm oder andere Faktoren.

Die etwa 500 freiwilligen Helfer streichelten die noch lebenden Wale, deckten sie zu und kippten Meerwasser über sie. Auf diese Weise wurde versucht, sie kühl zu halten und ihnen genügend Feuchtigkeit zu verschaffen. Einer der Helfer sagte dem Online-Nachrichtenportal Stuff.co.nz: „Das ist eines der traurigsten Dinge, die ich jemals gesehen habe. So viele einfühlsame Wesen, die jetzt einfach wie Müll auf dem Strand liegen.“

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Im Februar 2015 waren in Farewell Spit allerdings schon einmal 200 Grindwale gestrandet. Damals konnten 60 Tiere wieder ins Meer zurückgebracht werden. Auf den neuseeländischen Chatham Islands waren 1918 sogar tausend Wale gestrandet, in Auckland 1985 etwa 450 Tiere.

Grindwale - auch Pilotwale genannt - werden bis zu acht Meter lang. Männliche Tiere können ein Gewicht von bis zu drei Tonnen erreichen. Die Säuger bevorzugen gemäßigte und kalte Gewässer. Auf der Südhalbkugel sind sie in allen Ozeanen zu finden, auf der Nordhalbkugel nur im Atlantik.

Von

dpa

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