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11.09.2012

18:53 Uhr

New York in Trauer

Stilles Gedenken an die Anschläge von 9/11

Der Schrecken war grenzenlos, die Trauer ist es auch. Auch elf Jahre nach den Anschlägen ist der 11. September in New York noch ein besonderer Tag. Doch die Trauer ist nicht wütend, sondern leise.

Gedenken und Nachdenken am 11.9.

Video: Gedenken und Nachdenken am 11.9.

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New YorkStill und versöhnlich ist in New York und den ganzen USA der Anschlägen vom 11. September 2001 gedacht worden. Elf Jahre nach den verheerenden Terroranschlägen mit fast 3000 Toten blieben die großen Reden aus - und auch der Wahlkampf ruhte für einen Moment. In New York wurden die Namen der Opfer verlesen. US-Präsident Barack Obama betonte: „Wir kämpfen gegen Al-Kaida, nicht gegen den Islam oder andere Religionen.“

Vor elf Jahren hatten Terroristen vier Flugzeuge entführt. Zwei davon lenkten sie in die beiden Türme des New Yorker World Trade Centers. Als die gewaltigen Hochhäuser in sich zusammenstürzten, starben mehr als 2500 Menschen. Unter den Toten waren viele Helfer, einige Feuerwachen wurden komplett ausgelöscht. Ein drittes Flugzeug stürzte ins Pentagon in Washington, ein viertes wurde von den Passagieren über Pennsylvania zum Absturz gebracht. Die 19 Täter waren Islamisten, vornehmlich aus Saudi-Arabien.

„Dieser Tag bietet uns die Möglichkeit, sich an etwas zu erinnern: Es gibt Menschen, die unsere Freiheit hassen“, sagte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Es ist die Freiheit, die die Menschen in Deutschland genauso lieben wie die Menschen hier in Amerika.“ Aber sie hätten versagt: „Diese Leute wollten uns das wegnehmen. Aber sie haben es nicht geschafft.“ Bloomberg dankte auch den Deutschen: „Eines der Ergebnisse dieses Tages war die unbeschreibliche Solidarität aus der ganzen Welt. Gerade auch aus Deutschland haben wir unendlich viel Unterstützung erfahren, wofür die New Yorker noch heute dankbar sind.“

US-Präsident Obama, der am Jahrestag das Pentagon besuchte, gab sich zuversichtlich: „Die Führung von Al-Kaida ist vernichtet. Osama bin Laden wird uns nie wieder bedrohen“, sagte er mit Blick auf den im vergangenen Jahr von US-Soldaten in Pakistan getöteten Terrorchef. „Das Vermächtnis der Anschläge ist eine sicherere Welt.“

Eine Mutter mit  einem Bild von ihrem getöteten Sohn. dpa

Eine Mutter mit einem Bild von ihrem getöteten Sohn.

In New York wurden wie in den vergangenen Jahren die Namen der Opfer verlesen - bei der großen Zahl der Toten eine stundenlange Zeremonie. Unterbrochen wurde sie nur für sechs Schweigeminuten: Jeweils eine zu den Zeiten, als die beiden Flugzeuge die Türme trafen, als die Türme einstürzten und als die anderen beiden Flugzeuge abstürzten. Am Ground Zero, wo die beiden Türme des World Trade Centers standen, trauerten mehrere hundert Angehörige. Auch Bürgermeister Bloomberg und sein Vorgänger Rudolph Giuliani, damals im Amt und oberster Krisenkoordinator, waren dabei. Alle trugen weiße Schleifen als Zeichen der Trauer, aber auch des Optimismus. Auch an der Börse gab es eine Schweigeminute.

Unterdessen gibt es einen Streit um die Finanzierung des Museums am Ground Zero. Die einst auf 700 Millionen Dollar (550 Millionen Euro) veranschlagten Kosten drohen laut „New York Times“ auf eine oder gar 1,3 Milliarden Dollar zu klettern. Die Stadt New York und die Bundesstaaten New York und New Jersey hätten zwar eine Einigung erzielt, Skeptiker zweifeln aber, dass der Kompromiss tragfähig ist.

Der 11. September und die Folgen

Der Tag der die Welt veränderte

Am 11. September 2001 griffen 19 islamistische Terroristen wichtige Symbole amerikanischer Macht an und töteten rund 3000 Menschen. Die Bilder der einstürzenden Türme des World Trade Centers gingen um die Welt und lösten Entsetzen aus.

Der Fall des World Trade Centers

Am Morgen des 11. September 2001 kaperten die Terroristen vier zivile US-Boeings mit insgesamt 265 Menschen an Bord. Ein Flugzeug raste in den Nordturm des World Trade Centers in New York und setzte ihn in Brand, kurze Zeit später krachte die zweite Maschine in den Südturm.

Angriff auf das Pentagon

Das dritte Flugzeug zerschellte 34 Minuten später im Westteil des Pentagon in Washington. Offenbar nach einem Kampf im Cockpit stürzte kurz darauf bei Pittsburgh (Pennsylvania) die vierte Maschine auf freiem Feld ab.

Tausende Unschuldige ließen ihr Leben

Unter dem eingestürzten World Trade Center wurden mehr als 2750 Unschuldige begraben. Auch die zehn Entführer starben. In Washington gab es rund 190 Tote, darunter fünf Entführer. In Pennsylvania starben alle 44 Flugzeuginsassen, darunter die vier Entführer.

Der Krieg gegen den Terror

Die Vereinigten Staaten reagierten auf den Terror mit einem Militärschlag gegen Afghanistan, wo sie den mutmaßlichen Drahtzieher, Osama bin Laden, vermuteten. Mit Unterstützung Großbritanniens stürzten sie Ende 2001 das Taliban-Regime.

Internationaler Einsatz am Hindukusch

Danach beschloss der UN-Sicherheitsrat eine internationale Schutztruppe für Afghanistan. Seitdem sind zehntausende Soldaten aus mehr als 40 Ländern am Hindukusch.

Flugreisende berichteten unterdessen, dass der Betrieb an den New Yorker Flughäfen auch am Jahrestag der Anschläge wie üblich lief. Allerdings scheint das Datum noch immer die Reiselust zu dämpfen: Flüge am 11. September sind erheblich billiger als an anderen Tagen.

Von

dpa

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