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31.10.2012

01:25 Uhr

New York nach dem Sturm

„Morgen wieder im Geschäft“

Nachdem Wirbelsturm „Sandy“ die Stadt New York heimgesucht hat, beginnt das Aufräumen und die Rückkehr zur Normalität – wo es möglich ist. Das heißt am Mittwoch auch Halloween feiern und von Haus zu Haus gehen.

Das südliche Manhattan. Der Strom wurde vorsorglich abgeschaltet. Reuters

Das südliche Manhattan. Der Strom wurde vorsorglich abgeschaltet.

New YorkZwei Tage nach dem verheerenden Wirbelsturm „Sandy“ soll das Leben am Mittwoch in New York wieder halbwegs normal verlaufen. „New York ist morgen wieder im Geschäft“, sagte Bürgermeister Michael Bloomberg am Dienstagabend im Rathaus in Manhattan. Allerdings schränkte er ein: „Das gilt zumindest da, wo Strom ist.“ Etwa 750 000 Menschen waren zu der Zeit noch von der Elektrizität abgeschnitten. In den 76 Notunterkünften der Stadt würden noch 6400 Menschen ausharren. „Wir tun alles, um Ihr Los zu erleichtern.“

Die Börse solle nach zwei unplanmäßigen Ruhetagen aber am Mittwoch wieder öffnen. Die Schulen würden aber auch am Mittwoch geschlossen bleiben, betroffen sind mehr als eine Million Kinder. Auch die Vereinten Nationen hatten ihren dritten unplanmäßigen Ruhetag, zudem viele Behörden. Am Sonntag ist auch der Termin für den riesigen New-York-Marathon. Er soll planmäßig stattfinden.

Genau 24 Stunden nach dem Wüten des Wirbelsturms „Sandy“ in New York sollten am Dienstagabend (Ortszeit) wieder die ersten Busse fahren. „Auf ein paar Linien werden einige Busse verkehren, und morgen wollen wir wieder planmäßig fahren, allerdings wie an einem Samstag“, sagte Bürgermeister Bloomberg.

Das Fahren mit den Bussen werde anfangs kostenlos sein. „Wir wollen den Verkehr damit erst einmal wieder in Gang bringen“, sagte der Bürgermeister. „Aber demnächst müssen wir dann wieder Fahrscheine verlangen - sorry, aber so bezahlen die Verkehrsbetriebe ihre Rechnungen.“ Der Bürgermeister forderte die New Yorker zudem auf, sich in den nächsten Tagen Taxis zu teilen.

Bloomberg sagte, dass aus den Hunderten Parks New Yorks mehr als 7000 angebrochene Äste und andere Gefahrenquellen gemeldet worden seien. „Was immer Sie tun: Halten Sie sich von den Parks fern!“ Grundsätzlich spreche nichts dagegen, dass die New Yorker am Mittwoch das traditionelle Halloweenfest feierten und die Kinder von Haus zu Haus gehen, um Süßigkeiten zu erbetteln. „Die meisten Straßen sind sicher. Aber seien Sie vorsichtig! Die Eltern sollten bei jedem Weg kritisch entscheiden, ob er geeignet ist.Allerdings ist die berühmte New Yorker Halloween-Parade zum ersten Mal in ihrer fast 40-jährigen Geschichte abgesagt worden. Die Entscheidung sei gemeinsam mit dem Bürgermeister und der Polizei getroffen worden, schrieben die Veranstalter am Dienstag auf ihrer Website. Das größte Halloween-Fest der Stadt hätte am Mittwochabend im Viertel Greenwich Village im Südwesten Manhattans stattfinden sollen. Große Teile im südlichen Manhattan sind aber noch ohne Strom. In den vergangenen Jahren waren bis zu 40 000 Menschen zur der Veranstaltung gekommen.

Auch Heidi Klums (39) jährliche Halloween-Party fällt Monstersturm „Sandy“ zum Opfer. Das deutsche Supermodel sagte am Dienstag ihr für Mittwoch in New York geplantes Kostümfest ab. „Aus ersichtlichen Gründen“ könnte die Feier nicht stattfinden, teilte Klum dem Promi-Portal „ETonline.com“ mit. Sie bat ihre prominenten Gäste um Verständnis. Sie wolle die Party aber bald nachholen.

Anders am Broadway. The show must go on: nachdem Wirbelsturm "Sandy" weiter gezogen ist, sollen die meisten Stücke am berühmten New Yorker Broadway schon am Mittwoch wieder zur Aufführung kommen. Einige der beliebtesten Shows, darunter "Jersey Boys" und "The Book of Mormon", würden in Matinees oder abends gespielt werden, teilte der Verband der Broadway-Theater am Dienstag mit. Die Theater hatten am Sonntag angesichts des herannahenden Wirbelsturms geschlossen.

Nachdem das Schlimmste vorbei war, warb die Chefin der Broadway League, Charlotte St. Martin, für einen Theaterbesuch. "Das ist eine tolle Zeit, um sich eine Show anzuschauen", erklärte sie. Durch "Sandy" kamen in den USA und Kanada bislang mindestens 43 Menschen ums Leben, allein in New York City waren es 18.

Hilfe für den Wiederaufbau bekommen mehrere Bundesstaaten vom Bund: Das US-Verkehrsministerium gibt New York zehn Millionen Dollar (7,7 Millionen Euro) Soforthilfe für Reparaturen an Straßen, Brücken und U-Bahn-Tunneln, die durch den Sturm „Sandy“ beschädigt worden sind. Weitere drei Millionen Dollar erhält der Staat Rhode Island, wie es in einer Mittelung des Ministeriums am Dienstagabend (Ortszeit) weiter hieß. Demnach bekommen beide Staaten voll die von ihnen angeforderten Sofortmittel - und mehr Gelder, auch für andere betroffene Staaten, würden folgen. Präsident Barack Obama hatte zuvor alle zuständigen Behörden aufgerufen, rasch und unbürokratisch zu helfen.

Von

dpa

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