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30.03.2011

17:44 Uhr

New York

Twitter verbannt zwitschernde Kobra

Eine aus dem Zoo ausgebüchste Kobra hält derzeit New York in Atem. Ihre Flucht kommentierte ein Unbekannter aus der Ich-Perspektive auf Twitter - und wurde trotz 85.000 Fans vom Kurznachrichtendienst ausgeschlossen.

Bei Twitter nicht erwünscht: Bronxzoocobra. Quelle: dpa

Bei Twitter nicht erwünscht: Bronxzoocobra.

New York/DüsseldorfEine aus dem Bronx-Zoo entflohene Kobra beschäftigt derzeit die New Yorker. Das sind allerdings nicht nur die Mitarbeiter des Zoos, die weiter nach dem Tier suchen, sondern auch zahlreiche Twitter-Nutzer. Immer mehr Fans folgten dem Twitter-Account „BronxZooCobra“. Unter diesem Namen berichtete ein anonymer Nutzer augenzwinkernd über die Flucht der Kobra. Am Dienstagabend hatte er schon über 85.000 Follower - und damit mehr als der Bronx-Zoo selbst, der nur rund 6.000 kommt.

Mittlerweile hat der Kurznachrichtendienst den Account allerdings gesperrt. Eine offizielle Begründung lieferte Twitter selbst nicht, allerdings ist anzunehmen, dass die „Tweets“ gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen haben – das Konto war keiner realen Person zuzuordnen.

Die Empörung der Twitter-Nutzer breitete sich schnell aus. Die Nachricht „In was für einem Land leben wir eigentlich, wenn Twitter @bronxzoocobra sperrt?“, gefolgt von Hammer und Sichel, entwickelt sich zum Dauerbrenner. „Es wird nun viel schwieriger, die Kobra zu fangen“, heißt es an anderer Stelle spöttisch, „bislang wusste man zumindest, dass sie an einem Computer saß, wenn sie twitterte.“ Am Mittwoch war die Kobra plötzlich wieder zurück, diesmal als Bronx_ZooCobra. „Block me, Twitter? I'll ssssssshow you - I've molted!“ wurde dort verkündet, übersetzt etwa: „Mich aussperren, Twitter! Dir zeig ich's - ich habe mich gehäutet!“ Unter dem lautmalerischen Pseudonym Sssssteve Sssssmith geht das Gezwitscher nun weiter.

Und das ist durchaus amüsant: „Ich bin oben auf dem Empire State Building!“ postet BronxZooCobra. „Alle Menschen da unten sehen aus wie kleine Mäuse. Leckere kleine Mäuse.“ Ein anderer Eintrag der Twitter-Kobra nimmt die Angst der New Yorker vor dem Ausreißer auf die Schippe: „Es wird ganz schön kalt draußen. Ich denke, es ist wohl an der Zeit sich zu verkriechen. Schau mal, da ist ein Zimmerfenster, das jemand einen Spalt offen gelassen hat. Perfekt!“

Mitarbeiter des Reptilienhauses des Bronx-Zoos suchten bislang vergebens nach der ausgebüxte Kobra. Nach Angaben des Zoos wird vermutet, dass die Schlange irgendwo im Reptilienhaus versteckt. Die Schlange aufzufinden, wird aber nicht ganz einfach sein. „Die Schwierigkeit ist, dass sich die einen halben Meter lange, bleistiftdünne und weniger als ein Kilo schwere Schlange ein gutes Versteck im Reptilienhaus gesucht hat“, sagte ein Zoosprecher.

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