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27.08.2011

19:12 Uhr

New Yorker und Irene

"Rock me like a Hurricane!"

VonRolf Benders

New York reagiert mit Panik und Gelassenheit auf „Irene“. Die Stimmung schwankt zwischen panischen Hamsterkäufen und geschickt-ironischer Kommerzialisierung der möglichen Katastrophe.

"Schaufensterkunst" in New York. HB-Online

"Schaufensterkunst" in New York.

New YorkKunst, Kommerz und Katastrophen gehen in New York gerne Hand in Hand. „Das wird ein historisches Ereignis und deshalb thematisiere ich es in meiner Kunst“, sagt Matthew Keller, Theaterkulissenbauer und im Nebenberuf Schaufensterdekorateur. „Meet Irene“ und „Rock me like a Hurricane“ hat er am Samstagmittag (Ortszeit) in großen weißen Lettern auf den Fenstern der Modeboutique „Odd Twins“ im New Yorker Stadtteil Brooklyn gemalt.

„Irene“ ist in diesem Fall der die neueste Schaufensterpuppe des Ladens, der sich auf angesagte Klamotten der 80er Jahre spezialisiert hat. „Sie steht an einem Platz in Fenster, wo es sowieso immer reinregnet, da fanden wir den Namen ganz passend. Und die Leute lieben es, so viele neue Kunden wir heute hatten wir schon lange nicht mehr“, fügte er hinzu.

Auch Restaurants in New York versuchen das Beste aus der Lage zu machen. Die Eckkneipe „Blueprint“ etwa wirbt für ihren Samstagsbrunch mit dem kostenlosen Drink „Hurricane“. „Weißer Rum, brauner Rum, Zucker und Saft der Passionsfrucht. Das hebt die Stimmung“, sagt Besitzerin Virginia Christiansen. In dem sonst regelmäßig überfüllten, erst vor drei Wochen eröffneten Lokal ist am Mittag trotz des alkoholreichen Besuchanreizes nur die Hälfte der Plätze besetzt. „Wir bleiben trotzdem so lange auf wie es geht. Aber spätestens aber wenn die Fenster eingedrückt werden, hört der Spaß auf“, meint Christiansen. "Schließlich müssen wir auch an die Sicherheit der Gäste und der Mitarbeiter denken."

Haltbares Tütenbrot ist begehrt. HB-Online

Haltbares Tütenbrot ist begehrt.

Leer sind auch die Regale in den Supermärkten. Wasser, haltbares Brot und Batterien sind seit Freitagabend ausverkauft. „Es ist wie verrückt. Als hätten die Leute nicht seit Tagen gewusst, dass Irene kommt“, sagt der leitende Angestellte, der wegen der Pressepolitik der Lebensmittelkette seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will.
Die Kunden sind offensichtlich verunsichert: „Ich stehe hier vor den Konserven und weiß nicht, was ich kaufen soll“, sagt Colleen Adams. „Sonst lebe ich eben voll organic (zu deutsch: bio), aber jetzt muss es wohl sein. Vielleicht sind wir über Tage ohne Strom“, fügt sie hinzu und entscheidet sich für eine Dose Mini-Ravioli.

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