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03.05.2012

14:36 Uhr

Nordrhein-Westfalen

Innenminister verbietet Hells Angels in Köln

NRW-Innenminister Ralf Jäger hat die Hells Angels in Köln verboten. Die Rockergruppe soll andere Mitbürger bedroht, erpresst und verprügelt haben. Die Polizeigewerkschaft begrüßte das Verbot.

Ein Polizist vor dem Clubhaus der Hells Angels in Köln. Die Rockerbande wurde vom nordrhein-westfälischen Innenministerium verboten. dapd

Ein Polizist vor dem Clubhaus der Hells Angels in Köln. Die Rockerbande wurde vom nordrhein-westfälischen Innenministerium verboten.

KölnDer nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat erneut zwei Rockerclubs verboten. Dieses Mal ist er gegen die Hells Angels in Köln vorgegangen. Mehr als 800 Polizisten, darunter nahezu sämtliche NRW-Spezialeinheiten, waren dabei im Einsatz. Bei den massiven Kontrollen im Rockermilieu seien in den vergangenen Monaten genügend Beweise entdeckt worden, die ein Vereinsverbot rechtfertigten, sagte Jäger am Donnerstag in Düsseldorf. In der vergangenen Woche hatte Jäger einen Club der rivalisierenden Rockerbande Bandidos in Aachen verboten.

Der Club „Hells Angels MC Cologne“ und der Unterstützerclub „Red Devils MC Cologne“ seien verboten und aufgelöst worden. „Sie setzen in Köln ihre Gebiets- und Machtansprüche brutal mit Bedrohung, Erpressung und Gewalt gegen andere durch. Das dulden wir nicht“, sagte Jäger. Am Donnerstagmorgen durchsuchten Polizisten die Clubhäuser auf dem Vereinsgelände in Frechen bei Köln und 32 Wohnungen der Rocker in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Wegen der Gefährlichkeit der Rocker seien deren Wohnungen ausschließlich von Spezialkräften der Polizei durchsucht worden. In Rheinland-Pfalz hatte ein Hells-Angels-Rocker vor zwei Jahren einen Polizisten durch die geschlossene Haustür erschossen. Der Bundesgerichtshof wertete das als Notwehr, weil der Mann an einen Überfall einer gegnerische Gruppe glaubte.

Festnahmen habe es am Donnerstag nicht gegeben, diese seien aber auch nicht beabsichtigt gewesen, sagte Jäger. Die Rocker hätten auch keinen Widerstand geleistet. Die Polizei stellte 4000 Euro Bargeld, einen scharfen Revolver, eine scharfe Pistole, Munition, ein Vorderlader-Gewehr, fünf Luftdruckgewehre, sieben Gasrevolver, drei Samuraischwerter, vier Macheten, zehn Einhandmesser, ein Tomahawk, zwei Morgensterne, 20 Schlagstöcke, zwei Teleskopschlagstöcke, sechs Baseballschläger, Pfefferspray, 26 Kutten (Vereins-Jacken) und 28 Ampullen mit Testosteron sicher.

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