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15.08.2011

16:15 Uhr

Nordsee

Shell schweigt sich zum Ölteppich aus

Ein über 30 Kilometer langer Ölteppich treibt nach einem Bohrinselunfall auf der Nordsee vor Schottland. Die britische Regierung zeigt sich besorgter als die Betreiberfirma Shell. Die kommentiert nur das Offensichtliche.

Die Shell-Bohrplattform, aus der das Öl ausgetreten ist. Quelle: dpa

Die Shell-Bohrplattform, aus der das Öl ausgetreten ist.

LondonAus der leckgeschlagenen Ölbohrplattform vor der schottischen Küste sind nach Schätzung der britischen Regierung mehrere hundert Tonnen Öl in die Nordsee gelangt. Das Umwelt- und Energieministerium erklärte am Montag, verglichen mit der Ölpest im Golf von Mexiko vor einem Jahr sei das Leck klein, aber in Relation zum „Festlandssockel Großbritanniens ist die Verschmutzung erheblich“.

Auf dem Wasser treibe eine 31 Kilometer lange Ölschicht mit einer maximalen Breite von 4,3 Kilometern, teilte Shell am Sonntag mit. „Wir gehen davon aus, dass das Öl auf natürliche Weise durch die Wellenaktivitäten aufgelöst wird und keinen Strand erreichen wird“, erklärte der größte Ölkonzerns Europas am Sonntag. Am Montag hieß es bei Shell, darüber hinaus gehende Informationen gebe es zunächst nicht.

Auch zum Volumen des insgesamt ausgeströmten Öls machte Shell bislang keine Angaben. Das am Mittwoch an der Plattform Gannet Alpha 180 Kilometer östlich von Aberdeen entdeckte Leck sei aber relativ unbedeutend. Es sei inzwischen „unter Kontrolle“. Unabhängige Informationen zu dem Ausmaß des Vorfalls lagen zunächst nicht vor. Öl im Wasser ist auch dann eine Gefahr für viele Meerestiere und Vögel, wenn es nicht an Land gespült wird.

Nach Shell-Angaben wurde ein ferngesteuerter Unterwasser-Roboter eingesetzt, um das Problem zu erkunden. Auch stehe ein Boot mit Chemikalien zum Binden von Öl bereit. Zudem beobachte man die Situation von einem Flugzeug aus. Das Gannet-Ölfeld wurde zu Beginn der 1970er Jahre entdeckt und später erschlossen. Das Wasser ist an dieser Stelle etwa 100 Meter tief, heißt es auf der Homepage des Konzerns.

Das britische Energie- und Klima-Ministerium teilte mit, der Vorfall werde untersucht. Man habe von Shell Information bekommen, die Menge an Öl, die freigesetzt werden könnte, sei begrenzt, sagte ein Sprecher. Im Gannet-Ölfeld wurden einem Bericht des Senders BBC zufolge täglich 13.500 Barrel Öl produziert - ein Barrel sind 159 Liter. Es werde zwar von Shell betrieben, doch auch der Konzern Esso, der zum US-Riesen Exxon gehört, habe Anteile daran.

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