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02.01.2015

22:09 Uhr

„Norman Atlantic“

Eine Deutsche bei Fährunglück gestorben

Das Wrack der „Norman Atlantic“ ist ein erstes Mal von Ermittlern und Experten begutachtet worden. Dabei wurde auch die Blackbox der verunglückten Adriafähre geborgen. Unter den Opfern war auch eine Deutsche.

Die „Norman Atlantic“ wurde erstmals von Ermittlern untersucht. dpa

Die „Norman Atlantic“ wurde erstmals von Ermittlern untersucht.

BrindisiBei dem schweren Fährunglück in der Adria vor fünf Tagen ist auch eine Deutsche ums Leben gekommen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass eine deutsche Staatsangehörige unter den Opfern sei. Das Wrack der verunglückten „Norman Atlantic“ erreichte am Freitag den Hafen der süditalienischen Stadt Brindisi, wo erstmals von Ermittlern und Experten begutachtet wurde. Dabei wurde auch die Blackbox des Schiffes geborgen, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Teile des Schiffes stünden jedoch immer noch in Flammen, teilte die Ermittler am Freitag im italienischen Brindisi mit. Die Suche nach möglichen weiteren Opfern werde deshalb bis Samstag unterbrochen. Die geborgenen Datenaufzeichnungen könnten immerhin Aufschluss über die Unglücksursache geben. Griechenland und Italien befürchten, dass mehr als die bislang bekannten elf Menschen getötet wurden.

Insgesamt sind bei dem Brand auf der mit rund 500 Menschen besetzten Fähre am vergangenen Sonntag 13 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch zwei Einsatzkräfte. Ob es sich bei der Deutschen um eines der bislang geborgenen Opfer handelt, war zunächst nicht klar. Auch über die Herkunft der Frau wurde nichts bekannt. Insgesamt 17 Deutsche konnten nach Angaben des Auswärtigen Amts gerettet werden.

Staatsanwalt Giuseppe Volpi betonte, die Zahl der Vermissten nach dem Feuer auf der Fähre liege bei 10 bis 15 Menschen. „Die offiziellen Zahlen kennen wir, wenn Griechenland sich entscheidet, uns eine zuverlässige Passagierliste zu geben“, sagte er laut Ansa. „Die optimistischste Voraussage sind zehn Vermisste.“

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An Bord des verunglückten Schiffs waren blinde Passagiere. Die Passagierlisten stimmten nicht mit den tatsächlichen Fahrgästen überein. Deshalb ist unklar, wie viele Menschen noch vermisst werden.

Staatsanwalt Ettore Cardinali, der auch an der ersten Begutachtung des Schiffs teilnahm, erklärte, es sei durchaus möglich, dass im Inneren des Schiffs weitere Leichen gefunden würden. „Momentan ist es aus Sicherheitsgründen nicht möglich, ins Innere der „Norman Atlantic“ vorzudringen um zu überprüfen, ob dort weitere Leichen sind, was nicht ausgeschlossen werden kann.“ Laut Ansa ist die Identität von acht Opfern geklärt, fünf weitere sollen am Montag obduziert werden.

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