Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.08.2012

03:53 Uhr

Notstand ausgerufen

Sturm „Isaac“ bläst sich vor den USA zum Hurrikan auf

Genau sieben Jahre nach dem verheerenden Hurrikan „Katrina“ bangen die Menschen an der US-Golfküste erneut vor einem aufziehenden Sturm. Für Louisiana hat Präsident Obama den Notstand ausgerufen.

Ein Hinweisschild warnt in Metairie, Louisiana vor dem Sturm. Reuters

Ein Hinweisschild warnt in Metairie, Louisiana vor dem Sturm.

Miami/New Orleans/WashingtonTropensturm „Isaac“ gewinnt auf seinem Weg in Richtung US-Südküste an Stärke. Meteorologen erwarten, dass er noch in der Nacht oder am frühen Dienstag (Ortszeit) zu einem Hurrikan der Kategorie 1 wird. Der Sturm nimmt weiter Kurs auf Louisiana mit seiner Metropole New Orleans. Dort könnte er am Dienstagabend oder Mittwochmorgen eintreffen - dann möglicherweise als Hurrikan der Kategorie 2 mit Windgeschwindigkeiten von 160 Kilometern pro Stunde. Bisher hatte es geheißen, "Isaac" werde über dem warmen Meer lediglich die erste von fünf möglichen Stufen auf der Saffir-Simpson-Skala erklimmen.

Angst vor Isaac

Video: Angst vor Isaac

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

"Isaac" war am Wochenende über Haiti und die Dominikanische Republik hinweg gefegt. Dabei kamen laut jüngsten Angaben 24 Menschen ums Leben. Nachdem der Wirbelsturm am Sonntag über die Südspitze Floridas in den Golf von Mexiko gezogen war, konnte der weitere Kurs zunächst nicht genau vorausgesagt werden. Das Nationale Hurrikanzentrum in Miami gab deshalb eine Warnung für weite Teile der nördlichen Golfküste heraus.

Fast auf den Tag genau sieben Jahre nach dem Hurrikan "Katrina" dürfte "Isaac" am Dienstag in Louisiana auf Land treffen. Dort war besonders die Stadt New Orleans am 29. August 2005 von "Katrina" getroffen worden. Mehr als 1800 Menschen kamen damals durch die Fluten ums Leben, zehntausende Häuser wurden zerstört.

Obwohl „Katrina“ bei ihrem Aufprall am 29. August 2005 deutlich stärker war, als es „Isaac“ sein dürfte, liefen die Vorbereitungen auf den Sturm auch in der Nacht auf Hochtouren. In Louisiana und Mississippi, das wie auch Alabama im Visier des Sturms liegt, wurden niedrig gelegene Küstenstriche evakuiert. Die meisten Flughäfen in den bedrohten Gebieten schlossen, Einwohner deckten sich mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Versorgungsgütern ein. So war nach Medienberichten auch in New Orleans das Benzin an vielen Tankstellen ausverkauft.

Der Bürgermeister von New Orleans, Mitch Landrieu, zeigte sich auf einer Pressekonferenz überzeugt davon, dass die Stadt gut gewappnet sei. Nach „Katrina“ war das Deich- und Pumpsystem der Jazzmetropole massiv modernisiert und ausgebaut worden. So wurden für das Stadtgebiet selbst am Montag auch keine Zwangsevakuierungen angeordnet, sondern lediglich für flache Küstenstriche außerhalb des Deichsystems.

Dennoch warnten Landrieu, die Gouverneure der bedrohten Bundesstaaten und FEMA-Chef Craig Fugate eindringlich davor, dass es fatal sein könne, „Isaac“ zu unterschätzen. Menschen in unmittelbar bedrohten Regionen sollten sich unverzüglich in Sicherheit bringen.

So galten insbesondere in östlichen Küstenregionen Flutwellen von über drei Metern und massive Überschwemmungen als möglich. Befürchtet wurden außerdem weit verbreitete Stromausfälle durch heftigen Wind und sintflutartigen Regen - Wetterbedingungen, die nach Experteneinschätzungen lange andauern könnten, weil sich „Isaac“ relativ langsam bewege und zudem einen großen Umfang habe.

Angesichts des heranziehenden Sturms "Isaac" hat US-Präsident Barack Obama den Notstand für den Bundesstaat Louisiana ausgerufen. Damit werde die Bereitstellung von Bundesmitteln möglich, um den örtlichen Behörden zur Hilfe zu kommen, erklärte Obamas Büro am Montag in Washington. Der Präsident habe zuvor mit dem Chef der US-Katastrophenschutzbehörde FEMA, Craig Fugate, sowie mit den Gouverneuren der Staaten am Golf von Mexiko über die Lage beraten.

Louisiana, aber auch Mississippi, Alabama und Florida haben bereits den Notstand ausgerufen. Damit werden Gelder und Mittel zum Schutz vor dem Sturm bereitgestellt. In Florida verzögerte "Isaac" den Beginn des Parteitags der US-Republikaner zur Kür ihres Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney.

Tropensturm „Isaac“: Republikaner verschieben Parteitag auf Dienstag

Tropensturm „Isaac“

Republikaner verschieben Parteitag auf Dienstag

Der Parteitag der US-Republikaner ist in Florida eröffnet und sofort vertagt worden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×