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30.05.2011

16:12 Uhr

Nun 13 Opfer

Erste EHEC-Todesfälle in NRW und Mecklenburg-Vorpommern

Die Darmseuche EHEC hat nun auch außerhalb Norddeutschlands ein erstes Opfer gefordert. Zugleich deutet sich in Hamburg bei der Anzahl der Erkrankten erstmals seit Tagen eine leichte Entspannung an. Trotzdem warnen Experten weiter vor dem Verzehr von rohem Gemüse.

Aus Gurkenscheiben gelegt ist der Schriftzug EHEC zu lesen. Quelle: dpa

Aus Gurkenscheiben gelegt ist der Schriftzug EHEC zu lesen.

Rostock/Paderborn/Hamburg/HannoverDie Zahl der Todesfälle durch das Darmbakterium EHEC hat sich auf bundesweit 13 erhöht. In Nordrhein-Westfalen starben eine 91 Jahre und eine 40 bis 50 Jahre alte Frau, in Mecklenburg-Vorpommern eine 87-jährige. Am Nachmittag sollte im Robert-Koch-Institut ein Spitzentreffen zu dem Thema stattfinden.

Beim Verlauf der EHEC-Erkrankungswelle deutet sich zumindest in Hamburg eine leichte Entspannung an. Die Zahl der Patienten, die wegen des Hämolytisch-Urämischen Syndroms (HUS) behandelt werden müssten, sei stabil, sagte der Vorstandschef des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), Jörg F. Debatin, am Montag. Erfreulich sei zudem, dass die Zahl der Neu-Infektionen zurückgehe.

Bei der Behandlung von Patienten, die sich mit dem aggressiven Darmbakterium infiziert haben, gibt es erste Erfolge mit einem Antikörper. Das neuartige Medikament Eculizumab werde nur bei Patienten mit schwerem EHEC-Verlauf eingesetzt, erläuterte Prof. Hermann Haller, Direktor der MHH-Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen, am Montag in Hannover. Es sei bereits ein Erfolg der am vergangenen Mittwoch begonnenen Therapie sichtbar. „Es nützt etwas, allerdings ist es kein Wundermittel“, betonte der Arzt. An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) steigt die Zahl der behandelten EHEC-Patienten. Aktuell versorgt die Klinik 47 EHEC-Patienten, darunter neun Kinder. Derzeit befinde sich aber keiner davon in Lebensgefahr.

Die Herkunft des Erregers ist unterdessen weiter unklar. Es sei noch nicht gesichert, dass der Erreger aus Spanien stamme, sagte der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Andreas Hensel. „Wir haben zwar jetzt auf Gurken die sogenannten EHEC-Erreger gefunden, das heißt aber nicht, dass die jetzt ursächlich für diesen gesamten Ausbruch verantwortlich sind“, sagte er. Das Robert-Koch-Institut (RKI) riet erneut, vor allem in Norddeutschland keine rohen Gurken, Tomaten und Salate zu essen. Die Klagen von Bauern über Umsatzeinbrüche könne er verstehen, sagte RKI-Präsident Reinhard Burger. Die Gesundheit der Menschen habe aber klar Priorität.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) und Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) informieren sich am Nachmittag gemeinsam mit Vertretern der Länder über den Stand der wissenschaftlichen Untersuchungen zu den jüngsten EHEC-Fällen. Bei dem Gespräch werden die Präsidenten des Robert-Koch-Instituts, des Bundesinstituts für Risikobewertung wie auch des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zur aktuellen Lage berichten. Eingeladen sind auch die Vorsitzenden der Gesundheits-, Verbraucher- sowie der Agrarministerkonferenz der Länder und die Hamburger Gesundheitssenatorin.

„Es geht hier um Menschenleben“, sagte Aigner vor dem Treffen im Robert Koch-Institut (RKI) am Montag in Berlin. „Verbraucherschutz hat hier die oberste Priorität.“ Nun gehe es darum, weitere Schritte zu beraten. Gesundheitsminister Bahr sagte, es sei gut, dass alle an einem Strang zögen, um dem Problem Herr zu werden.

Kommentare (5)

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aruba

30.05.2011, 14:16 Uhr

Guten Tag,.... Ich habe in den Tropen alle moeglichen Sauereien erwischt, jedoch die Panikmache die jetzt zugange ist erinnert mich an die Vogelgrippe. (Alle moeglichen " Experten " erklaeren wir sollen uns von Alete Chappi und Kittekatt ernaehren. Um krank zu werden und daran zu verecken genuegt ein exotischer Urlaub. Komisch aber es gibt noch keine " Urlaubskrankheiten Experten ". Also Leute fresst keine Kuhfladen und wascht euch die Klauen ehe Ihr euch vollstopft. Besten Dank

dopplereffekt

30.05.2011, 14:59 Uhr

EHEC 11 : Fukushima 0

Wenn das Volk in Angst lebt, lässt es sich halt viel leichter regieren.

Mich wundert es allerdings, dass in diesem Zusammenhang noch nie das Wort "Bioterrorismus" zu hören war...

frohes Weiterfürchten

Account gelöscht!

30.05.2011, 16:33 Uhr

Neuer Nickname? Gleiches Gedöns?

Wenn sie schon den EHEC-Virus mit einem AKW vergleichen
dann richtig:

Ein Professor für Mikrobiologie aus FFM hat im TV neulich darauf aufmerksam gemacht, das dies die schlimmtse Form der EHEC-Erkrankung seit Bestehen der BRD sei. Mit anderen Worten: Das Risiko, an diesem schon lange existierendes Virus hier in DE tödlich zu erkranken ist von einigen Tage erstmals real geworden.

So und jetzt übetragen sie diesen Tatbestand mal auf ein AKW in DE, also die Realisierung des maximalen Risikos, also den Gau: dann dürfte ihnen klar sein, das sie mit Ihren lächerlichen 7:0, 9:0, 11:o Spielereien nicht mehr hinkommen werden und zwar auf einen Schlag.

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