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26.04.2015

20:38 Uhr

Odenwaldschule

Skandal-Internat steht vor dem Aus

Die Odenwaldschule ist finanziell angeschlagen und wird derzeit von einem Trägerverein verwaltet. Nun steht das Skandal-Internat offenbar vor dem Aus. Die Verantwortlichen wollen aber niemandem die Schuld zuweisen.

An der Odenwaldschule waren vor Jahrzehnten mindestens 132 Schüler von Lehrern sexuell missbraucht worden. Der Skandal wurde erst 2010 publik. dpa

An der Odenwaldschule waren vor Jahrzehnten mindestens 132 Schüler von Lehrern sexuell missbraucht worden. Der Skandal wurde erst 2010 publik.

HeppenheimDie nach der Aufdeckung von Missbrauchsskandalen in eine tiefe Krise gestürzte Odenwaldschule steht vor dem Aus. Der Trägerverein und die erst seit Anfang des Jahres amtierende neue Schulleitung teilten am Wochenende in Heppenheim mit, dass die Finanzierung für die nächsten Jahre nicht sichergestellt werden konnte. Die Eltern wurden demnach bereits informiert.

Die neue Führungsspitze habe feststellen müssen, „wieviel Kredit nicht nur bei Schülern, Eltern und Behörden, sondern wie viel Vertrauen – vor allem auch bei Banken und vielen Ehemaligen, die der Schule zum Teil seit Jahrzehnten verbunden waren, verspielt worden ist“, erklärten der Vorsitzende des Trägervereins, Gerhard Herbert, und Geschäftsführer Marcus Halfen-Kieper, nach einer Mitgliederversammlung des Vereins.

Die Verantwortlichen bedauerten diese Entscheidung, wandten sich aber entschieden gegen Schuldzuweisungen an andere. „Die Schule steht, wo sie nun steht, durch eigene Fehler, durch die eigenen Strukturen, durch Wegsehen und Wegducken, durch eigenes Nichthandeln“, erklärte Geschäftsführer Halfen-Kieper. „Wir können und sollten weder den Medien noch den Aufsichtsbehörden oder der Politik und schon gar nicht den Opfern sexualisierter Gewalt an der Schule die Verantwortung für die Situation zuzuschieben versuchen.“

Die Odenwaldschule steht seit Jahren in der Kritik. Im Jahr 2010 war aufgedeckt worden, dass an der als Reformschule für ihre alternativen Bildungsansätze bekannten Einrichtung jahrzehntelang Kinder massenhaft sexuell missbraucht worden waren. Die Privatschule hatte anschließend eine öffentliche Entschuldigung abgegeben und eine konsequente und lückenlose Aufarbeitung zugesagt.

Von

afp

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