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25.02.2016

13:49 Uhr

Öko-Test

Fertige Obstsalate „teilweise vergammelt“

Praktische Vitaminbomben oder eklige Keimschleudern? Das wollten Prüfer von Öko-Test genau wissen. Zwölf Obstsalate zum Mitnehmen wurden ins Labor geschickt. Das Ergebnis war ernüchternd und schlechter als erwartet.

Obst ist gesund. Doch wenn es fertig als Salat zubereitet ist, ist die Qualität nicht immer bestens. Das ergab eine Untersuchung von Öko-Test. dpa

Obst

Obst ist gesund. Doch wenn es fertig als Salat zubereitet ist, ist die Qualität nicht immer bestens. Das ergab eine Untersuchung von Öko-Test.

AugsburgViele fertig zubereitete Obstsalate zum Mitnehmen sind nach einer stichprobenartigen Untersuchung von "Öko-Test" nicht zu empfehlen. Die in Supermärkten und Bahnhöfen angebotenen Obstsalate seien "teilweise vergammelt" und dreimal so teuer wie selbst gemachter Obstsalat, berichtete die Zeitschrift "Öko-Test" am Donnerstag.

Die Fertigprodukte enthielten zudem weniger Vitamine, da diese nach dem Aufschneiden der Früchte langsam verloren gehen. Die Zeitschrift nahm zwölf Obstsalate aus Supermärkten, Kaffeehausketten und Verkaufsständen an Bahnhöfen unter die Lupe und ließ in einem Labor jeweils drei Chargen untersuchen.

Mit Ausnahme eines Produkts habe jede Marke zumindest einen Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie für Hefen und Schimmelpilze überschritten. Drei Produkte seien abgewertet worden, weil fünf oder mehr Spuren von Pestiziden gefunden worden seien.

Stiftung Warentest: Kleine Keim-Kunde

Keime

Rohes Fleisch ist nie frei von Keim. Diese Erreger fanden Prüfer.

Quelle: Stiftung Warentest, Februar 2015

Verderbniskeime

Milchsäurebakterien, Pseudomonaden und Entereobakterien sind Verderbniskeime.

Gründe

Sie führen zu einem säuerlichen Geruch in Lebensmitteln, sind aber meist beim Verzehr nicht bedenklich. Entereobakterien führen in manchen Formen allerdings zu Durchfall und Blutvergiftungen.

Salmonellen

Salmonellen sind eine besondere Form von Enterobakterien. Sie können zwei bis 48 Stunden nach dem Verzehr fiebrigen Brechdurchfall erregen. In schlimmen Fällen kann es auch zu Hirnhautentzündungen kommen.

Hygienekeime

Zu diesen Keimen gehören etwa die E.coli-Bakterien (Escherichia Coli). Diese entstehen in Därmen und können beim Schlachten bei ungenügender Hygiene auch an das Tierfleisch gelangen.

Folgen

Bestimmte Gifte in den Bakterien können beim Menschen nach dem Verzehr starke Durchfälle auslösen.

Antibiotikaresistente Keime

Zu dieser in jüngster Zeit viel zitierten Gruppe von Keimen gehören etwa die Extended Spectrum Beta-Lactamase-Keime (ESBL) und Methicillin-Resistente Staphylococcus Aureus (MRSA).

Gefährlichkeit

Sie können für den Menschen insbesondere dann gefährlich werden, wenn sie an offene Wunden und somit in den Blutkreislauf gelangen – etwa wenn man mit einer Wunde am Finger rohes Fleisch schneidet. Dann lösen sie unter Umständen Infektionen aus, die aufgrund der Antibiotikaresistenz kaum behandelbar sind.

"Öko-Test" riet Verbrauchern, beim Kauf von Obstsalaten das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht auszureizen und auf Flüssigkeit unten im Becher zu achten. Habe sich schon viel Flüssigkeit gesammelt, sei das Produkt nicht mehr ganz frisch. Werfe die Flüssigkeit Blasen, sei dies ein Zeichen für beginnenden Verderb.

In dem Test der Zeitschrift schnitten drei Obstmischungen von Real, Karstadt und Rewe mit dem Gesamturteil "sehr gut" ab, vier weitere wurden mit "gut" bewertet. Fünf Obstsalate erhielten schlechtere Noten.

Von

afp

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