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04.04.2012

16:53 Uhr

Offener Brief

Breivik bestreitet seine Unzurechnungsfähigkeit

Der Attentäter Anders Behring Breivik bestreitet in einem offenen Brief seine Unzurechnungsfähigkeit. Die zuständigen Psychiater hätten Einträge im Gutachten erfunden, um ihn als verrückt erscheinen zu lassen.

Anders Behring Breivik bestreitet die ihm attestierte Unzurechnungsfähigkeit. dpa

Anders Behring Breivik bestreitet die ihm attestierte Unzurechnungsfähigkeit.

OsloDer Norweger Anders Behring Breivik hat in einem offenen Brief ein Gutachten angegriffen, das ihn wegen des Mordes an insgesamt 77 Menschen für nicht zurechnungsfähig erklärt. „Offen gesagt, das ist das Schlimmste, das mir passieren konnte, denn es ist die ultimative Erniedrigung“, schrieb der Attentäter. Die norwegische Tageszeitung „VG“ zitierte den Brief am Mittwoch.

Der 33-Jährige hatte gestanden, am 22. Juli 2011 in Oslo und auf der Insel Utøya insgesamt 77 Menschen getötet zu haben. Im November erklärte ihn ein erstes Gutachten für geistig nicht zurechnungsfähig. Er habe in diesem Gutachten mehr als 200 Fehler gefunden, schrieb Breivik.

Die zwei Psychiater hätten Eintragungen „erfunden“, um ihn als verrückt erscheinen zu lassen, behauptete er in dem 38 Seiten langen Brief. Sie hätten nicht verstanden, dass seine Taten auch politisch motiviert sein könnten, fügte er hinzu.

Ein zweites Gutachten soll bis zum Prozessbeginn am 16. April fertig sein. Bei geistiger Unzurechnungsfähigkeit würde Breivik im Fall einer Verurteilung in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen und nicht ins Gefängnis gehen. „Einen politischen Aktivisten in eine psychiatrische Anstalt einzuweisen ist sadistischer und böser, als ihn zu töten“, schrieb Breivik. „Es ist ein Schicksal, schlimmer als der Tod.“

Von

dpa

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