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03.02.2014

08:27 Uhr

Offener Brief von Adoptivtochter

Woody Allen weist Missbrauchsvorwürfe zurück

Der Oscar-Preisträger Woody Allen bestreitet die Vorwürfe seiner Adoptivtochter Dylan Farrow. Sie schreibt in einem offenen Brief, er habe sie als Kind sexuell missbraucht. Allen will bald ausführlicher reagieren.

Für das Drehbuch zu seinem Film „Blue Jasmine“ ist Woody Allen für den Oscar 2014 nominiert. ap

Für das Drehbuch zu seinem Film „Blue Jasmine“ ist Woody Allen für den Oscar 2014 nominiert.

New YorkOscar-Preisträger Woody Allen (78) hat Vorwürfe seiner Adoptivtochter über angeblichen sexuellen Missbrauch als „unwahr und erbärmlich“ zurückgewiesen. Seine Sprecherin teilte am Sonntag mit, dass der Regisseur „sehr bald“ auf einen am Wochenende veröffentlichten Brief der 28 Jahre alten Dylan Farrow reagieren werde.

Dem US-Sender CNN zufolge wies Sprecherin Leslee Dart darauf hin, dass Allen in Zusammenhang mit der Vorwürfen in den 1990er Jahren nach einer „gründlichen Untersuchung“ nicht angeklagt worden sei.

In einem Brief, den sie dem „New York Times“-Kolumnisten Nicholas Kristof zukommen ließ, schilderte Farrow angeblichen sexuellen Missbrauch durch ihren Vater, als sie sieben Jahre alt war. „So lange ich mich erinnern kann, hat mein Vater Dinge getan, die ich nicht mochte“, führte Farrow weiter aus. Sie wolle nicht länger schweigen.

Unter anderem beschreibt die Adoptivtochter einen Vorfall, der sich in einer „dunklen“ Kammer des Elternhauses ereignet haben soll. „Er sagte mir, dass ich mich auf den Bauch legen und mit der elektrischen Eisenbahn meines Bruders spielen soll.

Dann missbrauchte er mich sexuell“, schreibt Farrow. Er habe ihr dabei zugeflüstert, das dies ihr Geheimnis sei. „So lange ich mich erinnern kann, hat mein Vater Dinge getan, die ich nicht mochte“, führt Farrow weiter in Einzelheiten aus.

Der Vorwurf ist nicht neu. Schon in den 1990er Jahren hatte die US-Schauspielerin Mia Farrow ihrem langjährigen Partner Allen vorgeworfen, er habe die gemeinsame Adoptivtochter Dylan sexuell missbraucht. Mia Farrow und Allen hatten sich 1992 nach zwölf Jahren getrennt. In einem Sorgerechtsprozess erhob die Schauspielerin den Verdacht, Allen habe das Mädchen sexuell missbraucht. Der Regisseur verlor das Sorgerecht, die Ermittlungen wurden aber eingestellt.

Allen ging damals eine Beziehung zu Farrows erwachsener Adoptivtochter Soon-Yi ein. Sie sind seit 1997 verheiratet und haben zwei Töchter. Allen ist in diesem Jahr mit dem Original-Drehbuch für seinem Film „Blue Jasmine“ für einen Oscar nominiert. Mitte Januar wurde ihm bei den Golden Globes ein Lebenswerk-Preis überreicht.

Hollywood habe die „Augen verschlossen“, hält Farrow in ihrem Brief der Filmgemeinde vor. Allen sei „davon gekommen“ und als Künstler hofiert worden. „Was, wenn es dein Kind gewesen wäre, Cate Blanchett?“, wendet sich Farrow an die australische Schauspielerin, die in Allens Film „Blue Jasmine“ die Hauptrolle spielt. Sie spricht auch andere Stars aus Allen-Filmen direkt an, unter ihnen Alec Baldwin, Emma Stone, Scarlett Johansson und Diane Keaton.

Sie selbst habe viele Jahre stark unter den Missbrauchsfolgen gelitten, schreibt Farrow. Nun wolle sie anderen Opfern Mut machen, die Wahrheit zu sagen. Er habe Allen um eine Stellungnahme gebeten, sagt der „New York Times“-Kolumnist Kristof, doch der Regisseur habe es abgelehnt, den Brief seiner Tochter zu kommentieren.

Von

dpa

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