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21.06.2011

15:20 Uhr

Online-Panne

Xing-Manager lädt Millionen zur Grillparty ein

Online ein falsches Häkchen gesetzt und schon stehen Hunderte von Fremden zur Party vor der Haustür. Dass das aber ausgerechnet einem leitenden Angestellten des Buisness-Netzwerks Xing passiert, lässt schon aufhorchen.

Startseite des Business-Netzwerks Xing. Quelle: dpa

Startseite des Business-Netzwerks Xing.

Das Problem der Facebook-Partys ist spätestens seit dem Missgeschick der 16-Jährigen Tessa bekannt, die die Einladung zu ihrer Geburtstagsparty aus Versehen an 600 Millionen Netzwerk-Mitglieder versandte. 1500 Feierwütige versammelten sich - trotz Zurückziehens der Einladung und offizieller Absage - vor ihrem Haus und verursachten ein großes Chaos inklusive teurem Polizeieinsatz.

Auch die Initiatoren eines öffentlichen Straßenfests in Wuppertal am Wochenende wollten möglichst viele Partywillige über das Online-Netzwerk mobilisieren. Allerdings mischten sich auch streitsüchtige Hooligans unter die Feiernden. Die Polizei nahm 41 Randalierer fest. Der Fall zeigt ein grundlegendes Problem: Früher wurden für Partys Flyer (Flugbätter) gedruckt und ausgelegt, heute reicht das Erstellen einer öffentlichen Veranstaltung auf in einem sozialen Netzwerk aus, um zigtausende Menschen überall in Deutschland auf eine Feier hinzuweisen. Das macht es ungebetenen Gästen leicht. Außerdem muss derjenige, der den Partytermin auf Facebook publik macht, nicht unbedingt der Veranstalter sein. Überschaubare öffentliche Veranstaltungen werden auf diese Weise schnell zu Massenevents, die leicht aus dem Ruder laufen und Krawallmacher anlocken.

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Der Aufruf zu einer Massenparty per Facebook kann für Veranstalter teuer werden. Kann kein Initiator festgestellt werden, trägt allerdings der Steuerzahler die Kosten.

Wie der Brancendienst "Meedia" und die Zeitung "Financial Times Deutschland" berichten, ist ein ähnlicher Fauxpas ausgerechnet einem leitenden Angestellten des Business-Netzwerks Xing unterlaufen. Demnach hat der Vice President Operations von Xing, Johannes Mainusch, für den 22. Juni zu einer Gartenparty mit dem knackigen Motto "Grill the beast - before sleep sausage barbecue" eingeladen. Seine Adresse ist für alle Xing-Mitglieder einsehbar.

Nun wird vermutet, selbst Mainusch habe im neuen Xing-Layout, das sehr an das von Facebook angelehnt ist, den Überblick verloren. Status-Updates erscheinen in einer großen Übersicht auf der Startseite, Nachrichten und Einladungen sind mit Symbolen sowie Zahlen gekennzeichnet und der Knopf, um private Veranstaltungen zu erstellen, sei offenbar leicht zu übersehen.

Das Missgeschick ist Wasser auf die Mühlen der Kritiker, die Erscheinungsbild von Xing als zu unübersichtlich kritisieren. Wie die Financial Times Deutschland schreibt, wollen viele ihre Moderationstätigkeit einstellen, weil sie ihnen die neuen Tools zu wirr sind, andere wollen gar den Bezahlservice kündigen.

Für die Grillparty im Garten von Johannes Mainusch kann man sich derweil nicht mehr anmelden. "Hallo zusammen, das ist mein ganz privates Grillevent und keine Xing-Veranstaltung", erklärte er den Fehler.

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