Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.07.2017

00:44 Uhr

Opioid-Überdosis

Kind stirbt mit Fentanyl im Blut

Eine Drogenepidemie in den USA nimmt immer beängstigendere Ausmaße an: Ein Zehnjähriger starb in Miami an einer Überdosis des Schmerzmittels Fentanyl. Noch ist unklar, wie es in sein Blut geraten war.

Gefährliches Schmerzmittel: Beispiel für eine Dosis Fentanyl, die zum Tod führen kann. AP

Fentanyl

Gefährliches Schmerzmittel: Beispiel für eine Dosis Fentanyl, die zum Tod führen kann.

MiamiIm US-Staat Florida ist ein Zehnjähriger an einer Überdosis des Schmerzmittels Fentanyl ums Leben gekommen. Der Junge sei im Juni nach einem Besuch in einem Schwimmbad in Miami zusammengebrochen und gestorben, teilten Behörden am Dienstag (Ortszeit) mit.

In seinem Körper sei das starke Opioid gefunden worden. Wie es dorthin kam, sei jedoch ein Rätsel, sagte die Staatsanwältin von Miami, Katherine Fernandez Rundle. Die Ermittler gingen nicht davon aus, dass das Kind zu Hause damit in Kontakt gekommen war.

Sucht-Statistik: Zahl der Drogentoten in Deutschland steigt weiter

Sucht-Statistik

Zahl der Drogentoten in Deutschland steigt weiter

Es ist eine erschreckende Statistik: Immer mehr Menschen in Deutschland sterben, weil sie illegale Drogen nehmen. Der BKA-Chef warnt: Der Verkauf von Heroin, Kokain und Co. findet nicht mehr nur auf der Straße statt.

Fentanyl ist ein synthetisches Opioid, das als starkes Schmerzmittel eingesetzt wird. In den USA ist in den letzten Jahren der Missbrauch solcher Mittel sprunghaft angestiegen und hat zu einer Epidemie mit zahlreichen Drogentoten geführt.

Toxikologen zufolge kann Fentanyl gespritzt und inhaliert, aber auch oral oder über ein Hautpflaster eingenommen werden. Im Mai dieses Jahres hatte ein Polizist Überdosiseffekte gezeigt, nachdem er mit pulverisiertem Fentanyl in Berührung gekommen war. Ärzte konnten ihn mit dem Gegenmittel Narcal retten.

Es würde bereits ausreichen, wenn der Junge das starke Schmerzmittel angefasst habe, weil es sich vielleicht auf einem Handtuch am Pool befunden habe, erklärte Rundle. „Wir wissen es einfach nicht.“ Der Zehnjährige hätte vielleicht auch auf seinem Heimweg vom Schwimmbad in einem ärmeren Stadtteil mit hoher Kriminalitätsrate damit in Kontakt kommen können, erklärten Ermittler.

Der Vorfall zeige, wie gefährlich Fentanyl sei. In der Gegend habe es in den vergangenen Jahren einen Anstieg von Überdosis-Toden gegeben, sagte der stellvertretende Chef der Feuerwehr von Miami, Pete Gomez. Manchmal lägen auch gebrauchte Nadeln in den Straßen.

Von

ap

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×