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27.07.2016

12:29 Uhr

Optimierung bei der Bahn

Jäger der verlorenen Fahrzeit

Die Fahrplanung der Deutschen Bahn ist ein komplexes Terrain. Oft geben bei der Pünktlichkeit kleinste Faktoren den Ausschlag, die Beladung des Bordbistro etwa. Experten versuchen, jedes Detail zu optimieren.

Die Knotenkoordinatoren der Bahn optimieren die Fahrpläne. dpa

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Die Knotenkoordinatoren der Bahn optimieren die Fahrpläne.

HannoverAls der Intercity nach Stralsund an den Bahnsteig in Hannover rangiert wird, beobachten drei Eisenbahner in orangefarbenen Warnwesten die Abläufe genau. Von einem Elektrokarren aus wird der Speisewagen beladen, das Zugpersonal läuft an den Wagen vorbei, während Reisende ihr Gepäck durch die Türen wuchten und die Abteile suchen. Stimmen die Anzeigen am Bahnsteig, welche Ansage läuft durch den Lautsprecher, und was sagt die Uhr? „Planstart“ steht auf den Westen der Bahner, die in Hannover und rund 20 anderen Bahnhöfen die Pünktlichkeit dort startender Fernzüge in den Blick nehmen.

„Das ist Teil der Maßnahmen, um insgesamt mehr Pünktlichkeit und Verlässlichkeit herzustellen“, sagt Susanne Gieseler, die sich seit einigen Monaten mit fünf Kollegen als Koordinatorin darum kümmert, Verspätungen auszumerzen. Vor allem geht es darum, die Gründe zu finden - und abzustellen. Viel Zeit verbringen die Experten am Bahnsteig, um nach Verbesserungen in der Praxis zu suchen. Es zeigt sich: Abhilfe ist oft einfacher als gedacht.

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Beispiel Bremszettel und Wagenliste: Beide Papiere werden ausgefüllt, wenn der Zug im Abstellbahnhof zusammenrangiert wird - wo aber findet der Zugchef sie, wenn sein IC an den Bahnsteig rollt? Unklare Absprachen, das fanden die Koordinatoren heraus, führten bislang zu unnützer Lauferei und verspäteter Abfahrt, jetzt liegen die Zettel immer im Abteil des Zugführers. Und auch wenn Getränke und Snacks nicht rechtzeitig verladen waren, kamen Züge nicht pünktlich los. Damit dies nicht mehr passiert, wird dem Caterer jetzt minutengenau gesagt, ab wann der Zug am Gleis steht und beladen werden kann.

Manchmal kann auch ein einfaches Schild für Abhilfe sorgen: Immer wenn der ICE aus München in Hannover eintrifft, wird der Zug geteilt - vorne geht's nach Hamburg und hinten nach Bremen. Trotz aller Ansagen sorge dies oft für Verwirrung und Verspätungen, beobachteten die Koordinatoren - seitdem stehen sie oft mit einem neuen Klappschild am Gleis, auf dem mit Pfeilen gezeigt wird, wo es nach Bremen und wo nach Hamburg geht. „Außerdem gibt es zwischendurch zusätzliche Durchsagen“, sagt Gieseler.

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