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12.03.2018

07:03 Uhr

Oscar 2018

Guillermo del Toro räumt für „Shape of Water“ ab

Der Film „Shape of Water“ des Mexikaners Guillermo del Toro holt vier Oscar – darunter den für den besten Film. Auch ein Deutscher gewinnt.

Oscars 2018

"The Shape of Water" ist der beste Film

Oscars 2018: "The Shape of Water" ist der beste Film

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HollywoodDas fantasievolle Kinomärchen „Shape of Water - Das Flüstern des Wassers“ ist mit vier Oscars ausgezeichnet worden. Das Werk des mexikanischen Regisseurs Guillermo del Toro gewann die Trophäen als bester Film und für die beste Regie. Außerdem gab es Preise für die Filmmusik und das Produktionsdesign.

Mit seiner Liebesgeschichte zwischen einer stummen Putzfrau und einem Wassermann hat der 53-Jährige eine bildgewaltige Fabel gegen die Angst vor dem Unbekannten auf die Kinoleinwand gebracht. „Shape of Water ist ein Märchen für unruhige Zeiten“, sagt der Preisträger.

Außerdem gab es Preise für die Filmmusik und das Produktionsdesign. Damit ist Del Toro auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen und setzt den jüngsten Siegeszug der mexikanischen Filmemacher in Hollywood fort.

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Seine Herkunft hat den Regisseur entscheidend geprägt. „Ich bin Mexikaner“, lautete seine lapidare Antwort, als ihn eine Journalistin kürzlich fragte, wie er die dunkle Seite des Menschsein so trefflich mit der Lebensfreude verbinde.

Del Toro kam 1964 im mexikanischen Guadalajara zur Welt und lebt mittlerweile in den USA und Kanada. Er gilt als besessener Sammler von Comic-Büchern und akribischer Perfektionist, der oft jahrelang an der Entwicklung seiner Projekte arbeitet.

Zweiter Oscar für Frances McDermand

Zwei Schauspieler-Auszeichnungen gingen an die Tragikomödie „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“. Die 60-jährige Frances McDormand wurde für ihre Rolle als kämpferische Mutter nach der Ermordung ihrer Tochter für die beste Hauptrolle geehrt – zum zweiten Mal nach 1997, als sie mit „Fargo“ gewann.

Ihr Filmkollege Sam Rockwell (49) bekam den Oscar für seine Nebenrolle in „Three Billboards“ als rassistischer Kleinstadtpolizist.

Den Oscar für den besten männlichen Hauptdarsteller erhielt Gary Oldman für „Die dunkelste Stunde“.

Allison Janney gewann den Oscar für ihre Nebenrolle mit ihrem Part in „I, Tonya“ - darin spielt sie die ehrgeizige Mutter der Eiskunstläuferin Tonya Harding.

Die Oscar-Gewinner Sam Rockwell, Frances McDormand, Allison Janney and Gary Oldman (v.l.) mit ihren Trophäen. Reuters

Beste Haupt- und Nebendarsteller

Die Oscar-Gewinner Sam Rockwell, Frances McDormand, Allison Janney and Gary Oldman (v.l.) mit ihren Trophäen.

Von den mehrfachen deutschen Oscar-Hoffnungen erfüllte sich nur eine: Gerd Nefzer aus Schwäbisch Hall, der in der Filmschmiede Potsdam-Babelsberg arbeitet, erhielt die Trophäe für die besten visuellen Effekte. Der 52-Jährige wurde mit drei Kollegen für die Arbeit an „Blade Runner 2049“ ausgezeichnet – der Science-Fiction-Film wurde außerdem für die beste Kamera geehrt.

Nefzer zeigte sich überglücklich: „Dankeschön, Germany! Thank you – great“, sagte er in seiner Dankesrede mit der goldenen Statue in der Hand.

Zuvor waren deutsche Filmemacher in der Kategorie Animierter Kurzfilm leer ausgegangen. Die beiden in Berlin lebenden Regisseure Jakob Schuh und Jan Lachauer waren mit ihrem Trickfilm „Revolting Rhymes“ („Es war einmal...nach Roald Dahl“) ins Rennen gegangen.

In dem Animationswerk treffen Märchenfiguren wie Schneewittchen, Rotkäppchen und der böse Welt aufeinander. Stattdessen gewann „Dear Basketball“ des US-Amerikaners Glen Keane; der ehemalige Basketballprofi Kobe Bryant hatte das Drehbuch geschrieben.

Gerd Nefzer (zweiter von rechts) mit seinen Kollegen Richard R. Hoover (von links), Paul Lambert und John Nelson zeigen stolz ihre Oscars. Das Team erhielt für seine Arbeit im Hollywood-Streifen „Blade Runner 2049“ die Auszeichnung für beste visuelle Effekte. AFP

Oscar-Verleihung

Gerd Nefzer (zweiter von rechts) mit seinen Kollegen Richard R. Hoover (von links), Paul Lambert und John Nelson zeigen stolz ihre Oscars. Das Team erhielt für seine Arbeit im Hollywood-Streifen „Blade Runner 2049“ die Auszeichnung für beste visuelle Effekte.

In den technischen Kategorien räumte das Kriegsdrama „Dunkirk“ drei Oscars ab (Tonmischung, Tonschnitt, Filmschnitt). Je einen Oscar bekamen das Gesellschaftsdrama „Der seidene Faden“ (Kostümdesign) und das Liebesdrama „Call Me By Your Name“ (adaptiertes Drehbuch).

Der Zeichentrickfilm „Coco“ holte zwei Trophäen: als bester Animationsfilm und für den besten Filmsong.

Der Auslands-Oscar ging in diesem Jahr nach Chile an Sebastián Lelio mit seinem Film „Eine fantastische Frau“. Beste Dokumentation wurde „Icarus“ von Bryan Fogel und Dan Cogan über die russischen Doping-Machenschaften der vergangenen Jahre.

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Von

dpa

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