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27.02.2017

09:35 Uhr

Oscar-Panne im Video

Wie konnte das nur passieren?

So eine Panne hat es bei der Oscar-Verleihung noch nie gegeben: „La La Land“ wird als bester Film ausgerufen. Dankesreden werden gehalten – doch dann die Korrektur. Verantwortlich sind die Wirtschaftsprüfer von PwC.

Warren Beatty und Faye Dunaway mit dem roten Umschlag – die Schauspieler geben den Oscar-Gewinner für den besten Film bekannt. AFP; Files; Francois Guillot

Die Entscheidung

Warren Beatty und Faye Dunaway mit dem roten Umschlag – die Schauspieler geben den Oscar-Gewinner für den besten Film bekannt.

HollywoodDie Schauspieler Warren Beatty und Faye Dunaway präsentieren den Oscar für den besten Film. Er öffnet den roten Umschlag, liest das Kärtchen, stutzt, schaut nochmal in den Umschlag, liest erneut das Kärtchen und hält es dann seiner Kollegin hin. Dunaway liest laut: „La La Land“. Während die Produzenten ihre Dankesreden halten, wird aber korrigiert: „Moonlight“ ist der Gewinner.

Sehen Sie hier das Drama im Video:

Was stand denn genau auf Beattys Karte?

Auf Bildern der Show ist deutlich zu lesen, was auf dem Umschlag in Beattys Händen steht: „Actress in a leading role“ – also Hauptdarstellerin. Auch Beatty erklärt, auf der Karte habe gestanden: „Emma Stone, La La Land“. Es war also der Gewinner-Umschlag für diese Kategorie, nicht für die Kategorie bester Film.

Wann hat denn Emma Stone ihren Oscar gewonnen?

Direkt vor dem Auftritt von Beatty und Dunaway hatte die 28-Jährige ihren Oscar in Empfang genommen. Und hinter der Bühne erzählte Stone: „Ich habe meine Gewinnerkarte die ganze Zeit in den Händen gehalten.“

Wie kann das sein – gibt es tatsächlich zwei Gewinnerkarten mit dem Namen „Emma Stone“?

Ja, es gibt zu jeder der 24 Kategorien zwei identische Umschläge.

Warum ist das so?

Aus Sicherheitsgründen. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers ist für die geheime Zählung und Auswertung der Stimmen der mehr als 6600 Mitglieder der US-Filmakademie zuständig. Wenn dies geschehen ist, werden zweimal 24 Karten gedruckt und in Umschläge verpackt. Ein vollständiger Satz Umschläge kommt in eine spezielle Aktentasche von PwC-Mitarbeiter Brian Cullinan, der andere Satz kommt in die Tasche von PwC-Mitarbeiterin Martha L. Ruiz. Sollte eine Tasche abhanden kommen, hat man immer noch die zweite.

Und was passiert während der Oscar-Gala?

Die beiden PwC-Mitarbeiter stehen mit ihren Aktentaschen an der Seite der Oscar-Bühne – einer links, einer rechts. Je nachdem, von welcher Seite ein „Presenter“ auf die Bühne kommt, nimmt er einen Umschlag von Ruiz oder von Cullinan entgegen. Damit es dabei nicht zu einem Durcheinander kommt, ist die Preiskategorie vorne auf dem roten Umschlag aufgedruckt.

Was ist diesmal schiefgelaufen?

Mittlerweile hat sich das für die Oscar-Umschläge verantwortliche Unternehmen PricewaterhouseCoopers für die Panne bei der Oscar-Verleihung entschuldigt. Den Laudatoren seien versehentlich die Umschläge für die falsche Kategorie überreicht worden, heißt es in einem Statement der Wirtschaftsprüfer, die seit Jahrzehnten auch für die geheime Zählung und Auswertung der Stimmen bei der Oscar-Abstimmung zuständig sind. „Wir untersuchen derzeit, wie das passieren konnte, und bedauern zutiefst, dass das vorgefallen ist.“

Oscar 2017: Historische Panne und die Reaktionen

Das falsche Team

So etwas hat es bei den Oscars noch nie gegeben: Das Team des Musicals „La La Land“ steht in Hollywood bereits jubelnd auf der Bühne und feiert seinen Oscar für den besten Film. Doch dann bricht der Jubel jäh ab.

Umschläge verwechselt

Nicht „La La Land“, sondern das Schwarzen-Drama „Moonlight“ hat den wichtigsten Preis des Abends gewonnen. Schuld an dem Durcheinander ist eine Riesenpanne mit verwechselten Umschlägen, in denen die Karten mit den Gewinnern stecken.

Historisch

Die Hollywood-Legenden Warren Beatty und Faye Dunaway hatten den falschen Umschlag in den Händen und verkündeten daher zunächst auch den falschen Gewinner. Damit wird diese Oscar-Gala nicht - wie erwartet - mit Kritik an US-Präsident Donald Trump in Erinnerung bleiben, sondern mit dem Chaos der letzten Showminuten.

Dunaway prescht vor

Er habe sich gewundert, dass auf dem Zettel „Emma Stone“ und „La La Land“ gestanden habe, sagte ein sichtlich geknickter Beatty (79) kurz nach der Panne. Deswegen zögerte er auf der Bühne wohl auch einige Momente, einen Gewinner zu verkünden. Die neben ihm stehende Dunaway (76) hingegen las dann einfach den Filmtitel ab: „La La Land“. Offenbar hielten die Beiden aber noch den Umschlag der vorausgegangenen Kategorie in den Händen, bei der Emma Stone als beste Hauptdarstellerin gewonnen hatte.

Wie konnte das passieren?

Es gibt jeden Gewinner-Umschlag zweimal! Zwei Angestellte der Wirtschaftsprüfungsfirma PricewaterhouseCoopers haben je eine spezielle Aktentasche mit jeweils einem Set aller 24 Gewinner-Umschläge. Die beiden stehen während der Show rechts und links der Bühne und geben den „Presentern“ - je nachdem aus welcher Ecke diese auf die Bühne kommen - den aktuellen Umschlag, wie die „Los Angeles Times“ erklärt.

Entschuldigung

Der Umschlag mit der Karte „Hauptgewinnerin“ ist offenbar zweimal ausgeteilt worden. Das für die Oscar-Umschläge verantwortliche Unternehmen PricewaterhouseCoopers hat sich für die Panne bei der Oscar-Verleihung entschuldigt. Den Laudatoren seien versehentlich die Umschläge für die falsche Kategorie überreicht worden, heißt es in einem Statement der Wirtschaftsprüfer.

Moderator

Am Ende der Show nahm Moderator Jimmy Kimmel ironisch die Schuld auf sich: „Ich weiß, was passiert ist. Ich gebe mir selbst die Schuld (...). Ich wusste, ich würde diese Show vermasseln. Ich verspreche, ich komme nie wieder.“

Schauspielerin Jessica Chastain

„Gott sei Dank ist die Sache mit dem falschen Umschlag nicht bei einer Schauspieler-Kategorie passiert“. Reaktion auf Twitter.

Filmemacher Michael Moore

„Stellt euch eine einzelne weinende Schauspielerin auf der Bühne vor.“ Er forderte scherzhaft gleich eine neue „Auszählung“ des Wettbewerbs.

Scherze

Andere Nutzer scherzten, dass auch der umstrittene US-Präsident Donald Trump wohl auf ähnliche Weise zum Präsidenten gewählt worden sein müsse.

Sorgen

Viele machten sich auf Twitter Sorgen, dass wegen der Panne nun der eigentliche Gewinner nicht mehr zur Geltung kommen könnte. „Ich hoffe, dieser Mist lenkt nicht davon ab, dass der Sieg von „Moonlight“ als bester Film verdammt nochmal monumental ist“, teilte der US-amerikanische Schauspieler Bryan Safi über den Kurznachrichtendienst mit.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Frau Annette Bollmohr

27.02.2017, 15:56 Uhr

"Wie konnte das nur passieren?"

Shit happens (ich kann da mitreden).

Wär‘ natürlich keine schlechte Idee gewesen, vorab sicherzustellen, dass es keine Gewinnkarte doppelt in den Saal schafft.

Na, passiert. Zum Glück sind die Folgen ja in diesem Fall verkraftbar.

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