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04.06.2013

06:33 Uhr

Oscar Pistorius

Mord oder ein tragischer Unfall?

VonWolfgang Drechsler

Oscar Pistorius hat seine Frau erschossen – ohne Zweifel. Doch war es auch Absicht? Am Dienstag muss der „schnellste Mann der Welt ohne Beine“ erneut vor Gericht erscheinen. Der Ausgang des Verfahrens ist völlig offen.

Ausgerechnet am Valentinstag erschoss Oscar Pistorius seine Frau Reeva Steenkamp. Jetzt soll geklärt werden, ob er es mit Absicht getan hat. dpa

Ausgerechnet am Valentinstag erschoss Oscar Pistorius seine Frau Reeva Steenkamp. Jetzt soll geklärt werden, ob er es mit Absicht getan hat.

Den Valentinstag des Jahres 2013 werden die Südafrikaner wohl nie vergessen. Es war gegen 8 Uhr früh als landesweit die Nachricht durchsickerte, im Haus des südafrikanischen Profisportlers und Volkshelden Oscar Pistorius sei eine Frau erschossen worden. Was in den folgenden Stunden und Tagen geschah, stellte zumindest was die Medien anbelangt alles in den Schatten, was Südafrika seit der Freilassung von Nelson Mandela, seinem ersten schwarzen Präsidenten, über 20 Jahre zuvor erlebt hat.

Ausgerechnet am Tag der Verliebten, so stellte sich schnell heraus, hatte der „schnellste Mann der Welt ohne Beine“ wie Pistorius wegen seiner beiden amputierten Unterschenkel heißt, seine bildhübsche Freundin Reeva Steenkamp erschossen.

Soviel steht außer Zweifel. Unklar ist, ob dies, wie Pistorius behauptet, aus Versehen geschah, weil er seine Freundin mit einem Einbrecher verwechselte oder ob der 26jährige womöglich aus blinder Eifersucht oder Wut vorsätzlich handelte – und das Fotomodell gezielt erschoss, wovon die Anklage überzeugt ist.

Am heutigen Dienstag, genau 110 Tage später, geht der auch international mit beispielloser Aufmerksamkeit verfolgte Fall nun in die nächste Runde. Mehr als 60 lokale und internationale Medienorganisationen wollen dem Prozessauftakt in Pretoria beiwohnen, auch wenn die erste offizielle Anhörung des Sportstars seit dem Kautionsverfahren, kaum länger als zehn Minuten dauern dürfte.

Sowohl die Staatsanwaltschaft wie die Verteidigung wollen das Verfahren vertagen, um sich noch ein paar Wochen in Ruhe auf dem spektakulären Prozess vorbereiten zu können. Irgendwann im August wird dann mit dem richtigen Start des Verfahrens gegen den weltberühmten Prothesenläufer gerechnet, der als „blade runner“ Geschichte schrieb.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

04.06.2013, 08:17 Uhr

"Mord oder ein tragischer Unfall?"

Die Frage stellt sich eigentlich nicht. Ein Mensch, der so gewalttaetig seine extra erworbenen Handfeuerwaffen benutzt, ohne ueberhaupt zu wissen auf wen er schiesst, der gehoert weggesperrt. Selbst wenn der Einbrecher sichtbar gewesen waere, kann man ihn nicht einfach erschiessen, wenn keine Notwehr erforderlich ist. Und eine Notwehr bei geschlossener Toilettentuere lasst sich nur schwer nachvollziehen.

Der_ewige_Spekulant

04.06.2013, 08:41 Uhr

Pistorius wusste, dass seine Frau auch im Zimmer war.

Niemand kann erwarten, dass die Nachts pipi machen muss.

Pistorius selbst hat ausgesagt, dass er seiner Frau gesagt hat, dass sie die Polizei anrufen soll. D.h. er wusste, dass sie wach ist bzw. hat es angenommen, also muss er Gründe dafür gehabt haben dies anzunehmen.

Damit müsste ihm auch bewusst gewesen sein, dass die mal kurz auf die Toilette gegangen sein könnte, während er die Balkontür geschlossen hat.

Würde sagen >95% Mord.

Die restlichen <5%: Vielleicht hat er ein psychisches Trauma oder war auf Drogen/anabolen Steroiden.

Account gelöscht!

04.06.2013, 09:55 Uhr

Der Fall macht drastisch deutlich, dass Waffen keine Sicherheit bieten (eine irrsinnige Vorstellung)!

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