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09.08.2011

22:24 Uhr

Ostafrika

Bob Geldof hält Hilfsgelder für zu niedrig

Bob Geldof kritisiert die Hilfe Deutschlands und Frankreichs für Ostafrika. Nach Meinung des irischen Rockstars sind die Hilfszusagen unangemessen niedrig.

Ein Flugzeug mit Nahrungsmitteln auf dem Weg nach Nairobi. Die EU-Kommission hat bisher 160 Millionen Euro Hilfsgelder zugesagt. Quelle: obs

Ein Flugzeug mit Nahrungsmitteln auf dem Weg nach Nairobi. Die EU-Kommission hat bisher 160 Millionen Euro Hilfsgelder zugesagt.

ParisDer irische Rockstar Bob Geldof hat in harten Worten die "unzureichenden" Hilfszusagen Frankreichs und Deutschlands für die Opfer der Hungersnot in Ostafrika kritisiert. Er sei "schockiert und entsetzt" über den Geiz der Franzosen, während nahe der französischen Militärbasen in den betroffenen Ländern Menschen an Durst und Hunger sterben, erklärte Geldof heute. Auch die Deutschen würden sich von "den Schwachen, Stummen, Hungernden, Durstenden und Sterbenden in Afrika" abwenden.

Die Regierungen Deutschlands und Frankreichs haben jeweils mehr als 30 Millionen Euro für Ostafrika bereitgestellt. Zusätzlich sind sie an den 160 Millionen Euro Hilfsgeldern der EU-Kommission beteiligt. Nach Ansicht von Geldof ist dies aber zu wenig. "Wie kann es sein, dass über Nacht hunderte Milliarden Euro aufgebracht werden, um defekte europäische Volkswirtschaften zu stabilisieren, für zwölf Millionen sterbende Mitmenschen, die mit einigen Cent gerettet werden können, aber nichts da ist?", fragte Geldof in dem Schreiben.

Geldof hatte 1984 mit dem Rockstar Midge Ure die Musikgruppe Band Aid gegründet und das Lied "Do They Know It's Christmas" aufgenommen, um Geld für Opfer einer Hungersnot in Äthiopien zu sammeln. Nach UN-Angaben sind zwölf Millionen Menschen in Somalia, Kenia, Äthiopien, Uganda und Dschibuti von der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren betroffen. In Somalia starben demnach bereits zehntausende Menschen an Hunger, hunderttausende weitere flohen aus dem Bürgerkriegsland in die Nachbarstaaten.

Eine Beraterin von US-Präsident Barack Obama rief unterdessen die Weltgemeinschaft zur Verstärkung ihrer Hilfsanstrengungen auf. Die USA seien mit der Zusage von 560 Millionen Dollar (Millionen Euro) der größte Geldgeber, doch könnten die USA die Krise nicht allein bewältigen, sagte Gayle Smith. Jill Biden, die Frau des US-Vizepräsidenten Joe Biden, war zuvor von einer Reise in das Katastrophengebiet zurückgekehrt, während der sie ein Flüchtlingslager besucht und Regierungsvertreter getroffen hatte.

Von

afp

Kommentare (3)

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Pendler

10.08.2011, 08:58 Uhr

Fein, wieder werfen wir das Geld in ein schwarzes Loch.

Ich bin für Hilfe, aber nur wenn sie gekoppelt ist an Einflussnahme auf die verantwortlichen Politiker in der betroffenen Region.

Dass dort Menschen verhungern, hat doch seine Gründe. Werden die denn auch abgestellt?

W.T.

10.08.2011, 10:36 Uhr

Wer ist her Geldof und wem interessiert seine persönliche Meinung?
Deutschland und Frankreich sind nicht in der Lage die ganze Welt zu retten, sie zahlen weiß Gott genug. Es gibt aber Unmengen von Millionären und Milliardären auf der Welt, sie könnten die Probleme locker aus ihrer Portokasse lösen.

Volkerseitz

11.08.2011, 17:50 Uhr

Sind Aussagen von Bob Geldof wirklich eine Nachricht im Handelsblatt wert?
Dieser Selbstdarsteller stachelt den Erwartungsdruck in den Entwicklungsländern an und will einfach nicht wissen, dass die vielen Hilfsgelder (ich spreche nicht von Nothilfe) den meist bitterarmen Menschen nicht genutzt haben. Die Armen in Afrika sehen nur, dass ihre Unmündigkeit mit viel Geld von außen zementiert wird. Offizielles Ziel der Hilfe ist die Armutsbekämpfung, aber viele der führenden afrikanischen Politiker vermitteln nicht den Eindruck, sie hätten dies begriffen und beherzigt. Der Business der Barmherzigkeit à la Geldof muss gestopt werden, den Herrschaftscliquen muss die Kontrolle über den Geldfluß entzogen werden.
Volker Seitz/www.Bonner-Aufruf.eu

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