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01.04.2013

16:32 Uhr

Osterfest

Papst Franziskus fordert den Kampf gegen das Böse

Das erste Osterfest mit dem neuen Papst Franziskus stand ganz im Zeichen von Liebe und Frieden in der Welt. Das Kirchenoberhaupt wandte sich gegen Kriege und Egoismus, deutsche Bischöfe predigten gegen Resignation.

Papst Franziskus zelebriert die Ostermesse

Video: Papst Franziskus zelebriert die Ostermesse

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Rom/Jerusalem/BerlinPapst Franziskus hat zum Abschluss der Osterfeierlichkeiten im Vatikan dazu aufgerufen, täglich gegen das Böse zu kämpfen. Er betete am Ostermontag mit tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom dafür, dass der Hass durch Liebe ersetzt wird. In seiner Osterbotschaft hatte Franziskus bereits am Sonntag das Blutvergießen in Kriegs- und Konfliktgebieten wie Syrien, Mali oder dem Nahen Osten angeprangert und eine Abkehr von Eigennutz und Gier gefordert.

Deutschlands Bischöfe warben in ihren Osterpredigten vor dem Hintergrund der Euro-Krise für einen neuen Blick auf das menschliche Dasein. Viele Menschen sähen die Welt „düsterer als sie ist“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, im Freiburger Münster. Der Blick der Öffentlichkeit fokussiere sich nicht auf Erreichtes und Gelungenes, sondern auf Misserfolg und Katastrophen, beklagte er.

Sachsens evangelischer Landesbischof Jochen Bohl warnte mit Blick auf die Finanzkrise in Europa vor Resignation. In seiner Predigt in der Dresdner Kreuzkirche forderte er eine Wiederbelebung des europäischen Gedankens.

Erwartungen an den neuen Papst

Karl Lehmann

Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann erwartet vom neuen Papst „eine nüchterne, aber begeisternde Vision vom Weg der Kirche in die Zukunft“. Er rechnete jedoch nicht mit einer schnellen Nachfolgeentscheidung im Konklave. „Ich bin kein Hellseher, aber so rasch wie 2005 wird es vielleicht doch nicht gehen“, sagte Lehmann der „Allgemeinen Zeitung“ (Mainz). Die Herkunft des künftigen Papstes war für den Mainzer Kardinal, der selbst am Konklave teilnahm, nicht vorrangig.

Robert Zollitsch

„Wir brauchen einen Papst, der die Kirche in die Zukunft führt. Der nach vorne schaut und der die Gottesfrage klar stellt“, sagte Robert Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, im Interview des Fernsehsenders Phoenix. „Und der zugleich organisatorisch dafür sorgt, dass die Kurie wirklich der Apparat ist, der ihn in seinem Dienst voll und ganz unterstützt.“

Philippe Barbarin

Kardinal Philippe Barbarin, der Erzbischof von Lyon und Mitglied des Kardinalskollegiums sagte dem Fernsehsender Euronews: „Ich hoffe, dass sein Nachfolger ein Heiliger ist und dann, dass er intelligent ist. Er sollte beständig sein, denn er ist der Nachfolger Petri, um den das ganze Gebäude errichtet wurde. Das Bauwerk muss stehen und deshalb ist es besser einen Stein zu haben, der solide ist.”

David Berger

David Berger, katholischer Theologe Autor des romkritischen Buches „Der Heilige Schein“ sagte der Wochenzeitung „Die Zeit“: „Mit Benedikts Rücktritt geht ein Pontifikat von Pleiten, Pech und Pannen zu Ende. Er hinterlässt eine Kirche voll gigantischer Probleme, die er deutlich verschärft hat. In den letzten Jahren entwickelte sich die ehemalige Volkskirche zu einer Art fundamentalistischer Großsekte. Dem wird sich der Mann nach Benedikt entschieden entgegenstemmen müssen. An die Stelle einer konfrontativen Sicht auf Kirche und Gesellschaft, Glaube und Wissenschaft, Tradition und Moderne sollte der mutige Dialog treten. Wenn der neue Papst das wagt, wird er gegen vehementeste Widerstände der Traditionalisten zu kämpfen haben, die unter Benedikt zum Machtfaktor geworden sind.“

Papst Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI. hat sich an seinem letzten Arbeitstag von allen in Rom anwesenden Kardinälen verabschiedet und seinem Nachfolger „Gehorsam“ versprochen. „Unter Euch ist auch der kommende Papst, dem ich meine bedingungslose Hochachtung und meinen Gehorsam verspreche“, sagte das scheidende Kirchenoberhaupt am Donnerstag bei dem Abschiedstreffen mit den Purpurträgern. Seinem Nachfolger will er geheime „Vatileaks“-Informationen persönlich übergeben, über deren Inhalt in den vergangenen Tagen viel spekuliert wurde. Um Erpressung, Sex- und Machtgier im Gottesstaat gehe es laut der italienische Zeitung „La Repubblica“ in dem Dossier. Benedikt will es dem neuen Papst anvertrauen, in der Hoffnung, dass dieser „stark, jung und heilig“ genug sei, um dann die notwendigen Schritte zu unternehmen.

Auch in Jerusalem, wo der christlichen Überlieferung nach Jesus gekreuzigt wurde und wiederauferstanden ist, feierten Tausende Christen das Osterfest. Der lateinische Patriarch Fuad Twal lud den neuen Papst bei dieser Gelegenheit ins Heilige Land ein. Der Nahe Osten sei die Wiege des Christentums, sagte der 72-Jährige am Sonntag in seiner Osterbotschaft in Jerusalem.

„Ich gedenke all der Opfer des Krieges und all der syrischen Flüchtlinge, die sich in den Nachbarländern drängen, vor allem in Jordanien“, sagte Twal. Er erinnerte auch an die Christen, die sich gezwungen sehen, das Heilige Land zu verlassen und ins Ausland zu emigrieren.

Kommentare (5)

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Rabenhorst

01.04.2013, 16:54 Uhr

Wen die 10 000 Tonnen Gold welche der Vatikan im Tresor liegen hat an die Armen verteilt sind, dan können sie wieder lobhudeln.!

Account gelöscht!

01.04.2013, 18:02 Uhr

Die CIA scheint ganze Arbeit geleiset zu haben...

Lutz

01.04.2013, 18:06 Uhr

Ein beachtlicher Teil der von Menschen verursachten Übel ließe sich vermeiden, wenn die Menschen es unterlassen würden, sich zur Sicherung ihres Ranges innerhalb der menschlichen Säugetier-Hierarchie auf ein imaginäres Alphamännchen (Gott) zu berufen.

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