Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.04.2012

17:13 Uhr

Ostermärsche

Friedensaktivisten greifen Grass' Kritik auf

In mehreren dutzend deutschen Städten demonstrieren Friedensaktivisten gegen Krieg, Gewalt und atomare Bedrohung - und greifen die Israelkritik von Günter Grass auf.

Ostermarsch in Frankfurt: Nur mäßige Beteiligung. ap

Ostermarsch in Frankfurt: Nur mäßige Beteiligung.

FrankfurtGegen Krieg, gegen Waffenexporte, gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr: Bundesweit haben am Samstag einige Tausend Menschen an Ostermärschen teilgenommen und damit für eine friedliche Welt demonstriert. Sorgen machten den Teilnehmern vor allem die Lage im Nahen Osten und die Mission der Bundeswehr in Afghanistan. Insgesamt waren etwa 80 Kundgebungen geplant. Die Beteiligung fiel oft jedoch eher gering aus.

Die Ostermarsch-Bewegung hat ihren Ursprung in Großbritannien. In den 1950er Jahren bildete sich dort eine Protestbewegung gegen Atomwaffen. 1960 gab es den ersten Ostermarsch in Deutschland.

Die Ostermarschierer äußerten sich auch um die durch ein Gedicht von Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass befeuerte Debatte um einen möglichen Konflikt von Israel und dem Iran. Der Sprecher der Infostelle Ostermarsch, Willi van Ooyen, äußerte seine Sorge über die politische Entwicklung im Nahen und Mittleren Osten. „Wir wollen, dass die Menschen in Israel - aber auch in Palästina, im Irak und in Syrien - in Frieden leben können“, erklärte er.

Zur größten Veranstaltung kamen an diesem Ostersamstag rund 1.000 Menschen in Stuttgart zusammen. Sie warnten vor einer Eskalation der Konflikte um Syrien und den Iran und forderten die westlichen Regierungen auf, auf militärische Drohungen und Bombardierungen im Nahen Osten zu verzichten. Zudem forderten sie den Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan.

In Berlin kreisten etwa 750 Demonstranten die US-Botschaft mit einem 700 Meter langen Transparent ein. Damit verbanden sie die Forderung nach einer Abschaffung der Todesstrafe und für die Freilassung politischer Gefangener weltweit. Der Berliner Ostermarsch stand unter dem Motto: „Krieg darf kein Mittel der Politik sein“.

Wie in Berlin fiel auch in Norddeutschland die Beteiligung an den Aktionen der Friedensbewegung eher gering aus. In Bremen zogen nach Polizeiangaben rund 200 Menschen zum Marktplatz im Stadtzentrum. Redner warnten vor einer Eskalation des Konfliktes zwischen Israel und dem Iran.

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

freundchen

07.04.2012, 16:44 Uhr

Ich hoffe die Friedensbewegung wird wieder stärker. Wo sind die 68er geblieben die damals in Massen für Abrüstung waren? Heute noch in den Sesseln und gutbezahlt, oder schon in Rente?
Hört auf Grass! Er rief zum Frieden auf und wird dafür scharf angegriffen! Für mich ist das unfassbar. Was ist nur aus der Politik geworden, alles Lüge: Nie wieder Krieg?
Ich hoffe die Friedensbewegung bringt wieder Zehntausende auf die Strasse!

JasonArgonautis

07.04.2012, 16:51 Uhr

„Wir wollen, dass die Menschen in Israel - aber auch in Palästina, .... - in Frieden leben können“

Nur lässt sich im friedlichen Deutschland leicht daherreden und sich eben nicht das geschehene Unrecht an den palästinensischen Volk, die historische Lüge vom ominösen 'jüdischen Volk' rückgängig machen.

Auf Grund der gezielt 'verfehlten' Bildungspolitik in Deutschland, weiss die Mehrheit eh nicht, warum es grundsätzlich eigentlich geht. Die dümmliche Kritik gerade deutscher Politiker an Grass lyrischer Meinung ist schlichtweg zum Erbrechen.

Account gelöscht!

07.04.2012, 18:43 Uhr

Das die linke Friedensbewegung latent antisemitisch ist, wundert mich jetzt nicht. Linke und rechte Kollektivisten sind halt doch idiologisch die gleiche Soße.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×