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05.07.2017

16:49 Uhr

Pandas für Berlin

Merkel dankt China für „sympathische Diplomaten“

Zwei „sehr sympathische Diplomaten“ beziehen eine zehn Millionen Euro teure Residenz – im Berliner Zoo. Das Panda-Paar Jiao Qing und Meng Meng steht für das Verhältnis von Deutschland und China. Günstig ist das nicht.

Bei der Eröffnung einer neuen Panda-Anlage sind im Berliner Zoo Chinas Staatspräsident Xi und Kanzlerin Merkel zu Gast. dpa

Pandabär

Bei der Eröffnung einer neuen Panda-Anlage sind im Berliner Zoo Chinas Staatspräsident Xi und Kanzlerin Merkel zu Gast.

BerlinIm Zeichen deutsch-chinesischer Diplomatie ist im Berliner Zoo eine neue knapp zehn Millionen Euro teure Anlage für zwei Riesenpandas eröffnet worden. „Berliner haben ein ganz besonderes Verhältnis zu Bären und ein ganz besonderes Herz für sie“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwochnachmittag bei der feierlichen Eröffnung. „Jiao Qing und Meng Meng werden sehnsüchtig von den Berlinern erwartet.“ Die beiden seien „zwei sehr sympathische Diplomaten“, „Sonderbotschafter unserer beiden Länder“.

Chinas Staatspräsident Xi Jinping sagte mit Blick auf die in traditionellem chinesischen Stil gehaltene Anlage, die beiden Pandas hätten ein sehr schönes neues Zuhause bekommen. Er hoffe, dass sich die Tiere schnell einlebten und eines Tages Nachwuchs bekämen.

Das Ereignis stehe symbolisch für das Verhältnis zwischen den beiden Ländern, so Merkel weiter. Sie dankte China für die enge Zusammenarbeit im Vorfeld des G20-Gipfels. Das Land habe zuletzt viel getan, um sein Naturerbe zu erhalten. Zum Beispiel seien Märkte für Elfenbeinhandel geschlossen worden.

Am Rande des Termins kam es aber auch zu Protesten von Menschenrechtsaktivisten in Pandakostümen. „Merkel, klare Worte statt Pandadiplomatie“ war zum Beispiel auf Schildern der Tibet-Initiative zu lesen.

Der Zoo bekommt das Weibchen Meng Meng und das Männchen Jiao Qing für 15 Jahre als kostenpflichtige Leihgabe – eine Million US-Dollar pro Jahr wird fällig. Die beiden Pandas stammen aus einer chinesischen Zuchtstation und sind am 24. Juni in Berlin angekommen. Der Berliner Zoo ist damit der einzige Tierpark in Deutschland, der die seltenen Bären hält. Für Besucher sind die Tiere von Donnerstag an zu sehen.

Merkel persönlich brachte den Panda-Deal bei einem China-Besuch 2015 in Gang, auch das Land Berlin verhandelte hinter den Kulissen mit. 2012 war mit Bao Bao der letzte verbliebene Panda hochbetagt in der Hauptstadt gestorben.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Bihari Sharan

05.07.2017, 18:01 Uhr

Xi Jinping und Merkel in Angesicht des vor ihnen fressenden Pandas:

Sie (in Gedanken): was für einen Tam Tam mache ich nur mit, dass wir endlich den
gleichberechtigen Marktzugang bekommen.

Er (in Gedanken): Panda süß sauer, lecker - diese gefühlsduseligen Deutschen - was für Tam
Tam mache ich nur mit, um weiterhin an deutsches Know How zu kommen und weiterhin
deutsche Unternehmem übernehmen zu können.
-----

Darüber werden sie sich dann unter vier Augen unterhalten - jede Möglichkeit, einer befriedigenden Lösung näher zu kommen, ist es - ob der Bedeutung China - wert, wahrgenommen zu werden - und diese Panda-Übergabe ist dazu sicherlich eine sehr angenehme.

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