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20.03.2012

22:54 Uhr

Panik in Mexiko-Stadt

Heftiges Erdbeben in Mexiko beschädigt zahlreiche Gebäude

Mexiko hat einen schweren Erdstoß nach ersten Informationen relativ glimpflich überstanden. Es habe nur geringe Schäden und keine Verluste von Menschenleben gegeben, sagt Staatschef Calderón.

Erdbeben erschüttert Mexiko

Video: Erdbeben erschüttert Mexiko

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Mexiko-StadtBei einem schweren Erdbeben sind in Mexiko zahlreiche Gebäude beschädigt worden. Das Epizentrum lag im Bundesstaat Guerrero mit dem Touristenzentrum Acapulco. Dort wurden nach Angaben von Gouverneur Ángel Aguirre rund 500 Gebäude beschädigt. In der Hauptstadt Mexiko-Stadt stürzte eine Fußgängerbrücke ein und zertrümmerte einen Kleinbus, in dem sich keine Menschen befanden.

„Glücklicherweise müssen wir bisher keinen Verlust von Menschenleben bedauern“, sagte Präsident Felipe Calderón im Fernsehen nach einem Telefongespräch mit dem Gouverneur von Guerrero. Über den Kurzmitteilungsdienst Twitter schrieb er, das Gesundheitssystem funktioniere ohne größere Probleme.

Aus der Hauptstadt waren Bilder zu sehen, wie Sanitäter Menschen behandelten. Das Zentrum des Erdstoßes lag rund 190 Kilometer östlich von Acapulco am Pazifik, wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte. Der nächstgelegene Ort ist Ometepec mit etwa 20 000 Einwohnern. Das Beben war auch in der 315 Kilometer nördlich gelegenen Hauptstadt zu spüren. Dort liefen Zehntausende Menschen auf die Straßen, Hochhäuser schwankten, Hubschrauber kreisten am Himmel. In Gebäuden waren Risse zu sehen. Zeitweise war das Telefonnetz unterbrochen.

Calderón bezifferte die Stärke des Bebens unter Berufung auf die nationale Erdbebenwarte mit 7,8. Das Geoforschungszentrum in Potsdam (GFZ) registrierte 7,3, die US-Erdbebenwarte 7,4. Danach gab es noch mehrere Nachbeben. Juan Ramón Ramírez vom Katastrophenschutz in Acapulco sagte dem Sender CNN, es gebe bisher keine Berichte über Opfer oder schwere Schäden in der Stadt.

Auf den Straßen herrsche Verkehrschaos, viele Eltern eilten herbei, um ihre Kinder von den Schulen abzuholen. Auch die älteste Tochter von US-Präsident Barack Obama hält sich zur Zeit in Mexiko auf. Sie sei aber in Sicherheit. Die 13-jährige Malia verbringt derzeit mit einer Schülergruppe ihre Ferien in dem mexikanischen Staat Oaxaca im Südwesten des Landes. Sie „ist in Sicherheit und befand sich zu keinem Zeitpunkt in Gefahr“, sagte am Dienstag die Sprecherin von First Lady Michelle Obama, Kristina Schake. Üblicherweise kommentiert das Weiße Haus die Angelegenheiten von Obamas Kindern nicht. Wegen der Berichte über das schwere Beben machte die US-Regierung in diesem Fall eine Ausnahme.

Das Erdbeben ereignete sich nach Angaben des Geoforschungszentrums in Potsdam in einem relativ abgelegenen Gebiet. „Von daher rechne ich nicht mit einer sehr schweren Katastrophe“, sagte der Geophysiker Joachim Saul der Nachrichtenagentur dpa. Jedoch sei eine genaue Einschätzung über Schäden bisher sehr schwer. Mexiko wird häufig von Erdbeben erschüttert.

Erst am 10. Dezember 2011 hatte die Erde in Guerrero gezittert, damals hatte das Beben eine Stärke von 6,5. Dabei starben mehrere Menschen, weitere wurden verletzt. Am 19. September 1985 hatte ein Beben der Stärke 8,0 große Teile von Mexiko-Stadt verwüstet - trotz großer Entfernung zum Epizentrum. Nach offiziellen Angaben gab es landesweit mindestens 9500 Tote, andere Quellen berichteten von bis zu 35 000 Opfern.

Feuereinsatz nach dem Erdbeben in Mexiko. dpa

Feuereinsatz nach dem Erdbeben in Mexiko.

Von

dpa

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