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08.09.2015

15:25 Uhr

Papst Franziskus

Kirche erleichtert Ehe-Annullierung

Ortbischöfe können Ehen künftig ohne zusätzliche Untersuchung kirchlich annullieren. Voraussetzung ist, dass beide Partner den Schritt beantragen. Nach katholischem Verständnis bleibt die Scheidung aber ausgeschlossen.

Franziskus betonte, die Ehe bleibe unauflöslich. dpa

Papst Franziskus

Franziskus betonte, die Ehe bleibe unauflöslich.

RomPapst Franziskus hat die Aufhebung kirchlich geschlossener Ehen erleichtert. Das komplizierte Verfahren zur Eheannullierung soll vereinfacht und beschleunigt werden, wie aus einer am Dienstag in Rom erlassenen Kirchenrechtsbestimmung hervorgeht. Demnach kann der Ortsbischof eine Ehe künftig ohne zusätzliche Untersuchung für ungültig erklären, wenn beide Partner die Annullierung beantragen. Der Prozess soll nur noch 45 Tage dauern. Der bisher übliche automatische Einspruch gegen eine solche Entscheidung entfällt.

Franziskus betonte, die Ehe bleibe unauflöslich. Es gehe nicht um Scheidungen, sondern um Gerechtigkeit und das Seelenheil der Gläubigen.

Klartext – deutliche Worte von Papst Franziskus

Aufsehen mit ungewöhnlichen Äußerungen

Papst Franziskus hat mehrfach mit für den Vatikan ungewöhnlichen Äußerungen Aufsehen erregt. Einige Beispiele:

Familienplanung

„Manche Menschen glauben - entschuldigen Sie den Ausdruck -, dass sich gute Katholiken wie Karnickel vermehren müssen.“

Familienehre

„Wenn Dr. Gasbarri (der Reiseorganisator des Papstes), mein lieber Freund, meine Mama beleidigt, erwartet ihn ein Faustschlag.“

Flüchtlinge

„Wir sind eine Gesellschaft, die vergessen hat, wie man weint. Wir haben uns an die Leiden anderer gewöhnt. Es betrifft uns nicht, es interessiert uns nicht, es geht uns nichts an. (...) Die Wohlstandskultur macht uns unempfindlich für die Schreie der anderen und führt zur Globalisierung der Gleichgültigkeit.“

Oberflächlichkeit

„Und so vergeuden wir unsere gottgegebenen Geschenke, indem wir uns mit Schnickschnack beschäftigen; wir verschwenden unser Geld für Spiel und Getränke und drehen uns um uns selbst.“

Kurie

„Eine Kurie, die sich nicht selbst kritisiert, die sich nicht weiterentwickelt, die nicht versucht, sich zu verbessern, ist ein kranker Körper.“

Eitelkeit von Kardinälen

„Die Krankheit der Rivalität und der Eitelkeit. Wenn das Auftreten, die Farbe der Kleidung und die Insignien der Orden das erste Ziel im Leben werden.“

Tratsch

„Es ist die Krankheit der feigen Menschen, die nicht den Mut haben, direkt mit jemandem zu sprechen und hinter dem Rücken reden. (...) Brüder, schauen wir auf den Terrorismus des Geschwätzes!“

Nach katholischem Verständnis ist eine Ehescheidung ausgeschlossen. Allerdings kann die Kirche im Nachhinein feststellen, dass eine Ehe unter völlig falschen Voraussetzungen geschlossen wurde und daher von vornherein ungültig war. Nach einer solchen Annullierung können die ehemaligen Partner erneut kirchlich heiraten. Wer dagegen ohne kirchliche Eheannullierung standesamtlich heiratet, wird von den Sakramenten ausgeschlossen.

Eine Eheannullierung war bislang so kompliziert und teuer, dass sie für viele Katholiken unerreichbar blieb. Besonders in ärmeren Ländern gibt es in den Bistümern zudem keine Ehegerichte. Der Papst verfügte jetzt, falls es in einem Bistum ein solches dreiköpfiges Gericht nicht gibt, könne der Bischof entweder selbst entscheiden oder einen Priester und zwei Assistenten mit der Behandlung des Falles beauftragen. Auf Gebühren soll verzichtet werden. Die Antragsteller sollen lediglich für die Personalkosten aufkommen.

Von

ap

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