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06.06.2011

16:14 Uhr

Passagier im Pannen-ICE

"Wir wären richtig gebraten worden"

Kaum herrschen in Deutschland sommerliche Temperaturen, stehen die ICEs wieder still: Defekte Klimaanlagen sorgen wieder für Ausfälle. Die Bahn bekommt ihr Hitze-Problem einfach nicht in den Griff.

Wieder Probleme: Der ICE und seine Klimaanlage. Quelle: dpa

Wieder Probleme: Der ICE und seine Klimaanlage.

Für die Fahrgäste des ICE 586 auf dem Weg nach Hamburg war es ein Schock. Am Bahnhof von Würzburg fielen nicht nur Kühlung und Beleuchtung aus. Auch die Türen der Zuges ließen sich nicht mehr öffnen. Draußen entlud sich gerade ein Gewitter mit Platzregen. "Zum Glück, sonst wären wir richtig gebraten worden", berichtete Fahrgast Michael Kröher über die Ereignisse vom Sonntagnachmittag. Nach 20 Minuten war der Spuk vorbei, die Türen ließen sich wieder öffnen. Doch weiter fuhr der Zug nicht.

In etwa 20 Fernzügen der Bahn machten am Sonntag die Klimaanlagen schlapp, häufig in einzelnen Wagen, in einigen Zügen versagten sie sogar komplett. Wie vor einem Jahr musste in Bielefeld ein ICE geräumt werden, nachdem die Klimaanlage ausgefallen war. 500 Passagiere hätten aussteigen müssen, sagte eine Bahnsprecherin. Die Vorfälle erinnern an einige Tage im Juli 2010, an denen 53 Defekte der Innenraum-Kühlung gemeldet wurden. Der Unmut über die Bahn war damals so groß, dass Bahnchef Rüdiger Grube vom Verkehrsausschuss des Bundestages zum Rapport bestellt wurde.

Vor allem betroffen sind die 44 Züge der Typs ICE 2. Die Gründe für die Probleme des vergangenen Sommers seien erkannt, berichtete der Technik-Vorstand der Bahn, Volker Kefer, vor einigen Wochen. "Wir glauben, dass es besser wird", sämtlichen Problemen dürfte aber noch nicht vorzubeugen sein, sagte er. Genau dies bewahrheitet sich nun.

Die Bahn hielt sich zu den Einzelheiten der jüngsten Pannenserie bedeckt. Im vorigen Sommer hatten sich manche Klimaanlagen, die eigentlich bis 42 Grad arbeiten sollen, schon unterhalb dieser Schwelle automatisch abgeschaltet. Zum Teil fuhr auch noch die Energieversorgung für das Kühlsystem herunter.

Kommentare (3)

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senkjuhfortrevvelingwissdeutsche

06.06.2011, 19:16 Uhr

Wie bei Wilhelm Buschs fliegendem Frosch:
"Wenn einer, der mit Mühe kaum
Gekrochen ist auf einen Baum,
Schon meint, daß er ein Vogel wär,
So irrt sich der."
Das kommt dabei heraus, wenn ein Haufen von Stümpern aus den Zügen Flugzeuge machen will. Abteile? Geht nicht, gibt es ja auch im Flugzeug nicht. Vierer-Sitzgruppen? Geht nicht, gibt es ja auch im Flugzeug nicht. Fenster zum Öffnen? Geht nicht, gibt es ja auch im Flugzeug nicht. Auch kleine Notluken zum Durchlüften? Nein, geht nicht, weil... siehe oben.
Vielleicht kann man ja auch die Autoindustrie davon überzeugen, in Zukunft keine Fahrzeuge mehr anzubieten, bei denen sich die Seitenfenster öffnen lassen.

Account gelöscht!

06.06.2011, 21:52 Uhr

Die Politik in Deutschland kümmert sich nicht um ihren Patienten DB AG.

Denn volkswirtschaftlich schadet ein schlechter Bahnkonzern den Staat mehr als materielle Verluste. Sowohl die Umweltbilanz, als auch die Infrastruktur (Straße) könnte durch eine intensivere und reibungslosere Nutzung der Bahn geschont werden.

Aber weder Ramsauer, noch Merkel oder Rösler haben ein wirkliches Interesse den deutschen Bahnkonzern auf Vordermann zu bringen - Schade aber auch! Schließlich sind es ja überwiegend auch nur unsere Steuergelder (die sinnlos in den Rachen des Bahnriesen verschwinden - durch Investitionen und EK-Ausstattung des Staates!)

Account gelöscht!

06.06.2011, 21:55 Uhr

@senkjuhfortrevvelingwissdeutsche

Ein sehr schönes Gedicht - dass leider beim DB AG-Konzern immer stimmt.

Gruß vom alten Bahnfan

lieber3103

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