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20.08.2013

14:50 Uhr

Pervez Musharraf

Pakistans Ex-Präsident wieder vor Gericht

Der Ex-Militärmachthaber Pakistans wurde bereits 2007 wegen Mordes angeklagt. Pervez Musharraf hatte sich für unschuldig erklärt. Nachdem er nun aus dem Exil zurückgekehrt ist, soll ihm der Prozess gemacht werden.

„Wir haben keine Angst vor dem Prozess“, verkündete Pervez Musharrafs Anwalt. ap

„Wir haben keine Angst vor dem Prozess“, verkündete Pervez Musharrafs Anwalt.

RawalpindiPakistans Ex-Militärmachthaber Pervez Musharraf ist offiziell wegen seiner mutmaßlichen Verwicklung in die Ermordung von Oppositionsführerin Benazir Bhutto im Dezember 2007 angeklagt worden. „Er wurde wegen Mordes, krimineller Verschwörung für einen Mord und Beihilfe zum Mord angeklagt“, sagte Staatsanwalt Chaudhry Azhar am Dienstag in Rawalpindi der Nachrichtenagentur AFP. Musharraf habe sich für unschuldig erklärt. Das Verfahren soll am 27. August fortgesetzt werden.

Bhutto war im Dezember 2007 bei einer Wahlkampfveranstaltung in Rawalpindi ermordet worden. Bei dem Selbstmordattentat und der anschließenden Schießerei wurden 16 weitere Menschen getötet. Die Anklage gegen Musharraf wegen des Todes von Bhutto ist ein beispielloser Vorgang für Pakistan, das den größten Teil seiner Geschichte vom Militär regiert wurde.

Musharraf, der von 1999 bis 2008 an der Spitze des Landes stand, war erst Ende März nach vier Jahren im Exil in sein Heimatland zurückgekehrt, um an der Parlamentswahl im Mai teilzunehmen. Ein Gericht untersagte jedoch seine Kandidatur. Der frühere Armeechef steht derzeit in seiner Villa am Rande der Hauptstadt Islamabad unter Hausarrest; der 70-Jährige verließ diese aber am Dienstag für den Gerichtstermin. „Die Anklagepunkte wurden ihm vorgelesen. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen“, sagte Azhar.

Musharrafs Verteidiger bezeichneten die Vorwürfe der Anklage als unbegründet. „Wir haben keine Angst vor dem Prozess“, sagte der Anwalt Syeda Afshan Adil. Ein Bericht der UNO war im Jahr 2010 zu dem Schluss gekommen, dass Bhuttos Tod hätte verhindert werden können, wenn die damalige Regierung ihm den nötigen Schutz gewährt hätte. Beobachter halten eine Verurteilung des Ex-Präsidenten wegen Mordes aber für unwahrscheinlich. Es werde sehr schwierig zu beweisen, dass Musharraf hinter der Tat stehe, sagte der politische Analyst Imtiaz Gul.

Von

afp

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