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11.11.2013

19:12 Uhr

Philippinen nach dem Taifun

Uno rechnet „mit dem Schlimmsten“

Die Versorgung der Bevölkerung läuft nach dem verheerenden Taifun nur schleppend an. Die Hilfsorganisationen kommen wegen der zerstörten Landschaften nur langsam voran. Die Seuchengefahr steigt.

Insbesondere Kinder trifft die Naturkatastrophe hart. dpa

Insbesondere Kinder trifft die Naturkatastrophe hart.

Die Welt muss nach den Worten eines UN-Experten nach dem verheerenden Taifun auf den Philippinen „mit dem Schlimmsten rechnen“. Es sei zu befürchten, dass mehr als 10.000 Menschen durch den Sturm "Haiyan" getötet und 660.000 weitere obdachlos geworden seien, sagte John Ging vom UN-Büro für die Koordinierung der Hilfseinsätze (OCHA) am Montag in New York. Ging kündigte einen UN-Appell für internationale Hilfe in großem Umfang an. Die philippinische Regierung hatte die Zahl der Todesopfer durch den Wirbelsturm zuvor auf 10.000 geschätzt. Der Taifun war am Freitag über die ostphilippinischen Inseln Leyte und Samar hinweggezogen und hatte ganze Landstriche verwüstet. Regierungen und Organisationen weltweit sagten ihre Hilfe zu.

Doch nach dem verheerenden Taifun „Haiyan“ erreicht Hunderttausende Opfer in den verwüsteten Landschaften auf den Philippinen kaum Hilfe. An Angeboten aus aller Welt fehlt es nicht, dennoch kommt die Versorgung mit dem Nötigsten nach dem Sturm apokalyptischen Ausmaßes kaum voran. Die philippinische Regierung erklärte die Region zum Katastrophengebiet. Überall liegen Leichen, die Seuchengefahr steigt rapide. Auf vielen Straßen türmt sich der Schutt meterhoch.

Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde starben im Osten des Landes mindestens 1774 Menschen, die meisten von ihnen ertranken in tsunamiartigen Flutwellen. Mehr als 2000 Menschen wurden verletzt. Rund neun Millionen Menschen seien betroffen. Aber die Schätzungen von Hilfsorganisationen gehen mitunter von mehr als 10 000 Toten aus.

Taifun „Haiyan“ wütete wie ein Tornado, aber auf einer viele Hundert Mal größeren Fläche. Die Verwüstung ist zu vergleichen mit jener nach dem Tsunami 2004 in Indonesien und auf Sri Lanka. Präsident Benigno Aquino beschwor seine Landsleute: „Ich versichere allen: Die Hilfe kommt in den nächsten Tagen schneller an. Ich appelliere an alle: bleibt ruhig, betet und helft einander. Nur so können wir diese Tragödie meistern.“

Doch diese Worte sind vielen kein Trost. Geschäfte sind geplündert, ein Hilfskonvoi wurde nach Angaben des Roten Kreuzes ausgeraubt. „Die Sicherheitslage wird eine immer größere Herausforderung“, schrieb Greg Barrow, Sprecher des UN-Ernährungsprogramms, via Twitter. „Die Bevölkerung bewegt sich vom Land in die Stadt auf der Suche nach Wasser, Essen, Hilfsmitteln.“

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