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18.11.2013

15:14 Uhr

Philippinen

Taifun hat Milliardenschäden verursacht

Der Taifun „Haiyan“ hat Schäden in zweistelliger Millionenhöhe verursacht. Doch kaum ein Haus oder Auto auf den Philippinen ist versichert. Inzwischen hat der Präsident das Kommando über die Hilfsaktionen übernommen.

Zerstörung und Verwüstung

Amateurvideo zeigt Taifun „Haiyan”

Zerstörung und Verwüstung: Amateurvideo zeigt Taifun „Haiyan”

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Tacloban/New York/ManilaDer Taifun „Haiyan“ hat nach Einschätzung von Experten Schäden in bis zu zweistelliger Milliarden-Höhe verursacht. Doch nur ein kleiner Bruchteil davon ist gedeckt, weil kaum Häuser, Autos oder Boote in dem armen Land versichert sind.

Während die eigentliche Schadenssumme bei 6,5 bis 14,5 Milliarden Dollar liegen könnte, müssten Versicherer daher voraussichtlich für gerade einmal 300 bis 700 Millionen Dollar geradestehen, schätzte der US-Risikomodellierer AIR Worldwide. Bei Stürmen in Europa oder in den USA sind Assekuranzen stets viel stärker betroffen.

Das Elend der im Stich gelassenen Taifun-Opfer hat unterdessen Präsident Benigno Aquino persönlich auf den Plan gerufen. Der selbst in die Kritik geratene Präsident übernahm am Montag das Kommando über die Organisation der Hilfsaktionen. Er beschloss nach einem Besuch im Katastrophengebiet, so lange selbst vor Ort zu bleiben, bis Hunderttausende angemessen versorgt sind. Er übernachtete in der verwüsteten Stadt Tacloban und inspizierte am Montag die Hilfsaktivitäten. Aquinos Entscheidung, vor Ort zu bleiben, sei spontan gefallen, hieß es.

Der Präsident konnte seinen Frust kaum verbergen. Was ist schief gelaufen? fragte ihn ein BBC-Reporter. „Fragen sie die Lokalbehörden“, antwortete Aquino. Die Lokalbehörden seien immer die ersten Hilfe-Leister, die nationale Regierung könne das nur ergänzen. „Nur wenn dieses Rückrat nicht existiert, wie sollen wir dann etwas ergänzen?“ sagte er verärgert. „Da ist etwas auf Behördenseite sehr schief gelaufen.“

Brisant ist, dass der Präsident und der Bürgermeister von Tacloban, Alfred Romualdez, rivalisierenden politischen Clans angehören. Romualdez ist ein Neffe der Witwe von Diktator Ferdinand Marcos, Imelda. Aquino ist Sohn des Marcos-Widersachers Benigno Aquino, der bei der Rückkehr 1983 aus dem Exil von Marcos-Schergen am Flughafen erschossen wurde. Romualdez wehrte sich gegen die Vorwürfe: „Das Problem ist wohl die Koordination zwischen der nationalen Regierung hier vor Ort und in Manila“, sagte er der BBC.

„Wie verdoppeln unsere Kapazitäten, um diesen Einsatz so lange wie nötig aufrecht zu erhalten“, sagte der Chef der Katastrophenbehörde, Eduardo Del Rosario, in Manila. „Geduld, wir bitten alle Menschen um Hilfe, damit niemand hungern muss.“ Die Wasserversorgung in Tacloban sei bereits wieder hergestellt.

Nach Angaben von Innenminister Mar Roxas sollen so schnell wie möglich Strom und Benzin zur Verfügung stehen, und Banken sollen bald öffnen, damit das Geschäftsleben wieder starten kann. Noch am Montag sollte die Straßenbeleuchtung auf einer zehn Kilometer langen Strecke zwischen Tacloban und Palo wieder eingeschaltet werden. „Wir wollen den Menschen Hoffnung geben“, sagte Energieminister Jericho Petilla im Rundfunk.

Die Zahl der Todesopfer durch den Taifun lag am Montag bei 3976. Fast 1600 Menschen waren vermisst gemeldet. Taifun „Haiyan“ war der gewaltigste Taifun, der je Land erreichte. Er war am 8. November quer über den Inselstaat gefegt und hatte meterhohe Sturmfluten ausgelöst, die an einem hunderte Meter breiten Küstenstreifen alles fort rissen. Hunderttausende wurden obdachlos.

Die USA stockten ihre Hilfe für die Taifun-Überlebenden auf den Philippinen auf. Sie stellen weitere zehn Millionen Dollar und damit insgesamt 37 Millionen Dollar (27,4 Millionen Euro) zur Verfügung, wie eine Sprecherin der staatlichen Hilfsorganisation USAid am Montag in Manila erklärte. Saudi-Arabien spendete am Montag zehn Millionen Dollar. Insgesamt erreichten die philippinischen Behörden bis Montag 271 Millionen Dollar, teilte das Außenministerium mit. Deutschland war mit insgesamt 6,5 Millionen Euro dabei.

Kommentare (1)

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18.11.2013, 15:01 Uhr

Es lieferten sich auch Wortgefechte Corina Sanchez, ein sehr beliebter TV host des lokalen Netzwerks ABS/CBN und Ehefrau des Innenministers Mar Roxas, mit CNN's Anderson Cooper, der in seinem AndersonCooper360 Report 5 Tage nach dem Taifun in Tacloban eintraf und zu seiner Verwunderung immer noch das reine Chaos vorgefunden hat während Innenminister Roxas wohl in erster Linie seine eigene Provinz Capiz (Roxas City), die etwas weniger stark betroffen war, zu bevorzugen schien. Auf diese Feststellung sagt Frau Sanchez in Ihrer Morgenshow, dieser weisshaarige Reporter weiss wohl nicht wovon er redet, während Herr Cooper Fr. Sanchez empfahl mal selber nach Leyte zu fahren, da Sie als Frau des Innenministers bestimmt die Möglichkeit dazu hätte......dieser tiff ging viral in Manila bei den Netizens.

Zum Glück scheint jetzt aber auch die Landverbindung von Manila nach Leyte über das ebenfalls betroffene Samar zu funktionieren.

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