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24.09.2015

18:48 Uhr

Pilgerfahrt Hadsch

Mehr als 710 Tote bei Massenpanik bei Mekka

Die Wallfahrt nach Mekka ist für jeden gläubigen Muslim eines der größten Erlebnisse des Lebens. Bei der alljährlichen Pilgerfahrt ist es jedoch erneut zu einer Tragödie gekommen. Viele Politiker zeigten sich bestürzt.

Katastrophe bei islamischer Wallfahrt

Hunderte Pilgerer sterben bei Massenpanik in Mekka

Katastrophe bei islamischer Wallfahrt: Hunderte Pilgerer sterben bei Massenpanik in Mekka

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MekkaDie schlimmste Katastrophe während der islamischen Mekka-Wallfahrt seit einem Vierteljahrhundert hat mindestens 717 Pilger in den Tod gerissen. Bei der Massenpanik seien außerdem 863 Gläubige in dem Ort Mina verletzt worden, meldete die saudische Zivilverteidigung am Donnerstag. Es ist das schwerste Unglück bei Massenveranstaltungen weltweit in den vergangenen zehn Jahren. Zahlreiche Staatschefs sprachen ihr Beileid aus.

Warum das Unglück trotz Milliarden-Investitionen der saudischen Behörden in ein Sicherheitskonzept geschehen konnte, war zunächst unklar. Die Zivilverteidigung erklärte, am Donnerstagmorgen sei es an einer Kreuzung in Mina nahe Mekka zu einem Stau gekommen. Dann sei eine Massenpanik ausgebrochen. Bilder zeigten, wie die Opfer im weißen Pilgergewand auf Liegen versorgt und weggetragen wurden. Auf einem Amateurvideo waren Leichen zu sehen, die auf der Erde lagen.

Die Unglücke in Mekka

2. Juli 1990

In einem Tunnel zwischen Mekka und Mina entsteht ein tödliches Gedränge. Vermutlich war die Belüftungsanlage ausgefallen. Mehr als 1400 Pilger ersticken oder werden zu Tode getrampelt.

23. Mai 1994

Auf der Dschamarat-Brücke in Mina werden 270 Menschen zu Tode gedrückt.

15. April 1997

Bei einem Großbrand in einem Zeltlager kommen mehr als 300 Pilger ums Leben. Das Feuer wird offenbar von explodierenden Gasflaschen ausgelöst, wie sie zum Kochen benutzt werden.

9. April 1998

Ebenfalls bei der symbolischen Satanssteinigung sterben in der Ebene von Mina 118 Pilger.

5. März 2001

Mindestens 35 Pilger werden im Getümmel in Mina getötet. Das Unglück ereignet sich bei der rituellen „Steinigung des Teufels“.

1. Februar 2004

Während der Hadsch-Wallfahrt in Saudi-Arabien werden in Mina 251 Menschen zu Tode getrampelt.

5. Januar 2006

Ein Pilgerhotel in der Nähe der Großen Moschee stürzt ein, 76 Menschen sterben.

12. Januar 2006

Ein fatales Gedränge entsteht, als Pilger über mitgebrachte Gepäckstücke auf der Dschamarat-Brücke in Mina stolpern. Nachfolgende Pilger trampeln die Gestürzten zu Tode. 362 Muslime kommen ums Leben.

11. Septemer 2015

Etwa 107 Gläubige sterben und mehr als 230 werden verletzt, als ein Kran im Sturm auf die Große Moschee in Mekka stürzt.

Die Opfer kommen aus unterschiedlichen Nationen. Nach Angaben saudischer Medien machten sich in diesem Jahr mehr als zwei Millionen Menschen auf die Pilgerfahrt nach Mekka, darunter fast 1,4 Millionen aus anderen Ländern. Das saudi-arabische Mekka ist die heiligste Stadt des Islams, dort wurde der Prophet Mohammed geboren. In Mina ziehen die Gläubigen am dritten Tag der Wallfahrt zu einer fünfstöckigen Fußgängerbrücke, wo sie Steine auf Säulen werfen, die den Teufel symbolisieren.

Nach einem schweren Unglück im Jahr 2006 hatte es mehrere Umbauten gegeben, die für einen reibungslosen Strom der Pilger sorgen und einen Massenandrang verhindern sollten. Damals waren bei einer Massenpanik mehr als 350 Gläubige zu Tode getrampelt worden. Deswegen werden die Pilger nun eigentlich so geleitet, dass sich ihre Wege nicht mehr kreuzen.

Der saudische Gesundheitsminister Khaled al-Falih machte am Donnerstag Pilger für die Massenpanik verantwortlich. Einige von ihnen hätten sich nicht an die vorgegebene Aufteilung der Pilgergruppen gehalten und die Anweisungen missachtet.

Viele Politiker zeigten sich bestürzt. Aus Deutschland kondolierten Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). „Ich bin erschüttert“, sagte Steinmeier. „Dem saudischen Volk, allen Pilgern, die sich auf den Weg nach Mekka gemacht haben und insbesondere den Familien der Opfer, die von einem solch schrecklichen Schicksalsschlag getroffen werden, gilt mein tiefes Mitgefühl.“

Auch der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Kremlchef Wladimir Putin sprachen den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. Großbritanniens Premierminister David Cameron schrieb auf Twitter: „Ich bin in Gedanken und Gebeten bei den Familien derer, die auf der Pilgerreise getötet wurden.“ Schätzungen zufolge reisen etwa 25 000 Briten jährlich nach Mekka. Dem Londoner Außenministerium zufolge ist noch unklar, ob Briten ums Leben gekommen sind.

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