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31.03.2014

15:02 Uhr

Piloten wollen mehr Geld

425.000 Passagiere von Lufthansa-Streik betroffen

Wegen der Streikdrohung ihrer Piloten hat die Lufthansa 3.800 Flüge gestrichen. 425.000 Flüge Menschen werden ihre Flüge nicht wahrnehmen können. Welche Rechte Passagiere jetzt haben.

Lufthansa-Piloten streiken ab Mittwoch bundesweit: Besonders die Zukunft der Übergangsrenten für die Flugzeugführer ist strittig. dpa

Lufthansa-Piloten streiken ab Mittwoch bundesweit: Besonders die Zukunft der Übergangsrenten für die Flugzeugführer ist strittig.

DüsseldorfEs wird der ganz große Ausnahmezustand deutschen Flughäfen: Die Vereinigung Cockpit (VC) hat bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings einen dreitätigen bundesweiten Streik von Mittwoch, 2. April, von 00:00 Uhr, bis Freitag, 4. April, um 23:59 Uhr, angekündigt.

Die Lufthansa streicht wegen des Streiks der Piloten von Mittwoch bis Freitag 3.800 Flüge. Das teilte die Fluggesellschaft am Montag mit. Davon seien voraussichtlich mehr als 425.000 Passagiere betroffen.

Wer betroffen ist: Passagiere, die einen Flug mit Lufthansa oder Germanwings gebucht haben, müssen also bundesweit mit erheblichen Flugausfällen rechnen. Die Gesellschaft fliegt täglich rund 1800 Verbindungen. Die Konzerntöchter Swiss und Austrian Airlines haben eigene Tarifverträge und würden von einem Ausstand bei der Lufthansa nicht berührt. Germanwings-Flüge, die von Eurowings durchgeführt werden, sind ebenso nicht vom Streik betroffen.

Am Montag Mittag veröffentlicht die Lufthansa einen Sonderflugplan und informiert über alternative Reisemöglichkeiten. Wie umfangreich das für Montag angekündigte Alternativangebot ausfallen wird, war Tags zuvor noch unklar. Unterdessen versucht Europas größte Fluggesellschaft, den Streik noch abzuwenden.

Was bereits feststeht: Ab sofort können Passagiere einmalig kostenlos umbuchen, die im Besitz eines Lufthansa-, SWISS-, Australian Airlines oder Brussel Airlines Ticket für Flüge am 2. bis zum 4. April von, nach oder über Deutschland sind.

Streiks im deutschen Luftverkehr

5. März 2008

Auf dem Frankfurter Flughafen legen laut Gewerkschaft Verdi rund 2.000 Mitarbeiter von Vorfeld, Passagierkontrolle und Werkstätten für vier Stunden ihre Arbeit nieder.

23. Januar 2009

Wegen eines Warnstreiks des Kabinenpersonals fallen 44 Flüge von und nach Frankfurt aus. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO verlangt Tariferhöhungen.

Februar 2012

Bei einem tagelangen Arbeitskampf in Frankfurt fallen mehr als 1.700 Flüge aus. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will für Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen und Flugzeug-Einweiser mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen.

27. März 2012

Wegen Warnstreiks an den Flughäfen in Frankfurt/Main, Köln/Bonn, Düsseldorf, München, Stuttgart, Bremen und Hannover fallen Hunderte Flüge aus. Über Stunden sorgen die von der Gewerkschaft Verdi vertretenen Mitarbeiter von Feuerwehr, Gepäckabfertigung und Bodenverkehrsdiensten dafür, dass nicht mehr viel geht.

7. September 2012

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO verursacht den bis dahin größten Ausfall an einem einzigen Streiktag in der Geschichte der Lufthansa. Rund 1.000 Flüge werden gestrichen, mehr als 100.000 Passagiere sind betroffen. Bei zwei Streikwellen in den Tagen zuvor waren insgesamt bereits rund 500 Flüge ausgefallen.

Januar/Februar 2013

Streiks des Sicherheitspersonals privater Dienstleister legen mehrere deutsche Flughäfen mehrfach weitgehend lahm. In Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn kommt es zu massiven Behinderungen.

22. April 2013

Die Gewerkschaft Verdi ruft zu einem ganztägigen Warnstreik auf, um Forderungen nach Jobgarantien und 5,2 Prozent mehr Geld durchzudrücken. Das Bodenpersonal der Lufthansa sorgt dafür, dass von 1.720 geplanten Flügen nur noch 32 stattfinden.

21. Februar 2014

Private Sicherheitsleute legen mit einem 21-stündigen Warnstreik den Frankfurter Flughafen nahezu lahm. Verdi fordert für die Beschäftigten einen Einheitsstundenlohn von 16 Euro.

2. April 2014

Im April kommt es zum längsten Arbeitskampf der Piloten bei der Lufthansa jemals. Die Vereinigung Cockpit (VC) ruft ihre Mitglieder bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings auf, für drei Tage die Arbeit niederzulegen. Die Lufthansa reduzierte in diesen Tagen ihr Flugplanangebot stark und strich insgesamt 3800 Flüge, wodurch weit über 400.000 Passagiere betroffen waren.

29. August 2014

Die Gewerkschaft Cockpit ruft Piloten der Lufthansatochter Germanwings zum Arbeitsausstand auf. Streitpunkt sind vor allem die Regelungen zur Übergangsversorgung der bei Lufthansa angestellten Piloten. Von dem sechsstündigen Streik an sieben Standorten sind 116 von 164 Germanwings-Flügen an dem Tag betroffen, 15.000 Passagiere können nach Angaben der Airline nicht wie gewohnt reisen.

Hierbei müssen allerdings folgende Bedingungen beachtet werden:

  • Das Ticket muss vor/am 28. März 2014 ausgestellt worden sein
  • Das neue Reisedatum muss vor/am 30. September 2014 liegen
  • Abflugs-/Ankunftsort sowie Serviceklasse müssen beibehalten werden
  • Alle weiteren Ticketkonditionen müssen beibehalten werden

Für Umbuchungen können Fluggäste das Service Center der Lufthansa unter +49(0)69-86-799-799 bzw. unter einer der lokalen Lufthansa Rufnummern kontaktieren.

Kommentare (9)

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31.03.2014, 12:21 Uhr

Immerhin hat sich auf meinen beiden Flügen heute morgen das Kabinenpersonal den Spruch "Wir würden uns freuen, Sie bald mal wieder an Bord der Star Alliance begrüßen zu können." verkniffen. Wie auch letzte Woche steht nun einmal wieder in den Sternen, ob und wie ich heim komme. Fliegen wird halt immer abenteuerlicher.

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31.03.2014, 15:09 Uhr

warum bestreiken wir im Gegenzug nicht einmal die Lufthansa (wenigstens auf interkontinentalen Routen)

Account gelöscht!

31.03.2014, 15:15 Uhr

und das sänk iu for travel wis deutsche bahn: man wartet förmlich auf diesen Trost in noch mehreren Sprachen, um sich den Schwachsinn der deutschen Bahn alternativ antun zu müssen.

Und was den Streik anbelangt: die Piloten haben vollkommen recht: jedenfalls möchte ich nicht in einem Flieger sitzen müssen, in dem die Piloten nach unzumutbar kurz wirkenden Ruhepausen mich in irgendeinen Ozean fliegen: Zwar soll es "nur" um Geld gehen: dass die Arbeitsbedingungen von Piloten sukzessive den sicheren Betrieb von Airlines gefährden: darüber wird eben nicht berichtet.
Stattdessen lesen wir von Traumgehältern sowie von Traumkonditionen...
Man sollte die Leute wirklich dumm halten, damit die nicht merken, wie sie vereimert werden.
sänks for travelling wis ur ridicules...

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