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24.10.2012

14:07 Uhr

Piusbruderschaft

Umstrittener Bischof Williamson wird ausgeschlossen

Er war seinen Mitbrüdern und der katholischen Amtskirche schon lange ein Dorn im Auge. Jetzt hat die Piusbruderschaft den Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson ausgeschlossen.

Die erzkonservative Piusbruderschaft hat den umstrittenen Bischof Richard Williamson ausgeschlossen. dpa

Die erzkonservative Piusbruderschaft hat den umstrittenen Bischof Richard Williamson ausgeschlossen.

Stuttgart/RegensburgDie erzkonservative Piusbruderschaft hat den umstrittenen Bischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson ausgeschlossen. Er habe sich seit Jahren von der Führung und Leitung der Priesterbruderschaft entfernt und geweigert, Respekt und den Gehorsam zu bezeugen, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Stuttgart. Zudem stehe die Entscheidung im Zusammenhang mit einem Interview des Bischofs für das schwedische Fernsehen, in dem er den Holocaust geleugnet habe.

Wegen Volksverhetzung muss sich der 72-Jährige Brite im kommenden Jahr deshalb erneut vor dem Regensburger Amtsgericht verantworten. Eine erste Verurteilung des Bischofs hatte das Oberlandesgericht Nürnberg (OLG) im Februar wegen Verfahrensmängeln kassiert. Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft den Strafbefehl überarbeitet. Dabei geht es um einen Betrag von maximal 6500 Euro (100 Tagessätze zu je 65 Euro).

Williamson hatte 2008 im TV-Interview im Priesterseminar der Piusbruderschaft in Zaitzkofen bei Regensburg den Mord an sechs Millionen Juden durch die Nazis und die Existenz von Gaskammern bestritten. Wörtlich sagte er damals aus dem Englischen übersetzt: „Ich glaube, dass die historischen Beweise gewaltig dagegen sprechen, dass sechs Millionen Juden vorsätzlich in Gaskammern vergast wurden als vorsätzliche Strategie Adolf Hitlers. (...) Ich glaube, es gab keine Gaskammern.“

Der Verteidiger Williamsons ist überzeugt, dass die deutsche Justiz für den Fall gar nicht zuständig ist. „Ein britischer Staatsbürger hat einem schwedischen Fernsehsender ein Interview gegeben, das zur Ausstrahlung in Deutschland nicht vorgesehen war“, hatte Rechtsanwalt Edgar Weiler nach der Prozessankündigung am Montag gesagt.

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