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13.02.2004

17:33 Uhr

Plädoyers voraussichtlich am Montag

Eklat im Prozess gegen „Turbo-Rolf"

Plötzlich haben sie alle Gedächtnislücken: Mehrere Arbeitskollegen des Angeklagten im so genannten Autobahnraserprozess von Karlsruhe sind plötzlich alles andere als redselig. Der Richterin platzte deshalb am Freitag der Kragen. Ein Nebenkläger wollte einen der Zeugen sogar verhaften lassen.

HB KARLSRUHE. „Ich habe langsam die Schnauze voll. Es gibt hier beinahe niemanden mehr, dem man nicht die Würmer aus der Nase ziehen muss“, sagte Richterin Brigitte Hecking am Freitag. Sie ermahnte einen Zeugen mit den Worten: „Warum können sie nicht einfach mal die Wahrheit sagen?“

Mehrere Arbeitskollegen des angeklagten Daimler-Chrysler-Ingenieurs äußerten sich vor Gericht zurückhaltender als zuvor in den polizeilichen Vernehmungen, wie aus den Protokollakten hervorgeht. Sie beriefen sich auf Erinnerungslücken. Ein Vertreter der Nebenklage hatte bereits am Mittwoch den Verdacht geäußert, dass sich die Kollegen vor dem Prozess abgesprochen hätten, um den Angeklagten zu decken. Am Freitag beantragte er für einen Zeugen einen Haftbefehl wegen mutmaßlicher Falschaussage. Der Antrag wurde abgelehnt.

Der 34-jährige Ingenieur soll auf der A 5 durch Drängeln einen Unfall verursacht haben, bei dem eine Mutter und ihr Kind getötet wurden. Ihm werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs und Unfallflucht vorgeworfen. Zum Prozessauftakt hatte er jegliche Beteiligung an dem Unfall vom 14. Juli 2003 bestritten.

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