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07.04.2006

19:26 Uhr

Plagiatsvorwurf

Gericht fällt Urteil über Dan Brown

Dan Brown hat keine Ideen gestohlen. Und er hat für seinen Weltbestseller „Sakrileg“, der in wenigen Wochen unter dem Originaltitel „The Da Vinci Code“ in die Kinos kommt, auch nicht in unerlaubten Maße abgeschrieben. Das befand am Freitag Richter Peter Smith am Obersten Gerichtshof Englands in London.

HB LONDON. „Diese Entscheidung zeigt, dass die Vorwürfe absolut jedweder Grundlage entbehrten“, betonte Brown in einer Erklärung.

„Ein Romancier muss die Freiheit haben, historische Werke zu verwenden, ohne fürchten zu müssen, dass seine persönliche Integrität in Misskredit gebracht wird“, sagte Brown. Nachdem er viel Zeit und Energie auf die Abwehr der Anschuldigungen verwendet habe, sei er „jetzt begierig, meinen neuen Roman zu schreiben“. Scherzhaft fügte er hinzu, das Londoner Gerichtsgebäude im neogotischen Stil, das gegenüber der in seinem Buch erwähnten Tempelritter-Kirche liegt, wolle er sich demnächst genauer anschauen.

„Wir sind erleichtert, aber wir haben auch kein anderes Urteil erwartet“, sagte eine Sprecherin des US-Verlages Random House, in dem der mehr als 40 Millionen Mal verkaufte Religionsthriller erschien. Mit dem Aufsehen erregenden Prozess hatten der Neuseeländer Michael Baigent und der Amerikaner Richard Leigh eine Millionenentschädigung angestrebt. Sie hatten behauptet, Brown habe wesentliche Elemente seines Romans ohne Genehmigung aus ihrem bereits mehr als 20 Jahre zuvor erschienenen Sachbuch „Der heilige Gral und seine Erben“ übernommen. Nun bleiben die Kläger auf hohen Prozesskosten sitzen.

Die beiden hatten zwar nicht Brown verklagt, sondern dessen Verlag, der zur deutschen Bertelsmann-Gruppe gehört. „Doch es war in Wirklichkeit völlig klar, dass hier Mister Brown vor Gericht stand“, sagte Richter Smith. Er wies darauf hin, dass der medienwirksame Prozess am Ende „die Verkäufe beider Bücher in die Höhe getrieben“ habe. Einige Leute hätten gar spekuliert, dass alle beteiligten Autoren das Gerichtsverfahren genau mit diesem Ziel angezettelt hätten. „Ich bin nicht in der Lage, diese zynische Sichtweise zu kommentieren.“

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