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26.01.2010

11:16 Uhr

Polen

Katholischer Bischof provoziert mit Juden-Hetze

Ein führender katholischer Geistlicher aus Polen hat vor dem Auschwitz-Gedenktag Aufsehen mit juden-feindlichen Aussagen erregt. Bischof Tadeusz Pieronek warf dem jüdischen Volk in einem Interview vor, die Verfolgung durch die Nationalsozialisten als Propaganda-Waffe zu missbrauchen.

HB ROM. Den Satz "Der Holocaust an sich ist eine jüdische Erfindung" zog er am Montag ausdrücklich zurück. Seine Aussagen seien manipuliert worden und er habe die Veröffentlichung nicht autorisiert, sagte der ehemalige Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz im Fernsehen. Das Interview stand jedoch am Abend weiter auf der konservativ katholischen italienischen Internetseite www.pontifex.roma.

"Es ist nicht richtig, diese Tragödie für Propagandazwecke auszunutzen", heißt es in dem Interview. Gedenktage wie der zur Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am Mittwoch sollten für die "Opfer des Kommunismus, für Katholiken, für verfolgte Christen und so weiter" gehalten werden. "Aber die Juden erhalten eine gute Presse, weil mächtige Finanzmittel hinter ihnen stecken, eine riesige Macht und die bedingungslose Rückendeckung der Vereinigten Staaten und das fördert eine bestimmte Arroganz, die ich unerträglich finde", sagte Pieronek der Internetseite zufolge. Auf die Frage, ob der Holocaust ausgenutzt werde, antwortete er: "Sicherlich wird er das. Er wurde als Propaganda-Waffe benutzt, um Vorteile herauszuschlagen, die oft ungerechtfertigt sind."

An den Gedenkfeiern im polnischen Auschwitz nimmt am Mittwoch unter anderem der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Polens Präsident Lech Kaczynski teil. In Berlin spricht Israels Präsident Schimon Peres aus Anlass des 65. Jahrestags vor dem Bundestag.

Kommentare (1)

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Robert

29.01.2010, 16:24 Uhr

Es ist durchaus richtig, was der bischof dort ausspricht, nur die wenigsten wissen das. Durch massive Propaganda und Verfälschung der Fakten durch die Medien und bestimmte interessengruppen hat sich in den Köpfen vieler Deutscher, Europäer und Amerikaner festgesetzt, dass der Holocaust eine "jüdische" Tragödie war. Leider wird fast nie ein Wort darüber verloren, dass in den KZs auch ca. 3 Mio. polnische bürger sowie viele Zigeuner, Homosexuelle, politische Dissidenten und Widerstandskämpfer sowie intelektuelle umgebracht wurden. ich kann diese ewige Reiterei auf dem Holocaust schon nicht mehr hören, weil es jedesmal als Verbrechen am Judentum dargestellt wird, was ganz klar nicht richtig ist. Die Polen haben insgesamt weitaus mehr Opfer durch den Krieg erlitten als die Juden, versuchen aber nicht, sich ständig als die Opfer darzustellen und überall auf der ganzen Welt Mahn-Denkmäler zu errichten, wie es die Juden machen. Es ist doch schon seit Jahren zu beobachten, dass man unaufhörlich auf der Holocaust Welle reitet.
Und nur so am Rande. Es widert mich dermassen an, dass jegliche Kritik und Rüge am jüdischen Volk immer sofort gleich als Judenhetze abgestempelt wird. Wenn ich die Amerikaner und die amerikanische Politik anprangere, betreibe ich ja auch keine Amerika-Hetze, genausowenig wie ich keine islam-Hetze betreibe, wenn ich die islamisten für ihre radikale Art kritisiere.
in Deutschland darf man ja nicht mal das Wort Jude in den Mund nehmen, ohne Gefahr zu laufen, als Anti-Semit verdächtigt zu werden.

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