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24.06.2014

11:58 Uhr

Polizei ermittelt

Schumachers Klinik zeigt Diebstahl von Krankenakte an

Die Krankenakte von Michael Schumacher ist gestohlen und offenbar Medienvertretern zum Kauf angeboten worden. Die Klinik in Grenoble hat Anzeige wegen Diebstahls und Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht erstattet.

Michael Schumacher im Jahr 2012: Strafanzeige bei Veröffentlichung der Krankenakte. dpa

Michael Schumacher im Jahr 2012: Strafanzeige bei Veröffentlichung der Krankenakte.

Lausanne/GrenobleDie Klinik von Michael Schumacher in Grenoble hat Anzeige wegen möglichen Diebstahls der Krankenakte des 45-Jährigen gestellt. Das Universitätskrankenhaus sei von Schumachers Managerin informiert worden, dass Medien angeblich Unterlagen des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters zum Kauf angeboten würden. Ohne die Dokumente zu kennen, habe man Anzeige wegen Diebstahls und Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht erstattet, teilte die Klinik am Dienstag mit.

Eine Woche nach der Verlegung von Michael Schumacher in eine Reha-Klinik hat der Diebstahl seiner Krankenakte für Erschütterung gesorgt. „Seit einigen Tagen werden einigen Medienvertretern gestohlene Dokumente/Daten zum Kauf angeboten, von denen der Anbieter behauptet, es handele sich um die Krankenakte von Michael Schumacher“, teilte seine Managerin Sabine Kehm am Montagabend mit. „Da kann man doch nur entsetzt und angewidert sein“, wurde sie von „bild.de“ zitiert.

Fakt sei, dass die Unterlagen gestohlen wurden, betonte Kehm in ihrer Mitteilung. Ob sie auch echt seien, können man nicht beurteilen. Die Polizei sei aber bereits eingeschaltet worden. Es wird ermittelt. Laut „bild.de“ hat der Verkäufer „als Mindestpreis 60.000 Schweizer Franken festgesetzt (etwa 50.000 Euro)“.

Kehm stellte unmissverständlich klar, was passiert, wenn diese höchst sensiblen und absolut privaten Inhalte an die Öffentlichkeit gelangen sollten. „Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass der Ankauf solcher Unterlagen/Daten sowie deren Veröffentlichungen verboten sind“, erklärte sie in ihrem Statement.

Der tragische Schumacher-Unfall

29. Dezember 2013, gegen 11.00 Uhr

Schumacher verunglückt. Er hilft einem gestürzten Freund, verlässt die markierte Piste, verliert die Kontrolle über die Ski und kracht mit dem Kopf auf einen Felsen. Auch Sohn Mick zählt zur Ausflugsgruppe.

29. Dezember 2013, Minuten nach dem Unfall

Minuten nach dem Unfall: Bergretter versorgen Schumacher. Er ist ansprechbar, aber verwirrt. Sein Helm soll bei dem Aufschlag kaputt gegangen sein. Der Rettungshubschrauber bringt ihn von Méribel ins Krankenhaus nach Môutiers.

29. Dezember 2013, gegen 12:40 Uhr

Schumacher wird ins Universitätskrankenhaus von Grenoble eingeliefert. Die Verletzungen waren zu schwer, um in Môutiers behandelt zu werden. Schumacher wird sofort notoperiert. Er hat ein Kopftrauma mit Koma. Bis dato weiß die Öffentlichkeit noch nichts von Schumachers Unfall.

29. Dezember 2013, früher Nachmittag

Französische Medien berichten als erste von Schumachers Skiunfall. Managerin Sabine Kehm bestätigt zunächst nur: „Michael ist bei einem privaten Skitrip in den französischen Alpen auf den Kopf gestürzt. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und wird medizinisch professionell versorgt.“

29. Dezember 2013, Nachmittag

Schumachers Familie ist in Grenoble. Wie schwer der zweimalige Familienvater verletzt ist, bleibt unklar.

29. Dezember 2013, früher Abend

Schumachers Zustand verschlechtert sich. Er schwebe in Lebensgefahr, berichten französische Medien. Sein ärztlicher Wegbegleiter Gérard Saillant kommt unter Polizeiaufgebot in Grenoble an. Im Internet beginnt eine Welle der Genesungswünsche. „Ich bete für dich, mein Bruder!“, schreibt Felipe Massa, einst Schumachers Teamkollege bei Ferrari: „Gott segne dich, Michael.“

29. Dezember 2013, später Abend

Die Ungewissheit hat ein Ende. Die Sorgen werden aber größer. Schumacher ist in kritischem Zustand, heißt es vom Krankenhaus. Ross Brawn, guter Freund und Erfolgsbegleiter Schumachers, kommt nun auch in Grenoble an. Die Sportwelt bangt. „Meine Gedanken sind bei Schumi“, schreibt Dirk Nowitzki.

30. Dezember 2013, Morgen

Erste Nacht überstanden. Um 11.00 Uhr aber die Schock-Diagnose: Sein Zustand ist weiterhin „außerordentlich ernst“. Schumacher schwebt in Lebensgefahr. Weit verbreitete Verletzungen im Gehirn. „Wir sind beunruhigt über seinen Zustand“, sagt der Neurologe Gerard Saillant. Keine Prognose zu Überlebenschancen.

30. Dezember 2013, Mittag

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich betroffen. „Wie Millionen von Deutschen waren auch die Bundeskanzlerin und die Mitglieder der Bundesregierung außerordentlich bestürzt, als sie von Michael Schumachers schwerem Skiunfall erfahren haben“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Schumachers Familie bedankt sich für die ergreifende Anteilnahme weltweit.

30. Dezember 2013, im weiteren Verlauf

Leichte Besserung. Die Ärzte sind selbst überrascht nach einem entsprechenden Gehirnscan. Um den Druck weiter zu verringern, nachdem sich Schumacher ein schweres Schädel-Hirn-Trauma mit Blutungen und Hämatomen zugezogen hat, entscheiden sie sich nach Absprache auch mit der Familie für eine zweite Operation.

30. Dezember 2013, gegen 22:00 Uhr

Zweiter Eingriff. Ein Hämatom in der linken Hirnseite wird entfernt. OP-Dauer etwa zwei Stunden. Keine Komplikationen. Die Öffentlichkeit erfährt von diesem Eingriff erst am nächsten Vormittag.

31. Dezember 2013, gegen 11:00 Uhr

Zweite Pressekonferenz des hochrangigen Ärzteteams. Schumachers Unfall ist 48 Stunden her. Der Gesundheitszustand hat sich leicht verbessert, zumindest haben die Mediziner die Situation nach eigener Aussage nun „etwas besser unter Kontrolle“. Schumacher bleibt aber in Lebensgefahr.

31. Dezember 2013, nach der Pressekonferenz

Zum ersten Mal werden Details zum Unfallhergang bekannt. Schumacher-Managerin Kehm berichtet zudem von einem Journalisten, der sich als Priester verkleidet Zutritt zu Schumacher verschaffen wollte.

1. Januar 2014

Managerin Kehm tritt vor die Presse. Die gute Nachricht: Schumachers Zustand ist in der Neujahrsnacht und am Vormittag stabil. Aber auch weiter kritisch. Lebensgefahr bleibt.

3. Januar 2014

Schumachers 45. Geburtstag. Über hundert Ferrari-Fans pilgern nach Grenoble und huldigen ihrem ehemaligen Piloten. „Wir sind überwältigt!“, teilt die Familie am Abend mit.

4. Januar 2014

Managerin Kehm stellt in einer Mitteilung klar: Schumachers Zustand bleibt stabil, aber kritisch. Zudem: Die Helmkamera, die Schumacher beim Unfall trug, wurde den Untersuchungsbehörden übergeben – „freiwillig“.

5. Januar 2014

Der „Spiegel“ berichtet von einem angeblichen Video eines Skifahrers, das Erkenntnisse über den Unfallhergang bringen könnte. Offiziell gibt es keine neuen Information.

8. Januar 2014

Michael Schumacher ist nach ersten Erkenntnissen der Ermittler nicht zu schnell gefahren. „Er fuhr mit angemessener Geschwindigkeit“, sagte der Kommandant der Gebirgsgendarmerie. Der Felsen, auf den Schumacher prallte, soll sich acht Meter abseits der Piste befunden haben.

17. Januar 2014

Der Gesundheitszustand ist unverändert, aber stabil. Schumachers Managerin Sabine Kehm teilte mit, „dass Michaels Familie sehr zufrieden ist mit der Arbeit des behandelnden Ärzteteams und dass sie ihnen absolut vertraut“.

30. Januar 2014

Michael Schumachers Narkosemittel werden reduziert, um ihn in einen Aufwachprozess zu überführen.

17. Februar 2014

Die Staatsanwaltschaft teilt nach Abschluss der Ermittlungen mit, dass es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt und kein strafbares Verhalten vorliegt.

4. April 2014

„Michael macht Fortschritte auf seinem Weg. Er zeigt Momente des Bewusstseins und des Erwachens“, teilt seine Managerin Sabine Kehm in einer Stellungnahme mit.

16. Juni 2014

Schumachers Managerin gibt bekannt: „Michael hat das CHU Grenoble verlassen, um seine lange Phase der Rehabilitation fortzusetzen. Er ist nicht mehr im Koma.“

„Daten aus der Krankenakte sind höchst vertraulich und dürfen der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht werden“, schrieb Kehm und kündigte in jedem Einzelfall Strafanzeige an, falls gegen die Wahrung der Intimsphäre verstoßen werde. Bislang drangen in den fast sechs Monaten kaum Details über Schumachers Zustand nach außen. Auch wenn Fremde schon versucht hatten, sich Zugang zu verschaffen.

Gleich zu Beginn hatte sich ein Mann als Priester verkleidet, um zu Schumacher zu gelangen. Später hatten zwei Personen versucht, ins Zimmer auf der Intensivstation des Uni-Hospitals in Grenoble zu gelangen, um Schumacher zu fotografieren. Vor allem zu Beginn lauerte ein riesiges Medienaufgebot vor dem Krankenhaus. Schumachers Frau Corinna appellierte sogar an die TV-Teams und Journalisten, das Gelände zu verlassen und die Ärzte in Ruhe arbeiten zu lassen.

Von ihr und der Familie gab es zu keinem Zeitpunkt Statements zum Zustand des mittlerweile 45-Jährigen, der sich bei seinem Sturz mit dem Kopf auf einen Felsen ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zugezogen hatte. Wenn, dann gab und gibt Managerin Kehm Informationen zu dem siebenmaligen Formel-1-Weltmeister bekannt. Völlig unklar ist bislang, wie die Akte nun in die Hände eines Fremden gelangen konnte.

Schumacher lag bis vergangenen Montag in der Universitätsklinik von Grenoble, dort war er nach seinem Skiunfall am 29. Dezember eingeliefert und monatelang behandelt worden.

Vor einer Woche teilte Managerin Kehm mit, dass Schumacher nicht mehr im Koma liege und nach Lausanne in eine Reha-Klinik gebracht worden sei. „Für die Zukunft bitten wir um Verständnis, dass seine weitere Rehabilitation außerhalb der Öffentlichkeit erfolgen soll“, hatte sie damals geschrieben.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

23.06.2014, 20:43 Uhr

Was gibt es nur für psychisch kranke Menschen ... die so etwas machen?

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