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29.10.2015

18:37 Uhr

Polizei findet Kinderleiche

Verdächtiger hat Mord an Mohamed gestanden

Es ist das tragische Ende eines Entführungsfalls: Die Berliner Polizei hat die Leiche des Flüchtlingskinds Mohamed in einem Fahrzeug gefunden. Der Besitzer des Wagens hat die Tat gestanden.

Vier Jahre alter Mohamed

Vermisster Flüchtlingsjunge: Leiche in Kofferraum entdeckt

Vier Jahre alter Mohamed: Vermisster Flüchtlingsjunge: Leiche in Kofferraum entdeckt

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BerlinDas Video aus der Überwachungskamera ist neun Sekunden lang. Ein Mann mit Tüte und Teddybär ist darauf zu sehen, an seiner Hand der kleine Mohamed. Das war das letzte Lebenszeichen des vierjährigen Flüchtlingsjungen, der vor vier Wochen in Berlin verschwand. Am Donnerstag kam die traurige Nachricht: Mohamed ist aller Wahrscheinlichkeit nach tot. Die Polizei fand im Auto eines Verdächtigen die Leiche eines Kindes. Das Erscheinungsbild der Leiche deute darauf hin, dass der Tod schon etwas zurückliege, so die Polizei. Der Körper sei in Katzenstreu eingebettet gewesen. Die Obduktion laufe noch. Der 32-jährige Besitzer des Fahrzeugs hat die Tat inzwischen gestanden.

Über Wochen bewegte das Schicksal des Jungen mit den großen braunen Augen die Berliner – besonders wegen der Bilder aus der Überwachungskamera und weil er an der überfüllten Registrierungsstelle für Flüchtlinge verschwand. Der mutmaßliche Täter schlug vor der Behörde in Moabit zu, an der täglich Hunderte Menschen warten. Dort geht es oft chaotisch zu, im Gedränge verliert man sich schnell.

Die Mordkommission ermittelte, durchsuchte die Umgebung, befragte Anwohner und Passanten. Hunderte von Hinweisen gingen ein, auch ein Hafengelände in der Nähe wurde durchsucht. Gefahndet wurde nach einem Täter, der „mitteleuropäisch“ aussieht, zwischen 35 und 50 Jahre alt ist, ein Brillenträger mit Geheimratsecken.

Anfang der Woche veröffentlichte die Polizei neue Bilder, die von der Kamera eines Lokals in der Nähe kommen sollen. Darauf ist ein bärtiger Mann mit hellem Pullover und Plastiktüte deutlich zu sehen. „Wer den Mann kennt, der erkennt ihn auch auf den Bildern“, sagte ein Polizeisprecher.

Die Familie von Mohamed kommt aus Bosnien-Herzegowina. „Ich hatte meine Kinder die ganze Zeit im Auge“, sagte die Mutter dem Fernsehsender n-tv. Als sie eine Wartenummer gezogen habe, sei der Kleine auf einmal weggewesen. „Ich habe überall gesucht, doch ihn nicht gefunden.“

Auf dem Videofilm ist zu sehen, wie Mohamed das Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) um 14.40 Uhr mit dem Mann verlässt. Um 16.30 Uhr habe seine Mutter ihn vermisst gemeldet, hieß es von der Polizei. Eine Stunde später habe die Kripo bereits das Gelände abgesucht.

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