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11.11.2011

19:29 Uhr

Polizistenmord von Heilbronn

Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Terrorverdachts

Die verstorbenen Tatverdächtigen des Polizistenmords von Heilbronn gehörten wohl der rechten Szene an - und waren offenbar auch in eine Mordserie an Türken und Griechen verwickelt. Nun ermittelt die Bundesanwaltschaft.

Exakt eine Woche nach der Explosion eines Wohnhauses sind Polizisten am 11. November in Zwickau noch immer mit der Spurensuche beschäftigt. dpa

Exakt eine Woche nach der Explosion eines Wohnhauses sind Polizisten am 11. November in Zwickau noch immer mit der Spurensuche beschäftigt.

Zwickau/KarlsruheNiemand ahnte etwas, als das Haus im gutbürgerlichen Zwickauer Ortsteil Weißenborn vor einer Woche plötzlich explodierte. Niemand ahnte, was sich Tage später in den Trümmern finden würde. Nachbarn berichteten nur von einer sonst ganz netten Susann, die es plötzlich sehr eilig hatte. Die ihre beiden Katzen mit der Bitte übergab, auf sie aufzupassen, und dann die Straße davon rannte. Da soll es in der Obergeschosswohnung in der Frühlingsstraße 26 schon aus den Fenstern gequalmt haben.

Eine Woche später wird der Verdacht immer stärker, dass in der Frühlingsstraße 26 eine rechtsextreme Terrorzelle zu Hause war. Susann heißt eigentlich Beate Z. und soll das Haus selbst angezündet haben - offenbar, um Beweise zu vernichten. Wofür, das wird nach und nach ruchbar und nimmt täglich größere Dimensionen an.

Am Freitag zog die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen wegen Terrorismusverdachts an sich. Der amtierende Generalbundesanwalt Rainer Griesbaum teilte mit, im Haus der mutmaßlichen Mörder in Zwickau sei die Pistole gefunden worden, mit der zwischen 2000 und 2006 die sogenannten Döner-Morde an sieben türkischstämmigen Deutschen und einem Griechen verübt worden seien.

Die Täter seien als Mitglieder einer rechtsextremen Gruppierung einzustufen, sagte Griesbaum. Zudem seien mehrere versandfertige DVDs an Nachrichtenagenturen und Islamische Kulturzentren gefunden worden, auf denen sich ein Propagandafilm einer Gruppe namens „Nationalsozialistischer Untergrund“ befunden habe. Die Filme offenbarten auch Täterwissen über die Imbissmorde, sagte Griesbaum. Außerdem sei Beweismaterial sichergestellt worden, das auf eine rechtsextremistische Motivation der Mordtaten hindeute. Die Behörde zog daher die Ermittlungen in beiden Fällen an sich.

„Es liegen zureichende tatsächliche Anhaltspunkte dafür vor, dass die Mordtaten einer rechtsextremistischen Gruppierung zuzuordnen sind“, erklärte die Bundesanwaltschaft. Vor einer Woche hatte die Polizei die beiden Männer Uwe B. und Uwe M. in einem Wohnmobil nahe Eisenach tot aufgefunden. In dem Wohnmobil entdeckten die Ermittler zudem die Dienstwaffe der im April 2007 getöteten Polizistin, nach deren Mördern seit Jahren gefahndet wird.

Kommentare (6)

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Helmers

11.11.2011, 20:07 Uhr

Hat der Verfassungsschutz und das LKA in Thüringen geschlafen? Welche Verbindung bestand zur NEO-NAZI Szene in Bayern und Baden Württemberg u.a., z.B. Nürnberg, Heilbronn/Schwäbisch-Hall? Wo bleibt die Bundestagsopposition und die des Landtags in Thüringen, warum wurden die SOKOS zur Klärung der Morde aufgelöst? Welche Spuren haben auf diese Täter hingewiesen?

Account gelöscht!

11.11.2011, 21:23 Uhr

Ja, so "löst" man die Fälle, wo umfassendes Versagen oder ganz andere Absichten im Hintergrund eine Rolle spielen. Eine angemessenen Propagandahetze gegen die Neonazis läßt sich auch gleich "mitverkaufen" und die Staatsanwaltschaften können zahlreiche Akten schließen. "Sauber" und "gute" Argumenten für neue Sicherheitsgesetze, immer rein mit diesem Müll in die dummen Hohlköpfe des Volkes!

Blinse

11.11.2011, 22:17 Uhr

Ja, mein brauner Freund,
die Propagandahetze gegen die Nazis tut mir auch wahnsinnig leid...

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