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03.04.2011

17:54 Uhr

Pollenflug

Allergiker unterschätzen ihr Leiden

Nicht jeder sehnt den Frühling herbei. Für einige Allergiker beginnt damit die unangenehmste Jahreszeit. Niesen, Juckreiz und rote Augen stören in Freizeit und Beruf - was nach Expertenmeinung überhaupt nicht sein muss.

Eine junge Frau niest in ein Taschentuch. Quelle: dpa

Eine junge Frau niest in ein Taschentuch.

BerlinNiesende und schniefende Allergiker sind zu dieser Jahreszeit wieder häufiger zu beobachten. Jeder fünfte Bundesbürger plagt sich jährlich aufs Neue mit den Pollen von Hasel, Erle, Pappel oder Buche. „Unnötig“, sagt der Allergologe Torsten Zuberbier von der Charité Berlin. „Wir haben gute Gegenmittel und können etwas unternehmen.“ Schließlich sei Deutschland kein Entwicklungsland.

Zuberbier ist Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung und kann mit Zahlen und Fakten aufwarten. Neun von zehn Allergikern seien unzureichend informiert. Jeder zweite von ihnen diagnostiziere seine Allergie selbst. Und von den bundesweit rund 20 Millionen Allergikern bekämpften im Jahr nur etwa 200.000 das Leid aktiv.

Allergien werden nicht ernst genommen

„Herzinfarkte oder Beinbrüche sind immer etwas Ernstes“, sagt Zuberbier. „Heuschnupfen wird dagegen bagatellisiert und trivialisiert.“ Wer sich nicht gegen Heuschnupfen behandeln lasse, erkranke mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent an Asthma.

Neben der Gesundheit werde auch die Wirtschaftskraft des Staates aufs Spiel gesetzt. Die typischen Symptome wie Juckreiz, Niesen, gerötete Augen und Ermüdung schränkten die Leistungsfähigkeit von Berufstätigen massiv ein. Nach Zuberbiers Berechnung verlieren Allergiker bei einer 40-Stunden-Woche vier Stunden durch ihre schlechtere Konzentration. „Der volkswirtschaftliche Schaden liegt europaweit bei jährlich 100 Milliarden Euro.“

Hyposensibilisierung dauert drei Jahre

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) nennt zwei Wege aus dem Leid. „Bei akuten Problemen nützen antiallergische Medikamente“, sagt DAAB-Biologin Anja Schwalfenberg. Auf lange Sicht sollte eine Immuntherapie, die sogenannte Hyposensibilisierung, mittels Spritzen eingeleitet werden. Diese läuft drei Jahre und sei gerade bei Pollenallergien Erfolg versprechend. Außerdem werde das Risiko für allergisches Asthma verringert.

Allerdings sind damit regelmäßige und zeitaufwendige Arztbesuche verbunden. Zuberbier fordert deshalb: „Die Hyposensibilisierung muss leichter, schneller und effektiver gemacht werden.“ Der Staat müsse mehr Geld in die Entwicklung der Therapie investieren. In die Herz-Kreislauf-Forschung fließe europaweit 13 Mal so viel Geld wie in die Allergieforschung.

 

Von

dapd

Kommentare (1)

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harry

04.04.2011, 09:01 Uhr

Dieser Text wurde eindeutig von der Pharmalobby gesponsort. Ich quäle mich lieber ohne Medikamente als die ganzen Nebenwirkungen der Chemiebomben zu erleiden und Geld für die Großkonzerne auszugeben.

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