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20.12.2013

16:02 Uhr

Porno-Abmahnwelle

Landgericht Köln rudert zurück

Das Landgericht Köln hat die Herausgabe der Nutzerdaten von Pornoseiten bewilligt. Nun rudern einige Kammern wieder zurück und äußern Bedenken – eine Entscheidung soll frühestens im Januar fallen.

Keine Tauschbörse, sondern ein Streaming-Angebot: Bei Redtube.com werden die Sex-Videos nicht oder nur ganz kurz auf den Rechner des Nutzers heruntergeladen – rechtlich eine Grauzone. Screenshot

Keine Tauschbörse, sondern ein Streaming-Angebot: Bei Redtube.com werden die Sex-Videos nicht oder nur ganz kurz auf den Rechner des Nutzers heruntergeladen – rechtlich eine Grauzone.

KölnNach massiver Kritik an der jüngsten Abmahnwelle wegen angeblich illegaler Porno-Clips im Internet lenkt das Landgericht Köln ein. Einige Kammern räumten bereits ein, dass durch die verfügte Auskunftserteilung des Gerichts das Recht der Betroffenen möglicherweise verletzt worden sei, teilte das Gericht am Freitag mit. Sie neigten dazu, an ihrer ursprünglichen Einschätzung nicht mehr festzuhalten.

Bereits jetzt seien im Landgericht Köln über 50 Beschwerden gegen die Beschlüsse eingegangen, die den Providern erlaubten, Nutzerdaten herauszugeben. Einige Kammern hätten signalisiert, dass sie die aufgetauchten Bedenken an der Ordnungsgemäßheit der Ermittlungen der IP-Adressen inzwischen „für beachtlich“ hielten. „Endgültige Entscheidungen über die Beschwerden sind noch nicht ergangen“, stellte das Gericht zugleich fest. Sie würden frühestens im Januar erwartet.

Herausgabe von Nutzerdaten: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Porno-Abmahnungen

Herausgabe von Nutzerdaten

Staatsanwaltschaft ermittelt nach Porno-Abmahnungen

Nach der Abmahnwelle gegen Nutzer der Pornoseite Redtube ermitteln jetzt die Staatsanwälte. Es besteht der Verdacht, dass falsche eidesstaatliche Versicherungen abgegeben wurden – allerdings nicht von der Abmahn-Kanzlei.

Eine Regensburger Anwaltskanzlei hatte im Namen der Schweizer Firma „The Archive AG“ als Rechteinhaberin zehntausende Nutzer abgemahnt und zu einer Geldzahlung verpflichtet. Das Auskunftsersuchen zur Herausgabe der Namen der Anschlussinhaber wurde vom Landgericht Köln bewilligt. Über die Rechtmäßigkeit gibt es nun aber Zweifel, da die Videoclips per Streaming angesehen wurden, was nach Auffassung einiger Kammern keine Verletzung von Urheberrechten darstellt.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

20.12.2013, 17:06 Uhr

"Eine Regensburger Anwaltskanzlei hatte im Namen der Schweizer Firma „The Archive AG“ als Rechteinhaberin zehntausende Nutzer abgemahnt und zu einer Geldzahlung verpflichtet."

Immer langsam mit den jungen Pferden.
Mich kann niemand mal einfach so zu einer Zahlung "verpflichten". Da muss er schon Belege bringen, und um die gehts hier.
Auch wenn da Anwalt und Abmahnung drauf steht, MUSS ich noch lange nicht zahlen. Endgültig bestimmt auch das ein Richter.

Account gelöscht!

20.12.2013, 17:19 Uhr

Das BVerfG hat einmal eine wichtige Entscheidung getroffen(1 PBvU 1/02): "Das Grundgesetz gibt dir Schutz durch den Richter, aber nicht gegen den Richter." Manchmal hilft dann nur der Weg durch die Instanzen und die Hoffnung.

wolfshund

20.12.2013, 19:28 Uhr

Genau so ist es. Erst ein gerichtlicher Mahnbescheid verpflichtet zu einer folgenden Handlung. Vorallem dann, wenn die Kanzlei bei WeltOnline groß posaunt, dass die Zahler ja VOR Weihnachten das Geld haben, danach haben sie nichts mehr für die Abmahnungen übrig!! GIER.

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