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24.04.2014

12:10 Uhr

Preise verdreifacht

„Limetten-Krise“ in Mexiko

Eine frisch gemixte Margarita wird zum Luxusgut. Limetten sind so teuer wie schon lange nicht mehr. Eine Pflanzenseuche, schlechtes Wetter und das organisierte Verbrechen in Mexiko treiben die Preise nach in die Höhe.

Jeder Amerikaner konsumiert durchschnittlich mehr als ein Kilogramm Limetten pro Jahr – das wird jetzt teuer. Picture Alliance

Jeder Amerikaner konsumiert durchschnittlich mehr als ein Kilogramm Limetten pro Jahr – das wird jetzt teuer.

New York/Mexiko-StadtKeine grüne Limette, sondern eine gelbe Zitronenspalte liegt neben dem Taco auf dem Teller, den Sergio Ramirez gerade einem Kunden an der Bar hinstellt. „Eigentlich gehört dort natürlich eine Limettenspalte hin, aber das geht im Moment einfach nicht“, sagt der Barkeeper einer mexikanischen Kneipe in Manhattan. „Die Preise für Limetten haben sich verdreifacht, wir müssen damit gut haushalten. Auch an meine Drinks stecke ich keine Limettenscheibe als Deko mehr.“

Schon an der Eingangstür warnt die Bar an der Upper East Side ihre Kunden mit einem Aushang: „Um unsere Preise auf dem gleichen Niveau halten zu können, werden wir Limetten überall dort, wo es in unseren Speisen möglich ist, durch Zitronen ersetzen. Limetten stellen wir ausschließlich auf Anfrage bereit.“

Überlebt oder noch in? Die Trendcocktails von 2013

French 75 L

Für diesen edlen Cocktail, den der Münchner Bartender Thomas Weinberger als Trendgetränk empfiehlt, braucht man 2 Zentiliter Gin, 1 Zentiliter frischen Zitronensaft, 1 Zentiliter Lavendelsirup und 6 Zentiliter Champagner. Den Gin, die Zitrone und den Sirup schüttelt man mit Eis. Anschließend gibt man die Mischung in ein vorgekühltes Weinglas zum Champagner und garniert es mit Zitronenzeste und Lavendelblüten.

Retro Bellini

Nur zwei Zutaten sind für den zweiten Cocktail nötig, den der ehemalige deutsche Vizemeister im Cocktailmixen Thomas Weinberger in diesem Jahr empfiehlt: 5 Zentiliter Mango-Johannisbeer-Püree und 8 Zentiliter Schaumwein. Am besten, man püriert frische Mangostücke und Johannisbeeren im Mixer, gibt sie in ein Glas und füllt es mit Schaumwein auf.

Aperol Spritz

Man nehme 6 Zentiliter Prosecco oder Weißwein und mische ihn mit 4 Zentiliter Aperol und einem Spritzer Soda.

Hugo

Für das In-Getränk vom vergangenen Sommer braucht man 150 Milliliter Prosecco, 100 Milliliter Mineralwasser, 2 Zentiliter Holundersirup, 3 Blätter Minze und eine Limettenscheibe sowie ein paar Eiswürfel. Die Minzblätter drückt man am besten zunächst ein bisschen im Glas aus, dann füllt man das ganze mit den restlichen Zutaten auf.

Nur in die Drinks gehöre unbedingt echter Limettensaft, sagt Ramirez. „Eine Margarita mit Zitronensaft schmeckt einfach nicht.“ Sein Kollege Phil Ward, Besitzer der Bar „Mayahuel“ in Manhattan, sieht das genauso. „Uns bleibt nichts anderes übrig als draufzuzahlen“, sagte er der „New York Times“, die schon eine „Limetten-Krise“ ausrief.

Limetten sind in den USA nicht nur dank der vielen Einwanderer aus Süd- und Mittelamerika extrem beliebt. Jeder Amerikaner konsumiert durchschnittlich mehr als ein Kilogramm der kleinen grünen Zitrusfrüchte pro Jahr. Der Großteil davon wird aus Mexiko importiert, dem weltgrößten Produzenten und Exporteur von Limetten.

Dort sind zuletzt die Preise explodiert. Zwischen Dezember vergangenen Jahres und März stieg der Preis nach Angaben der nationalen Statistikbehörde um mehr als 240 Prozent. Allein im vergangenen Monat legte er um etwa 41 Prozent zu. Ein Kilogramm Limetten kostet in einigen Städten im Norden des Landes und in Mexiko-Stadt derzeit bis zu 80 Pesos (4,40 Euro).

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In Mexiko sind Limetten ein Grundnahrungsmittel und werden zu fast jeder Mahlzeit gereicht. Extreme Preisanstiege schaffen es dort durchaus auf die Titelseiten der Zeitungen. „Die Preise im Moment sind verrückt“, sagt Rodrigo Flores, der im Geschäftszentrum der mexikanischen Hauptstadt einen mobilen Obststand betreibt. „Aber was soll ich machen? Die Leute wollen Limettensaft zu ihrem Obstsalat und ich muss den Preis bezahlen, den die Großhändler verlangen.“

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