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21.10.2015

17:15 Uhr

Privathafen für die Villa

Sarkozy und Bruni baggern am Hafen von Monte Carla

VonThomas Hanke

Ex-Präsident Nicolas Sarkozy und Carla Sarkozy-Bruni sind auch im gemeinsamen Unruhestand eines der Glamourpaare Frankreichs. Gern im Mittelpunkt: Die Villa bei Saint Tropez. Die soll nun einen Privathafen bekommen.

Nicolas Sarkozy und seine Frau Carla Bruni-Sarkozy würden sich über einen Privathafen freuen. Reuters

Große Pläne

Nicolas Sarkozy und seine Frau Carla Bruni-Sarkozy würden sich über einen Privathafen freuen.

ParisMit der Justiz und der französischen Öffentlichkeit liegt das Pärchen Sarkozy-Bruni bereits im Dauerclinch. Nun knöpft es sich auch noch die Umwelt vor. In einem Naturschutzgebiet des Mittelmeers bauen sie ihren Privathafen. Den brauchen sie dringend, denn im Vergleich zu ihren Freunden gehören die beiden bislang zum Prekariat: Ihre Villa am Cap Nègre in der Nähe von Saint Tropez hat keinen privaten Anleger. Wer Nicolas und Carla mit seiner Privatyacht besuchen will, muss auf ein billiges Schlauchboot umsteigen. Zumutung!

Carlas Mutter ist deshalb aktiv geworden. Mitten in die „Naturzone mit ökologischem Interesse“ an einem vom französischen Küstengesetz geschützten Strandabschnitt des Mittelmeers baut die Familie Bruni-Tedeschi einen Wellenbrecher und eine zwei Meter hohe Kaimauer. „Dahinter kann Sarko dann Wasserski fahren, ohne von Paparazzi gesehen zu werden“, witzelt die satirische Wochenzeitung „Le Canard Enchainé“.

„Vorübergehende Nutzung des öffentlichen Meeresraums“ nennt sich die Genehmigung, die Madame Bruni ergattert hat. Vorübergehend ist eine originelle Bezeichnung für ein Bauwerk, für das mehrere tausend Tonnen Felsbrocken ins Meer gekippt werden. Wie hat die Familie den strengen französischen Küstenschutz ausgetrickst? Ganz einfach: Sie hat festgestellt, dass es vor siebzig Jahren an der fraglichen Stelle einmal einen Privathafen gegeben habe. Als Beweis schleppte sie alte Dokumente an und Fotos, auf denen ein paar Steine zu sehen sind, die knapp über den Wasserspiegel reichen.

Aber hilfreich war vielleicht auch, dass die Bruni-Tedeschis ein Sicherheitsanliegen geltend machten: „Das Bauwerk schafft größere Sicherheit bei der Nutzung des Hafens durch die SCI La Bastide.“ SCI La Bastide ist allerdings nichts anderes als die private Immobilienforma von Sarkos Schwiegermama. Die setzte aber noch eins drauf: Der Hafen diene auch der Öffentlichkeit, „etwa Booten, die in Seenot geraten.“ Klar: Carla und Nicolas bauen den Kai, um Flüchtlinge aus Nordafrika in Sicherheit zu bringen!

Die Genehmigung hat ein Präfekt erteilt, der früher in den Kabinetten von Sarkozys Ministerien Dienst tat. Nun sollte aber niemand vorschnell über eine Gefälligkeit lästern: Der neue Präfekt hat ganz harte ökologische Auflagen nachgeschoben, wie man in einem Erlass vom 23. September nachlesen kann. Die Familie darf während der Baggerarbeiten kein Öl oder andere Abfälle ins Meer kippen und muss sofort nach Abschluss der Bauarbeiten einen Bericht vorlegen, aus dem hervorgeht, wie es dem Bewuchs „mit Posidonia-Seegras“ ergeht. Da zeigt sich der Staat von seiner unerbittlichen Seite.

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Von der Villa am Cap Nègre erfährt die Öffentlichkeit nicht zum ersten Mal. Erst vor einem halben Jahr hatte Carla in einem Mörtel-Magazin, dem sie als Covergirl diente, über den Besitz an der Côte d’Azur geschwärmt: „Die Villa am Cap Nègre hat zehn Zimmer, jedes mit einer Terrasse zum Meer.“ Die Schreiber des Immo-Blattes hatten zugefügt: „Prunk ist eine alte Familientradition der Bruni-Tedeschis. Ein immenser Park gehört zur Villa, und in jedem Sommer kann man Fotos von der Treppe zum Meer genießen, in dem Carla und Nicolas so gerne baden.“ Künftig können sie auch noch trockenen Fußes die Yacht besteigen.

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