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06.05.2012

15:09 Uhr

Pro-NRW-Demo

Mohammed-Karikatur sorgt für „Explosion der Gewalt“

Auf eine umstrittene Mohammed-Karikatur von Pro-NRW-Anhänger, reagierten rund 200 radikalislamische Salafisten mit starker Gewalt. 29 Beamte wurden verletzt. Gegen einen Salafisten wird wegen versuchter Tötung ermittelt.

Ein verletzter Polizist wird von Sanitätern bei einer Protestkundgebung gegen eine Wahlkampfveranstaltung der Partei Pro NRW versorgt. dpa

Ein verletzter Polizist wird von Sanitätern bei einer Protestkundgebung gegen eine Wahlkampfveranstaltung der Partei Pro NRW versorgt.

BonnMit einem Gewaltausbruch gegen die Polizei haben rund 200 radikalislamische Salafisten in Bonn auf eine Aktion der rechtspopulistischen Partei Pro NRW reagiert. Als Pro-NRW-Anhänger am Samstag eine umstrittene Karikatur des dänischen Zeichners Kurt Westergaard zeigten, kam es zu einer "Explosion der Gewalt, die wir lange nicht mehr erlebt haben", sagte die Bonner Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa am Sonntag. Ein 25-Jähriger griff mit einem Messer drei Beamten an. Dabei wurde ein 30-jährige Polizeikommissarin und ihr 35 Jahre alter Kollege schwer verletzt. Der Tatverdächtige wurde festgenommen. Gegen ihn wird wegen versuchter Tötung ermittelt.

Es flogen Flaschen und Steine auf die eingesetzten Beamten. Insgesamt 29 Beamte erlitten bei der Auseinandersetzung Verletzungen - zum Teil hätten die Salafisten mit von Zäunen abgebrochenen Latten auf die Polizisten eingeschlagen. Die Einsatzkleidung der Beamten verhinderte dabei Schlimmeres. Zudem wurden mehrere Streifenwagen beschädigt. Nachdem die Situation eskalierte, wurde die Pro-NRW-Veranstaltung abgebrochen. Allerdings seien gewaltbereite Salafisten noch für etwa eine Stunde durch den Stadtteil marodiert, sagte der Hundertschaftsführer der Polizei, Klaus Kapellner.

109 Personen wurden festgenommen. Es werde geprüft, inwieweit sie sich des Landfriedensbruchs schuldig gemacht haben, erklärte Oberstaatsanwalt Bernd König. Gegen den 25-jährigen mutmaßlichen Messerstecher dauerten die Ermittlungen an. Der gebürtige Türke stamme aus Hessen und sei bereits wegen Körperverletzungs- und Waffendelikten in Erscheinung getreten. Nach Angaben von König wurde die Tat auf Video aufgenommen. Der Tatverdächtige sollte noch im Laufe des Sonntags dem Haftrichter vorgeführt werden.

Kommentare (27)

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Niven

06.05.2012, 15:38 Uhr

Warum wird die Pro-Partei immer als Rechtsextrem bezeichnet? Ist mittlerweile jeder rechtsextrem der die Islamisierung in Deutschland nicht schweigend aktzeptiert? Des weiteren sieht man ja bei jeder weiteren Demo wer diesen Staat angreift und dessen ausführenden Organe angreift!

Niven

06.05.2012, 15:40 Uhr

Warum wird die Pro-Partei immer als Rechtsextrem bezeichnet? Ist mittlerweile jeder rechtsextrem der die Islamisierung in Deutschland nicht schweigend aktzeptiert? Des weiteren sieht man ja bei jeder weiteren Demo wer diesen Staat angreift und dessen ausführenden Organe angreift!

Kowalski

06.05.2012, 15:41 Uhr

Die Salafisten wollen unsere Freiheit abschaffen. Leider schauen unsere Sicherheitsbehörden, insbesondere der unsägliche NRW-Innenminister Jäger, tatenlos zu. Gewalt und Einschüchterung wird zur dominanten Strategie.
Ein Beispiel: In Münster gibt es jährlich eine Prozession von christlichen Abtreibungsgegnern. Diese wird von meist linken Zeitgenossen im Rahmen einer Gegendemo begleitet. Dabei werden allerlei Diffamierungen von sich gegeben, „Hätte Maria abgetrieben, wäret Ihr uns erspart geblieben!“ gehört da eher noch zu den harmlosen Äußerungen. Das Christentum wird in schlimmster Form diffamiert. Bricht deshalb ein Bürgerkrieg aus? Nein. Jeder darf seine Meinung äußern und das ist auch gut so.
Und nun wird eine Demo von Leuten polizeilich abgebrochen, die Karikaturen zeigen, weil das islamistischen Fanatikern nicht passt!? Damit hat islamistische Gewalt bereits gewonnen. Eine freiheitliche demokratische Grundordnung funktioniert anders. Wo sind die Verteidiger unserer Meinungsfreiheit?
Provozieren bedeutet, etwas hervorzurufen.
Welchen Handlungen bei den frommen Salafisten hervorgerufen werden können, ist jetzt offenkundig. Wenn die Pro Partei auch für die meisten von uns kein Ersatz für eine wahrhafte Volkspartei sein kann, wie es die CDU einst war, so hat sie für diese Provokationen unseren Dank verdient.

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