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08.01.2008

18:32 Uhr

Prodi will Neapels Müllkrise in vier Monaten lösen

Neapel: Schwere Aufgabe für den siebten „Müllmeister“

Der italienische Ministerpräsident Romano Prodi will die seit Jahrzehnten schwelende Müllkrise in Neapel rasch beenden. Prodi beauftragte am Dienstag den früheren Polizeichef Gianni De Gennaro mit der schweren Aufgabe.

HB NEAPEL. Der italienische Ministerpräsident Romano Prodi will die seit Jahrzehnten schwelende Müllkrise in Neapel rasch beenden. Prodi beauftragte am Dienstag den früheren Polizeichef Gianni De Gennaro mit der Aufgabe und forderte ihn auf, das Problem binnen vier Monaten zu lösen. Zur Unterstützung der Müllabfuhr werde er auch weiterhin auf die Armee setzen.

De Gennaro ist der siebte „Müllmeister“, der mit der Lösung der Krise beauftragt wurde. Seine Vorgänger hatten trotz weitreichender Vollmachten wenig erreicht.

Die Krise war eskaliert, seit zur Weihnachtszeit nahezu alle Müllkippen im Großraum Neapel für voll erklärt wurden. Seitdem türmen sich mehr als 100.000 Tonnen stinkenden Abfalls in den Straßen der drittgrößten italienischen Stadt. Neapel hat wegen Missmanagements, Korruption und der Verwicklungen der Mafia ein dauerhaftes Müllproblem.

Am Dienstag setzte die Polizei Tränengas gegen Demonstranten ein, die die Wiedereröffnung einer Deponie verhindern wollten. Die ganze Nacht über kam es zu Zusammenstößen im Viertel Pianura, wo Anwohner einen Bus anzündeten. Am Morgen lag der Gestank vergammelter Lebensmittel und Rauch von verbranntem Abfall in der Luft.

Die Anwohner kritisieren, dass die vor elf Jahren geschlossene Deponie Luft und Wasser verschmutze. Politiker hätten seit Jahren versprochen, sie zu sanieren und dort einen Golfplatz einzurichten. „Vor den großen Landhäusern sehe ich keinen einzigen Abfallsack, während wir hier in diesem völligen Müll leben“, sagte der 56-jährige Angelo Lanzano. Umweltminister Alfonso Pecoraro Scanio von den Grünen forderte die Bewohner von Pianura auf, zumindest vorübergehend die Wiedereröffnung der Deponie zu akzeptieren.

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