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06.09.2012

11:38 Uhr

Prominente auf den Barrikaden

Tausende protestieren gegen Gema

VonJulia Hortig

Der Tod für viele Clubs oder eine Vereinfachung der bestehenden Tarife? Die geplante Gebührenerhöhung durch die Gema treibt Musikliebhaber und Clubbetreiber auf die Straße. DJ Sven Väth und Dr. Motte sind auch dabei.

Auch Prominente wie DJ Sven Väth unterstützen den Gema-Protest. Foto: Toxic-Family

Auch Prominente wie DJ Sven Väth unterstützen den Gema-Protest.

Foto: Toxic-Family

DüsseldorfBerlin, Dortmund, Dresden: Am Donnerstag startet an fast allen Gema-Standorten in Deutschland der Anti-Gema-Tag. Das Aktionsbündnis Kultur-retten hat zu den Demonstrationen aufgerufen, um die geplante Tariferhöhung ab 2013 anzuprangern und zu stoppen. Tausende Menschen werden diesem Aufruf folgen: In der Facebook-Gruppe „Kulturtanzdemo – Stoppt die GEMA-Tariferhöhung 2013“ haben nur für den Ort Frankfurt bereits über 4400 Menschen ihre Teilnahme zugesagt.  Auch in der Berliner-Gruppe sind es über 4000 Leute und in der Münchener Gema-Protestgruppe mehr als 3200.

Nach Angaben von kultur-retten.de ist eine Vielzahl von Arbeitsplätzen im Veranstaltungsbereich durch die neuen Tarife gefährdet, das Aktionsbündnis befürchtet einen Rückgang der Veranstaltungen. Die Gema verlangt zum 1. April 2013 von jedem Clubbesitzer zehn Prozent des Eintrittspreises statt wie bisher 1,6 Prozent – viele Clubbesitzer befürchten einen Anstieg der Kosten.

Außerdem verlangt das Aktionsbündnis, dass das Verteilungssystem der Gema auf seine Verhältnismäßigkeit überprüft werden soll. Wer sich vor Ort nicht persönlich an den Demonstrationen beteiligen kann hat die Möglichkeit, eine Online-Petition zu unterzeichnen.

Die Gema ist alles andere als glücklich über diese Veranstaltungen, allerdings hat sie keinen Spielraum, wie die Verwertungsgesellschaft in einem Rundschreiben, das an ungefähr 33.000 Mitglieder ging, offen zugibt: „Ein rechtliches Vorgehen der Gema dagegen ist (…) aufgrund des grundsätzlich gewährleisteten Versammlungsrechts nicht möglich.“

Da es der Gema, wie sie mehrfach im Dokument betont, besonders darum geht „die Diskussion zu versachlichen“, hat sie gleichzeitig ein Dokument erarbeitet und angehängt, in dem die Tarifreform für die Mitglieder noch einmal stichpunktartig zusammengefasst ist, falls sie weitere Argumente benötigen.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

06.09.2012, 12:15 Uhr

Wo ist das Kartellamt, wenn es um die uneingeschränkt marktbeherrschende Stellung der GEMA geht???

Und wo ist der gesunde Menschenverstand unserer Politiker, wenn des darum geht der GEMA einen Riegel vorzuschieben???
Etwa wenn Schulkinder Lieder singen oder wenn Karnevalisten traditionelles Liedgut nutzen.

Account gelöscht!

06.09.2012, 12:46 Uhr

Das Kartellamt soll Preisabsprachen verhindern. Was soll es also bei einem Monopolisten ausrichten?

faelltnichtsein

06.09.2012, 13:16 Uhr

Ohne Nachtculbs hätte mein Leben keinen Sinn ?

armes Deutschland...

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