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13.04.2011

15:22 Uhr

Prostituiertenskandal

Ottfried Fischer droht Niederlage

Im juristischen Streit mit einem früheren "Bild-"Reporter droht dem Schauspieler in zweiter Instanz die Niederlage. Er wirft dem Journalisten vor, ihn mit einem Sex-Video zu einem Interview genötigt zu haben.

In dem Prozess tritt der Schauspieler Ottfried Fischer als Nebenkläger auf. Quelle: dpa

In dem Prozess tritt der Schauspieler Ottfried Fischer als Nebenkläger auf.

München Der Kabarettist und Schauspieler Ottfried Fischer hat vor dem Landgericht München den Vorwurf der Nötigung gegen einen früheren „Bild“-Redakteur bekräftigt. In dem Berufungsverfahren sagte Fischer am Mittwoch, ohne den Hinweis des Reporters auf ein Video, das ihn beim Sex mit zwei Prostituierten zeigt, hätte er dem Blatt keinesfalls ein Exklusivinterview zu der Affäre gegeben.

„Ich bin nur darauf eingestiegen, weil ich Panik bekommen habe“, sagte Fischer. Als er von seiner PR-Agentin erfahren habe, dass der Journalist im Besitz des heimlich aufgenommenen Films sei, „war das ein Schock für mich“. Er habe fest damit gerechnet, dass die Zeitung die brisanten Aufnahmen veröffentlichen würde, wenn er nicht mit ihr kooperiere.

Die PR-Frau habe ihm klar gemacht, dass in diesem Fall „Schluss ist mit meiner Karriere“. Sie habe gesagt: „Dann kannst du einpacken. Dann ist deine Existenz am Ende.“ Insofern sei er „in Zugzwang“ gewesen. Nach Erscheinen von exklusiven Beiträgen habe er sich entschlossen, den Reporter anzuzeigen, um zu zeigen, „ich bin nicht erpressbar“.

Fischer droht Niederlage

Der Journalist war im Oktober vom Amtsgericht München wegen Nötigung zu einer Geldstrafe von 14.400 Euro verurteilt worden, weil er die PR-Agentin auf das Video in seinem Besitz hingewiesen hatte. Zum Auftakt des Berufungsprozesses hatte er betont, dass er niemals mit der Veröffentlichung des Videos gedroht habe.

Der als „Pfarrer Braun“ und „Bulle von Tölz“ beliebte Fernsehstar, der als Nebenkläger auftritt, droht in der zweiten Instanz eine Niederlage. Die Vorsitzende Richterin hatte konstatiert, in dem Interview habe Fischer sein wegen der Sex-Affäre ramponiertes Image aufpolieren dürfen. Auch könne sie nicht ausschließen, dass Fischer womöglich von der PR-Frau und nicht von dem „Bild“-Redakteur zu dem Interview gedrängt wurde. Fischer sagte am Mittwoch, er habe den Eindruck gehabt, die PR-Agentin, von der er sich inzwischen getrennt hat, sei das „Sprachrohr“ des Journalisten.

Zwei Prostituierte und ihre beiden Zuhälter wurden bereits verurteilt, weil sie im Sommer 2009 heimlich das Video mit Fischer gedreht hatten. Mit dem Video wollten sie erreichen, dass Fischers Kreditkartenfirma angeblich noch ausstehende Gelder für sexuelle Dienste überweist. Der pikante Film wurde dann an den damaligen „Bild“-Reporter verkauft. Die Affäre kam an die Öffentlichkeit und bald darauf erschien ein Exklusiv-Interview mit Fischer in dem Blatt.

Von

dapd

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