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21.10.2013

17:48 Uhr

„Protz“-Bischof trifft Papst

„Dankbar für ermutigende Begegnung“

Der Limburger Bischof ist beim Papst vorstellig geworden. Offen bleibt vorerst eine Entscheidung über die Zukunft von Franz-Peter Tebartz-van Elst. Dessen Amtskollege Franz-Josef Bode spricht aber klare Worte.

Nach tagelangem Warten traf Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst (l.) am Montag auf Papst Franziskus. dpa

Nach tagelangem Warten traf Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst (l.) am Montag auf Papst Franziskus.

Rom/LimburgSchicksalsstunden in Rom: Papst Franziskus hat den umstrittenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst zu einer mit Spannung erwarteten Audienz empfangen. Einzelheiten des etwa 20-minütigen Gesprächs am Montag wurden zunächst nicht bekannt. Der katholische Oberhirte hatte gut eine Woche in Rom auf das Treffen mit dem Papst zur Situation in Limburg gewartet. Er steht wegen der enormen Kosten für seine neue Bischofsresidenz massiv in der Kritik. Offen blieb vorerst eine Entscheidung über die Zukunft des Bischofs, denn Fälle von Amtsverzicht oder Ernennungen führte das Vatikan-Bulletin am Montag nicht auf.

Das Bistum hielt sich bedeckt über den Inhalt des Gesprächs. Der Bischof sei „dankbar für die sehr ermutigende Begegnung“, teilte die Diözese knapp mit. Über Details sei mit dem Papst Vertraulichkeit vereinbart worden.

Vor dem Limburger Bischof hatte der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner eine Privataudienz bei Franziskus. Dieses Treffen in Rom war bereits vor Monaten vereinbart worden. Limburg gehört zur Kirchenprovinz Köln. Meisner (79) galt bisher als Unterstützer des angeschlagenen Bischofs, dürfte mit dem Papst jedoch vor allem auch sein im September eingereichtes Rücktrittsgesuch erörtert haben.

„Eine Rückkehr in das Bistum Limburg wird sicher ganz schwierig“, sagte der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode nach der Audienz in Rom wartenden Journalisten. „Es ist natürlich inzwischen die ganze Situation so verfahren, dass etwas geschehen muss.“ Es gebe „bis in den Grund“ wieder eine Vertrauenskrise, so Bode. Er sehe nicht, wie der Bischof seinen Dienst dort vernünftig ausüben können sollte.

Die Deutsche Bischofskonferenz wollte sich nicht zu der Audienz in Rom äußern. Ihr Vorsitzender Robert Zollitsch hatte mit dem Papst am vergangenen Donnerstag über die Limburger Affäre gesprochen. Er hofft wegen der negativen Folgen für die Kirche auf eine baldige Lösung.

Im Bistum Limburg gab es zunächst zurückhaltende Reaktionen. Domdekan Günther Geis erklärte, vor einer Stellungnahme wolle er abwarten, welche Nachrichten aus Rom kommen. Er verwies zudem auf ein Gespräch mit der Kirchenzeitung des Bistums. Darin hatte er vergangene Woche gesagt: „Das Vertrauen in Bischof Tebartz-van Elst ist dahin, und ich sehe nicht, wie neues Vertrauen wachsen kann.“

Kommentare (21)

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RumpelstilzchenA

21.10.2013, 10:40 Uhr

van Elst ist unfreiwillig zum Snowden der katholischen Kirche geworden. Endlich wir öffentlich gemacht, wie die Kirche sich über die Jahrhunderte an der Bevölkerung bereichert. Da ist ihnen jedes Verbrechen recht.
Die Niederträchtig besteht darin, das jeder, auch die nicht Kirchenmitglieder, für diese Scharlatane und ihren Potz bezahlen müssen.

Account gelöscht!

21.10.2013, 10:50 Uhr

"Endlich wird öffentlich gemacht.."

Entschuldigen Sie, aber seit wann steht denn der Petersdom in Rom, der Kölner Dom, St. Pauls in London, Notre Dame in Paris in der Öffentlichkeit schon rum? Der Reichtum und Prunk der Religionen wurde schon immer öffentlich zur Schau gestellt, um zu verbergen, daß Religion ein fiktives Produkt ist, welches keinem hilfreichem Zweck dient.

Republikaner

21.10.2013, 11:47 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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